Fußball-EM

Sechs Tage nach Kollaps Däne Eriksen besucht Nationalmannschaft

imago0121720956h.jpg

Dänische Flaggen hängen am Kopenhagener Rigshospitalet. Eriksen konnte es nun verlassen.

(Foto: imago images/Ritzau Scanpix)

Sechs Tage nach seinem Kollaps beim Spiel Dänemark gegen Finnland kann der Däne Christian Eriksen das Krankenhaus verlassen. Vorher wurde dem Mittelfeld-Star ein Defibrillator eingesetzt. Sein erster Weg führt ihn zu seinem Team.

Der dänische Fußball-Nationalspieler Christian Eriksen ist nach seinem dramatischen Kollaps erfolgreich operiert und aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte der dänische Verband DBU mit. Eriksen, der am vergangenen Samstag nach einem Zusammenbruch auf dem Spielfeld reanimiert werden musste, wurde ein Defibrillator eingesetzt. Der 29-Jährige besuchte am heutigen Freitag nach DBU-Angaben das dänische Team in Helsingör und reiste von dort nach Hause zu seiner Familie.

Eriksen bedankte sich für die vielen Grüße, die er im Krankenhaus erhalten hatte, "das war unbeschreiblich." Die Operation sei gut verlaufen, "mir geht es den Umständen entsprechend gut". Seine Teamkollegen wiederzusehen, sei "wirklich großartig" gewesen. Eriksen war am Samstag in der Partie gegen Finnland in der 43. Spielminute kollabiert, Notärzte und Sanitäter retteten mit Wiederbelebungsmaßnahmen sein Leben. Die lebensrettenden Maßnahmen wurden dabei von einem deutschen Arzt koordiniert: Jens Kleinefeld aus Köln übernahm bei der Rettung die Verantwortung.

Die 1:2 Niederlage seiner Dänen gegen Belgien konnte Eriksen nur am Fernseher im 500 Meter entfernten Rigshospitalet verfolgen. Nach früher Führung gaben die Co-Gastgeber der EM die Partie noch aus der Hand, aber Eriksen war begeister. "Ihr Jungs seid so verdammt cool", schrieb er in die WhatsApp-Gruppe der Mannschaft. Das Spiel wurde in der 10. Minute für eine Minute unterbrochen. Die Spieler beider Mannschaften, der niederländische Schiedsrichter Björn Kuipers und die Zuschauer applaudierten für den Profi von Inter Mailand.

Die UEFA steht in der Kritik

Eriksens Zusammenbruch am vergangenen Samstag hatte auch eine Debatte über die Rolle der UEFA ausgelöst. Kritiker hielten dem europäischen Fußball-Verband vor, eine Fortführung der Partie forciert zu haben, ohne den Akteuren eine wirkliche Alternative aufzuzeigen. Die UEFA hatte den Spielern neben einer unmittelbaren Spielfortsetzung nur eine Neuansetzung am Folgetag um 12 Uhr angeboten.

"Das Spiel hätte nicht fortgesetzt werden dürfen", sagte der dänische Verbandspräsident Jesper Möller: "Die Spieler und Trainer sollten nicht in diese Lage gebracht werden, denn es ist nicht ihre Entscheidung und sollte es auch nicht sein." Zuvor hatten bereits Trainer Kasper Hjulmand und einige Spieler Kritik geübt.

Doch die UEFA hat diese Kritik bislang zurückgewiesen. "Ich war selbst vor Ort. Wir sind mit dem Ganzen gut umgegangen", sagte Turnierdirektor Martin Kallen im Vorfeld des Spiels Dänemark gegen Belgien. "Wir waren flexibel und haben alle Optionen in Betracht gezogen. Aber es gab nicht Hunderte von Möglichkeiten", äußerte Kallen: "Am Ende war es die gemeinsame Entscheidung aller Beteiligten, das Spiel fortzusetzen. Dennoch werden wir nach dem Turnier analysieren, ob es für die Zukunft andere Optionen geben kann."

Quelle: ntv.de, sue/sid

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.