Fußball-WM

Nach Binden-Skandal bei WM Erster Verband denkt an Austritt aus der FIFA

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Bald nur noch 210 Verbände unter sich? Dänemarkt denkt an eine Abkehr von der FIFA und Boss Infantino nach.

(Foto: IMAGO/PA Images)

Die FIFA sorgt bei der Fußball-WM in Katar mal wieder für Fassungslosigkeit, sie verbietet das Tragen der "One Love"-Binde als Zeichen für Toleranz. Dieses Gebaren könnte nun gravierende Folgen haben. Mit Dänemark denkt ein erster nationaler Verband an eine Abkehr vom Weltverband.

Diese Fußball-WM wird in die Geschichte eingehen. Aber nicht so, wie sich die FIFA und ihre Präsident Gianni Infantino das vorgestellt hatten. Und das liegt vor allem am Gebaren des Weltverbands selbst. Nach all den Eklats und Zumutungen auf dem Weg nach Katar, sorgt die FIFA während des Turniers für die nächste Empörungswelle, sie verbietet die "One Love"-Binde und beruft sich dabei auf die eigene Kleiderordnung. Unter anderem der DFB hatte diese von Kapitän Manuel Neuer bei der WM tragen lassen wollen. Die Binde mit dem bunten Herzen soll ein Zeichen für Toleranz, Diversität und Menschenrechte darstellen.

Massiver Druck sei von der FIFA ausgeübt worden, verkündete der DFB und verzichtete schließlich - wie alle sieben Verbände, die sich für die Aktion zusammengeschlossen hatten - auf "One Love". Es habe Drohungen gegeben, die Sanktionen seien zudem nicht näher benannt worden. Vor den Kopf gestoßen fühlt sich aber nicht nur der DFB, auch die Dänen hatten die Binde in Katar tragen wollen - und drohen nun ihrerseits mit Konsequenzen. Sportdirektor Jesper Möller bekannte auf einer Pressekonferenz: "Die FIFA zu verlassen, ist kein ganz neuer Gedanke, wir denken schon länger daran. Wenn Dänemark alleine diesen Schritt geht, könnte ich mir vorstellen, dass wir vor einigen großen Herausforderungen stehen würden."

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Noch ist die Sache nicht in Stein gemeißelt, aber eben so: "Mal sehen, ob wir nicht Gespräche führen können. Ich muss über die Frage nachdenken, wie ich das Vertrauen in die FIFA wiederherstellen kann. Wir müssen bewerten, was passiert ist, und dann müssen wir eine Strategie entwickeln", so Möller weiter. Der Sportdirektor nannte das Verhalten des Weltverbands "inakzeptabel. Wir distanzieren uns entschieden von den Methoden der FIFA. Allein die Tatsache, dass wir keine klare Antwort zu den möglichen Strafen bekommen haben, sagt doch alles."

Als erste Konsequenz aus dem Umgang mit dem Thema "One Love"-Binde und seinen weiteren Aussagen in Katar will der dänische Verband Infantino ab sofort nicht mehr unterstützen. Diesen Schritt hatte der DFB bereits vollzogen und dem Schweizer die Gefolgschaft verweigert, allerdings darauf verzichtet, einen eigenen Mann für die anstehende Wahl aufzustellen. Die DBU (der dänische Verband) hofft darauf, bis zur Wiederwahl im März 2023 doch noch einen Herausforderer für Infantino zu finden, obwohl die Bewerbungsfrist bereits am vergangenen Mittwoch abgelaufen war.

Quelle: ntv.de, tno

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