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Sport
Peter Neururer produziert beim 1. FC Saarbrücken große Schlagzeilen.
Peter Neururer produziert beim 1. FC Saarbrücken große Schlagzeilen.
Samstag, 10. Februar 2018

Redelings über die Saison 92/93: Wortheld Neururer mischt Saarbrücken auf

Von Ben Redelings

Die Gattin von Bremens Meister-Trainer Rehhagel verpflichtet nicht nur neue Spieler - sie schaut auch unter der Dusche der Werderaner nach dem Rechten. Bemerkenswert. Für noch mehr Wirbel sorgt jedoch Peter Neururer mit seinen Saarbrückern.

Noch nicht ganz in der Bundesliga angekommen, produziert das Team des 1. FC Saarbrücken richtig große Schlagzeilen. Das vom Verein zur Verfügung gestellte Auto von Peter Neururer ist in ein geparktes Fahrzeug gelenkt worden. Von der Unfallstelle war es allerdings entfernt und an einem anderen Ort abgestellt worden. Sachschaden: 15.000 Mark. Doch Neururer selbst ist gar nicht gefahren. Er hat den Wagen seinem Spieler Michael Krätzer geliehen. Nun behauptet aber auch Krätzer, das Auto nicht bewegt zu haben: "Ich habe den Schlüssel an jemanden weitergegeben, weil ich zu viel getrunken hatte. Ich kann mich an nichts mehr erinnern." Auch sonst scheint Krätzer ein lustiger Zeitgenossen zu sein, wie sein Trainer erzählt: "Der wird bei uns nur 'Doc' genannt. Wenn in der Mannschaft etwas zu besorgen ist, macht er das. Zu seinem Spitznamen kam er, als er während eines Spiels einen Teamkollegen behandelte und der Gegner gleichzeitig ein Tor erzielte."

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Überhaupt hat sich der Aufsteiger schon nach kurzer Zeit den Ruf des Vereins der Sprücheklopfer erarbeitet. An der Spitze der Männer mit den schönen Zitaten steht natürlich Trainer Peter Neururer. Über seinen Torwart Stefan Brasas sagt er: "Der ist so lang, der kann aus der Dachrinne saufen." Auch der US-Amerikaner Eric Wynalda weiß mit dem einen oder anderen Spruch zu begeistern. Zum SPD-Landtags-Fraktionsvorsitzenden Reinhard Klimmt sagt er: "Ah, du bist also der Indianer-Häuptling. Wo ist deine Feder?" Und mit Arno Glesius wächst ein würdiger Nachfolger von Trainer Peter Neururer heran. Drei seiner schönsten Sprüche - innerhalb einer Woche geäußert: Nummer 1: "Ich habe mein Übergewicht bisher immer gehalten." Nummer 2: "Ich habe mir gerade eine Eigentumswohnung mit Einmachküche gekauft." Und Nummer 3: "Ey, Masseur, hast du mal was zum Infizieren für mich!?"

Rehagels Frau "gelüstet es nach Männerschweiß"

Beate Rehhagel hat in Bremen alles im Griff.
Beate Rehhagel hat in Bremen alles im Griff.(Foto: imago/Schumann)

Werder Bremen holt den Titel. Nach dem entscheidenden 3:0-Sieg in der allerletzten Partie in Stuttgart und dem gleichzeitigen Titelgewinn geht die Frau des Trainers, Beate Rehhagel, in die Kabine des neuen Deutschen Meisters. Sat1-Reporter Jörg Wontorra kommentiert das so: "Beate Rehhagel gelüstet es nach Männerschweiß." Ihr Mann Otto selbst sagt dazu: "Beate ist die einzige Frau, die nach Spielen in unsere Kabine darf. Sie holt mich dann ab, und es interessiert überhaupt keinen, wenn die Jungs da nackt rumstehen - sie gehört einfach dazu." Am Abend der Feierlichkeiten nimmt Rehhagel seinen Mittelfeldregisseur Andy Herzog in den Arm und sagt zu ihm: "Schau her, das hätten wir nie gedacht, dass wir mit einem Wiener mal Meister werden." Vor der Saison hatte Rehhagel seine Frau alleine nach Österreich geschickt, um "den Andreas zu beobachten".

Wieder gefangen hat sich der FC Bayern München. Mit Lothar Matthäus hat der deutsche Rekordmeister einen absoluten Topspieler aus Italien in die Bundesliga zurückgeholt. Bayern-Vizepräsident Franz Beckenbauer schwärmt vom Neuzugang: "Auch wenn die Mannschaft 14:0 vorne liegt, der Lothar kann sie immer noch verstärken." Nach einem packenden Duell mit Werder Bremen haben die Bayern und Lothar Matthäus aber schließlich das Nachsehen in der Titelfrage - und das, obwohl sie eine sehr souveräne Saison gespielt haben, wie der zweite Vizepräsident des FC Bayern, Karl-Heinz Rummenigge, betont: "Es ist grausam, wenn man 32 Spieltage führt und dann nur Zweiter wird." Am Abend des letzten Spieltags wird bei Feinkost "Käfer" der Nachtisch festlich arrangiert präsentiert. In Marzipan-Buchstaben steht auf dem Eis: "1993 FC Bayern". Das Ganze sieht etwas seltsam aus. Ein Ober gibt schließlich offenherzig zu: "Das Wort 'Meister' haben wir einfach weggeschnitten."

Den Spruch der Saison liefert ein Dortmunder. Weil BVB-Profi Michael Schulz im kalten Dezember nach einem Spiel in Leverkusen ein Interview lieber im warmen Kabinentrakt als draußen in der winterlichen Frische geben will, weist ihn ein Ordner zurecht: "Bitte verlassen Sie den Gang, Herr Schulz. Oder ich muss Sie rausschmeißen. Sie stehen hier im Weg." Schulz’ eiskalter Konter: "Wieso, kommt hier noch ein Lkw durch?"

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Quelle: n-tv.de