Fußball

Havertz "wie Özil und Ballack" 65-Millionen-Juwel erklärt Werkself die Liebe

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"Dosenöffner" gegen Fortuna Düsseldorf: Kai Havertz.

(Foto: imago/Revierfoto)

Zwei Länderspiele hat Kai Havertz schon, in der Nationalmannschaft soll er groß rauskommen. Europas Topvereine stehen Schlange und Bayer Leverkusen könnte mit ihm eine hübsche Summe einstreichen. Doch der 19-Jährige macht der Werkself Hoffnung, ihr lieber noch ein paar Tore zu schenken.

Kai Havertz musste kurz lachen. "Ich habe gar kein Vorbild", sagte der 19-Jährige angesprochen auf Vergleiche mit Fußball-Größen wie Mesut Özil und Michael Ballack. Die hatte kurz zuvor Bayer Leverkusens Sport-Geschäftsführer Rudi Völler nach dem souveränen 2:0 von Bayer Leverkusen gegen Fortuna Düsseldorf angestellt. "Ich habe ihn ja schon mit Özil verglichen, aber heute hat er das Tor wie Ballack gemacht, genau so clever und abgebrüht", schwärmte der frühere Torjäger. Das 1:0 (18.) des zweimaligen Nationalspielers sei "der Dosenöffner" gegen die Fortuna gewesen, ergänzte Völler nach dem neunten Bundesliga-Saisontreffer des aktuell besten Torschützen der Werkself.

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Dass Havertz durch seine konstant guten Leistungen Begehrlichkeiten bei vielen Klubs im In- und Ausland weckt, ist Völler bewusst. Dennoch ist der Weltmeister von 1990 sicher, dass der 19-Jährige Bayer über das Saisonende hinaus treu bleibt: "Wir haben ihn bis 2022 unter Vertrag. Deshalb können wir sehr ruhig schlafen. Kai wird im Sommer definitiv bleiben." Dass Klubs wie der FC Barcelona, aber auch Manchester United oder der FC Arsenal die Fühler nach Havertz, der angeblich keine Ausstiegsklausel besitzt, ausgestreckt haben, macht die Sache für Bayer aber nicht einfacher. "Dass wir natürlich ein Klub sind, der hin und wieder mal einen Spieler verliert, das ist halt leider so. Wir sind nicht Bayern München."

Schwindelerregende Marktwertexplosion

Glaubt man dem Objekt der Begierde, dessen Marktwert innerhalb von zwei Jahren von 100.000 Euro auf 65 Millionen Euro gestiegen ist, muss sich Bayer in naher Zukunft in der Tat noch nicht sorgen. "Es ist natürlich eine Form der Anerkennung, wenn man vom Interesse großer Vereine hört. Aber ich kann das alles sehr gut ausblenden. Ich konzentriere mich nur auf Leverkusen. Bei Bayer fühle ich mich sehr wohl und will noch eine Menge mit der Mannschaft erreichen", sagte der gebürtige Aachener nach seinem starken Auftritt gegen die Fortuna.

Bereits am Donnerstag (ab 21.00 Uhr im Liveticker bei n-tv.de) will er in der Europa League im Rückspiel der ersten K.-o.-Runde gegen FK Krasnodar (Hinspiel 0:0) seinen Lauf fortsetzen. "Ich habe mir im Sommer vorgenommen, mehr Tore zu schießen. Diese Saison sollen noch ein paar Treffer dazukommen. Hoffentlich schon am Donnerstag, denn wir brauchen ja einen Sieg." Dass er sich in seiner neuen Rolle mit Nationalmannschafts-Kollege Julian Brandt auf der sogenannten Doppel-Acht pudelwohl fühlt und unter dem neuen Trainer Peter Bosz in den vergangenen Wochen noch einmal einen Schritt nach vorne gemacht hat, lässt er nicht unerwähnt.

"Es sind viele Dinge, die anders sind, viele Dinge, die positiv verändert wurden. Das sieht man von Spiel zu Spiel", sagte Havertz, der nach dem Sprung auf Rang fünf, der bislang besten Platzierung der Werkself in der aktuellen Spielzeit, aber nicht übermütig werden wollte. "Dass wir noch nicht perfekt sind, ist uns allen klar. Aber wir werden von Spiel zu Spiel besser. Wir rollen das Feld von hinten auf und versuchen, so viele Punkte wie möglich zu sammeln."

Quelle: n-tv.de, Jürgen Zelustek, sid

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