Formel1

Nach 117 Tagen "nur ein Ziel" Vettels Abschiedstour beginnt im Oldtimer

Ob Sebastian Vettel nach dieser Saison noch in der Formel 1 fahren wird, ist weiter unklar. Im Ferrari wird er das aber keinesfalls tun, das steht fest. Nun startet der viermalige Weltmeister in seinem letzten Rennen für die Scuderia. Nach einer langen, langen Pause.

Sebastian Vettel ist nach seinem feststehenden Aus bei Ferrari mit der Scuderia erstmals nach der Corona-Zwangspause auf die Rennstrecke zurückgekehrt. Der viermalige Formel-1-Weltmeister absolvierte am Dienstag auf dem Kurs im italienischen Mugello genau wie sein Teamkollege Charles Leclerc einen Test vor dem Saisonstart am 5. Juli in Österreich.

Auf einem vom Werksteam via Twitter verbreiteten Foto ist der 32-Jährige aus Heppenheim in einem Ferrari SF71H aus dem Jahr 2018 in der Garage zu sehen. Das aktuelle Fahrzeug kam aufgrund der geltenden Regularien nicht zum Einsatz, den SF1000 darf Vettel erst wieder am 3. Juli pilotieren, dem ersten Trainingstag zum Großen Preis von Österreich (5. Juli, 15.10 Uhr/RTL). Für Ferrari und den Hessen Vettel geht es bei den Testfahrten darum, sich schnell auf die neuen Bedingungen während der Coronavirus-Krise einzustellen. Es wird derzeit auch über einen Grand Prix im September in Mugello spekuliert, sollte eines der bisher geplanten acht Europa-Rennen doch nicht stattfinden können.

"Sebastian hat nur ein Ziel"

Fotos vom Geschehen in Mugello gaben bereits einen Eindruck davon, wie die Formel 1 in Zeiten von Corona aussehen wird. Vettel unterhielt sich mit Leclerc sowie seinen Ingenieuren ausschließlich mit Mund-Nasen-Schutz und aus gebotener Entfernung. Auch die Mechaniker trugen bei sämtlichen Arbeiten am Auto eine Maske.

Der knapp vier Monate verspätete Saisonstart ist nur durch ein strenges Hygienekonzept möglich. Dafür müssen die Teams auch Abstandsregeln einhalten und mit personell deutlich verkleinerter Mannschaft zurechtkommen. Die neuen Abläufe gilt es zu verinnerlichen. Mit ähnlichen Tests hatte sich auch Branchenführer Mercedes um Weltmeister Lewis Hamilton auf den Auftakt eingestimmt, der wegen der Corona-Pandemie so spät wie nie zuvor stattfinden wird.

Vettel wird Ferrari am Saisonende nach dann sechs Jahren verlassen. Die sportliche Zukunft des Ex-Champions ist weiter offen. Auch ein Rücktritt des einstigen Dauersiegers ist nicht ausgeschlossen. Bis dahin wird Vettel aber ordentlich Gas geben, davon ist auch der ehemalige Formel-1-Boss Bernie Ecclestone überzeugt: "Klar hat Sebastian jetzt nur ein Ziel, schneller als Charles zu sein." Eine Stallorder könne man deshalb bei Ferrari vergessen: "Ich hoffe nur, dass sie mit Sebastian fair spielen", sagte der 89-Jährige der Schweizer Tageszeitung "Blick".

Quelle: ntv.de, ter/sid/dpa