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Entertainer Thomas Gottschalk lässt sich - zumindest kurzfristig - auf der Bank des FC Bayern nieder. Und füllt sogar einen Mitgliedsantrag für den Klub aus, zahlt aber nicht.
Entertainer Thomas Gottschalk lässt sich - zumindest kurzfristig - auf der Bank des FC Bayern nieder. Und füllt sogar einen Mitgliedsantrag für den Klub aus, zahlt aber nicht.(Foto: imago/Kicker/Liedel)
Samstag, 03. Februar 2018

Redelings über die Saison 91/92: FC Bayern räumt Gottschalk einen Kredit ein

Von Ben Redelings

Das Geld regiert die Bundesliga. Auf Schalke soll eine Lotto-Bude für Zocker direkt im Stadion errichtet werden. Mehrere Trainer lassen sich zudem durch ein Scheinangebot wuschig machen und plaudern im Angesicht des Geldes pikante Details aus.

"Vielleicht bin ich heute ein Stück unsterblich geworden", sagt Guido Buchwald, der Schütze des entscheidenden Tores für den neuen Deutschen Meister VfB Stuttgart. Im letzten Saisonspiel bei Bayer Leverkusen trifft er wenige Minuten vor Schluss per Kopf. Während die VfB-Fans jubeln, herrscht in Frankfurt und Dortmund Katzenjammer. Nur die Tordifferenz lässt den BVB trotz eines gleichzeitigen Sieges in Duisburg auf dem zweiten Platz verharren, während die Eintracht nach der 2:1-Niederlage in Rostock mit dem Schiedsrichter hadert. Völlig zu Recht, wie dieser selbst zugibt. Nachdem sich Alfons Berg im Fernsehen die strittige Szene angesehen hat, sagt er: "Es war ein klarer Elfmeter. Ich habe Mitleid mit der Eintracht." Am nächsten Tag auf dem Balkon des Römerbergs ist die Enttäuschung über die Benachteiligung bei den Spielern noch nicht verflogen. Stellvertretend für alle meint Torwart Uli Stein: "Dass es nicht gelangt hat, war nicht nur unsere Schuld. Leider gibt es auch drei schwarze Männer, die dazugehören."

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Am Anfang der Spielzeit mischt der letzte Meister der DDR, Hansa Rostock, die Bundesliga tüchtig auf. Bis zum siebten Spieltag steht Hansa fünfmal auf dem ersten Tabellenplatz. Auch ein Verdienst von Trainer Uwe Reinders, der zu Beginn seiner Zeit im Osten der Republik erst einmal Entwicklungsarbeit verrichten musste: "Wenn früher einer den Ball abgewehrt hatte, war für den der Fall erledigt. Der hat dann nur noch in der Nase gebohrt." Zum Schluss gerät Rostock immer mehr ins Trudeln und steigt ab.

Bei Schalke zockt man auf der Tribüne

TV-Showmaster Thomas Gottschalk löst im November im Münchner Olympiastadion beim Bundesligaspiel zwischen dem FC Bayern München und Bayer Leverkusen eine verlorene Wette ein und sitzt vor der Partie zwischen Lerby und Hoeneß auf der Bayern-Bank. In Trachtenjacke und mit einer rot-weißen Pudelmütze auf dem Kopf begeistert er nicht nur die Münchner Offiziellen. Im VIP-Bereich unterschreibt der "Wetten, dass …?"-Moderator schließlich noch einen Mitgliedsantrag - allerdings ohne zu bezahlen. Präsident Fritz Scherer ist jedoch gnädig: "Wir werden dem Herrn Kredit einräumen!"

Geld benötigt auch der FC Schalke 04. Und man hat tatsächlich eine Idee, wo man dieses auftreiben kann. Es ist eine ebenso simple wie gewinnversprechende Idee: Man möchte im Parkstadion vor den Spielen ein eigenes Wettbüro einrichten, zusammen mit der Nordwest-Lotto. Und die ist begeistert, wie deren Sprecher erklärt: "Wenn man sieht, was in Schalke auf der Tribüne allein unter der Hand verzockt wird, kann man als Lottogesellschaft neidisch werden." Der Gewinn pro Partie wird auf 75.000 Mark geschätzt. Bis kurz vor Spielbeginn können die Fans wie gewohnt auf eine Vielzahl von Möglichkeiten tippen. Und direkt nach dem Spiel eventuelle Gewinne gleich realisieren.

Journalisten ködern Trainer

Ein Magazin aus Österreich führt die Bundesliga vor. Mit einem Scheinangebot nehmen Journalisten des "Wiener", getarnt als Vertreter einer Sportagentur, Kontakt zu verschiedenen Trainern auf. KSC-Coach Winfried Schäfer zeigt sich sehr interessiert und gibt zu verstehen, dass es überhaupt keine Probleme mit Karlsruhe gebe, da sein Verein eh vertragsbrüchig sei: "Ich habe einen Vertrag, in dem sind sechs Punkte fixiert. Mindestens vier davon sind nicht erfüllt." Ebenso freizügig soll Schäfer über das gängige Vergnügungsangebot für die Männer in Schwarz geredet haben: "Wenn etwa Schiedsrichter D. auf dem Lauterer Betzenberg pfeift, dann sitzen eben am Abend an der Hotelbar zwei Mädels neben ihm. Gut geführte Vereine wissen genau, wer auf welchen Typ steht, ob blond oder brünett. Und ob auf dem Bett ein oder zwei Kissen liegen müssen." Auch Gladbachs Gerd vom Bruch soll auf die Journalisten reingefallen sein. Er wird mit den Worten über den Weltmeister Lothar Matthäus zitiert: "Lothar ist kein Profi. Der trinkt zu viel und isst zu viel. Er hat keine Ausdauer, ist über den Zenit." Lothar reagiert sauer, aber auch gelassen: "Ich hätte nie so viel erreichen können, wenn ich nur gesoffen und gefressen hätte."

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Quelle: n-tv.de