Fußball

Bochum setzt Super-Serie fort 20 furiose Minuten lassen Stuttgart träumen

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Nicólas Gonzalez eröffnete den Torreigen in Stuttgart.

(Foto: dpa)

Der VfB Stuttgart nutzt die Schwächen der Konkurrenz aus Hamburg und Heidenheim und nimmt trotz Unwetterwarnung wieder Kurs auf den direkten Wiederaufstieg. Während der Karlsruher SC im Abstiegskampf der 2. Liga einen Dämpfer kassiert, nimmt Hannover 96 den FC St. Pauli auseinander.

VfB Stuttgart - SV Sandhausen 5:1 (4:0)

Der VfB Stuttgart hat sich im Dreikampf um den zweiten direkten Aufstiegsplatz in der 2. Fußball-Bundesliga die beste Ausgangsposition verschafft. Am drittletzten Spieltag bezwang der Erstliga-Absteiger den SV Sandhausen mit 5:1 (4:0) und übernahm wieder den zweiten Tabellenplatz vom Hamburger SV, der tags zuvor gegen den VfL Osnabrück (1:1) gepatzt hatte. Nicolas Gonzalez (12., 31./Foulelfmeter), Gonzalo Castro (20.), Tim Kister per Eigentor (28.) und Hamadi Al Ghaddioui (90.+4) sorgten in einer einseitigen Partie für den höchsten Saisonsieg des VfB. Enrique Pena Zauner (69.) verkürzte für die Gäste. Hinter Tabellenführer Arminia Bielefeld, dessen achter Bundesliga-Aufstieg seit Dienstag feststeht, geht es allerdings weiter eng zu. Der VfB (55) liegt nur einen Zähler vor dem HSV, der am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) beim Vierten 1. FC Heidenheim (52) antritt.

Die dritte Bundesliga-Rückkehr nach 1977 und 2017 kann die Mannschaft von Trainer Pellegrino Matarazzo, die zeitgleich beim Mitabsteiger 1. FC Nürnberg gefordert ist, dann allerdings noch nicht perfekt machen. Sandhausen (40) hat den Klassenerhalt trotz der deutlichen Niederlage hingegen schon sicher. Der Anstoß verschob sich witterungsbedingt um 15 Minuten, doch die VfB-Kicker ließen sich davon überhaupt nicht aus dem Konzept bringen. Die Mannschaft zeigte ein vollkommen anderes Gesicht als bei der peinlichen 1:2-Derbyniederlage in Karlsruhe, agierte spielfreudig und zielstrebig. Nach einer Ecke von Philipp Klement köpfte Gonzalez wuchtig zur beruhigenden Führung ein, Castro erhöhte per Volley aus 20 Metern. Nach einer starken Einzelleistung von Silas Wamangituka beförderte der unglückliche Kister den Ball mit dem Knie ins eigene Tor, erneut Gonzalez nahm noch vor der Pause viel Luft aus der Partie.

Erzgebirge Aue - VfL Bochum 1:2 (0:2)

Der VfL Bochum hat ein weiteres Mal seine starke Form unterstrichen. Die Mannschaft von Trainer Thomas Reis gewann bei Erzgebirge Aue mit 2:1 (2:0) und blieb im zehnten Spiel in Folge ungeschlagen. Thomas Eisfeld (29.) und Anthony Losilla (43.) trafen für überaus effektive Gäste, der Anschluss durch Njegos Kupusovic (90.+6) kam zu spät. Beide Teams beendeten die Begegnung nach späten Platzverweisen nur mit zehn Mann. Erst sah Aues Louis Samson die Gelb-Rote Karte (86.), kurz darauf musste auch Bochums Milos Pantovic nach einem groben Foulspiel mit Rot vom Platz (87.). Dass der langjährige Erstligist Bochum trotz seiner Serie nichts mehr mit dem Aufstieg zu tun hat, hängt mit der mäßigen Hinrundenausbeute von 20 Punkten zusammen. Nach dem insgesamt dritten Sieg in Folge hat Bochum nun 45 Zähler auf dem Konto, der Hamburger SV auf dem Relegationsplatz (54) ist rechnerisch nicht mehr zu erreichen. Aue, das mutiger begann, aber seine Chancen nicht nutzte, hat mit 41 Punkten trotz der Pleite nichts mehr mit dem Abstieg zu tun.

Hannover 96 - FC St. Pauli 4:0 (2:0)

Der FC St. Pauli hat trotz einer deftigen Niederlage den Klassenerhalt fast geschafft. Das Team von Trainer Jos Luhukay verlor bei Hannover 96 nach einer enttäuschenden Vorstellung mit 0:4 (0:2). Weil der direkte Konkurrent Karlsruher SC aber ebenfalls leer ausging, beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz zwei Spieltage vor Schluss weiterhin fünf Punkte. Marvin Ducksch (6.) mit seinem zwölften Saisontor, Hendrik Weydandt (17.), Genki Haraguchi (61.) und Cedric Teuchert (80.) trafen für die Niedersachsen. Hannover kletterte durch den Sieg auf Rang sieben, hat aber keine Chance mehr auf den direkten Wiederaufstieg. St. Pauli kann am Sonntag mit einem Heimsieg gegen Jahn Regensburg das rettende Ufer erreichen. Hannover erwischte einen Start nach Maß: Weydandt schnappte sich nach einem Ausrutscher von Leo Östigard den Ball und bediente Ducksch, der aus fünf Metern ins leere Tor einschob. Wenig später war es dann Weydandt selbst, der per Kopf sein neuntes Saisontor erzielte und auf 2:0 erhöhte. In der Folge hatte 96 alles im Griff und hätte sogar noch höher gewinnen müssen.

SSV Jahn Regensburg - Karlsruher SC 2:1 (1:0)

Der Karlsruher SC hat im Abstiegskampf einen schmerzhaften Rückschlag erlitten. Die Badener unterlagen bei Jahn Regensburg 1:2 (0:1) und gehen auf Relegationsplatz 16 mit drei Punkten Rückstand auf einen direkten Nichtabstiegsrang in die letzten beiden Partien. Regensburg machte mit nun neun Punkten Vorsprung auf den KSC den Klassenerhalt auch rechnerisch perfekt. Erik Wekesser (42.) und Sebastian Stolze (62.) trafen für den Jahn gegen den KSC, der in seinen finalen Spielen zu Hause auf den bereits als Aufsteiger feststehenden Tabellenführer Bielefeld und die schon geretteten Fürther trifft. Der Karlsruher Anschluss durch Babacar Gueye (77.) kam zu spät. Drei Tage nach dem 2:1-Derbysieg gegen den VfB Stuttgart ließ der KSC zunächst den nötigen Schwung vermissen, und weil auch von Regensburg nicht allzu viel kam, blieb die Begegnung anfangs recht müde. Erst nach einer guten halben Stunde kam Tempo ins Geschehen, Regensburgs Führungstreffer durch einen Distanzschuss Wekessers fiel schließlich nicht unverdient. Der vermeintliche Ausgleich der Karlsruher durch Änis Ben-Hatira (45.) wurde nach Videobeweis wegen Abseits annulliert. Nach der Pause erhöhte Regensburg den Druck und wurde durch Stolzes schönes Tor belohnt, ehe Gueye (77.) noch einmal für Spannung sorgte.

Den 32. Spieltag beschließt morgen Abend die bereits als Aufsteiger feststehende Arminia aus Bielefeld. Der Tabellenführer braucht im Heimspiel gegen Darmstadt 98 (20.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de) nur einen einzigen Punkt, um nach der Rückkehr ins Oberhaus auch die Meisterschaft in der 2. Bundesliga klarzumachen. Vorher empfängt um 18.30 Uhr Holstein Kiel den Tabellenletzten Dynamo Dresden, dessen Abstieg bei einer Niederlage nur noch theoretisch abwendbar sein dürfte.

Quelle: ntv.de, tsi/sid