Fußball-EM

"Na, bist du wieder bei uns?" Notarzt verrät neue Details zu Eriksen-Schock

4b5eda3ecbd1972c92ffb91b8beb124b.jpg

Eriksen liegt seit jenem Abend im Krankenhaus, sein Zustand ist nach Angaben des dänischen Verbands "stabil und gut".

(Foto: imago images/Newspix24)

Die Bilder vom Zusammenbruch des dänischen Nationalspielers Christian Eriksen bei der Fußball-EM haben Millionen Menschen bewegt. Auch ein deutscher Notfallmediziner kämpft in den Minuten danach um das Leben des 29-Jährigen. Nun erzählt Kleinefeld das erste Mal, wie er den Einsatz erlebt hat.

Vier Tage nach dem Herzdrama des dänischen Nationalspielers Christian Eriksen hat sich erstmals der deutsche Notfallmediziner zu Wort gemeldet, der den 29-Jährigen auf dem Stadionrasen in Kopenhagen zurück ins Leben holte. In einem Interview mit den Zeitungen der Funke Mediengruppe berichtet der "Doping Control Officer" und Intensivmediziner Jens Kleinefeld aus Köln, wie er den Einsatz erlebt hat.

Kleinefeld schildert, dass bereits nach wenigen Minuten Herzmassage der Defibrillator eingesetzt und einmalig der Elektroschock ausgelöst wurde. Kleinefeld: "Etwa 30 Sekunden später hat der Spieler die Augen geöffnet und ich konnte direkt mit ihm sprechen. Das war ein sehr bewegender Moment, weil bei solchen medizinischen Notfällen im Alltag die Erfolgsaussichten doch deutlich geringer sind."

Eriksen habe ihn angesehen und Kleinefeld habe gefragt: "Na, bist du wieder bei uns? Und er antwortete: Ja, ich bin wieder bei euch. Und: Verdammt, ich bin doch nur 29 Jahre alt." Der Notfallmediziner weiter: "Da wusste ich, das Gehirn ist nicht geschädigt und er ist vollständig wiederhergestellt." Noch während der Reanimation auf dem Platz wurde laut Kleinefeld ein Zugang gelegt und einmalig ein sogenanntes Antiarrhythmikum verabreicht.

Noch im Stadion habe Eriksen erfolgreich auf Kommandos reagiert und war bei vollem Bewusstsein. Es habe allerdings Zeit gebraucht, den Patienten mit allen Monitoring-Instrumenten für einen sicheren Transport in die Klinik auszustatten.

Kleinefeld sagt im Interview weiter: "Bei einem medizinisch durchgecheckten Profisportler handelt es sich meistens um eine Art 'Kurzschluss', der das Kammerflimmern auslöst. Der Elektroschock gibt dann den entscheidenden Impuls, dass das Herz wieder schlägt. Bei so jemandem ist - anders als bei normalen Patienten, etwa mit Vorerkrankungen - die Wahrscheinlichkeit minimal, dass das Herz erneut stehenbleibt. Ich war mir noch im Stadion zu 99 Prozent sicher, dass er stabil im Krankenhaus ankommt und dort auch stabil bleibt."

Der 29 Jahre alte Eriksen war am vergangenen Samstag während des ersten EM-Spiels der Dänen gegen Finnland (0:1) auf dem Spielfeld zusammengebrochen und musste wiederbelebt werden. Er liegt seit jenem Abend im Krankenhaus, sein Zustand ist nach Angaben des dänischen Verbands "stabil und gut". Um das Krankenhaus zu verlassen oder sich sogar ein EM-Spiel im Stadion anzuschauen, ist es aber noch zu früh.

Quelle: ntv.de, hek

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.