Fußball

RB Leipzig jagt den FC Bayern Arminia überrascht den VfB sehr wuchtig

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Leipziger Matchwinner: Emil Forsberg.

(Foto: dpa)

Wenig Finesse, aber viel Leidenschaft - Armina Bielefeld stoppt den Siegeszug des VfB Stuttgart durch fremde Stadien vorerst und macht einen weiteren wichtigen Schritt Richtung Klassenverbleib. RB Leipzig bleibt dem FC Bayern derweil auf den Titel-Fersen.

RB Leipzig - Union Berlin 1:0 (0:0)

RB Leipzig hat mit viel Mühe den großen Favoritenschreck Union Berlin bezwungen und den Druck auf Spitzenreiter Bayern München aufrechterhalten. Zum Hinrundenabschluss gewann Leipzig gegen das Überraschungsteam der Fußball-Bundesliga mit 1:0 (0:0) und kehrte nach zuletzt zwei sieglosen Spielen in die Erfolgsspur zurück. RB bleibt erster Verfolger des FC Bayern. Die Berliner, die zuvor gegen Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen sowie die Münchner ungeschlagen geblieben waren, kassierten erstmals in der laufenden Saison eine Niederlage gegen ein Top-Team der Liga. Die Köpenicker sind trotzdem weiter im Rennen um die Europapokal-Plätze. Der eingewechselte Emil Forsberg (70.) sorgte für die erlösende Führung für die Leipziger, die bis dahin nur selten zu Chancen gekommen waren.

RB Leipzig - Union Berlin 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Forsberg (70.)
Leipzig:
Gulacsi - Klostermann, Upamecano, Halstenberg - Kampl (60. Forsberg) - Mukiele (77. Adams), Dani Olmo (87. Poulsen), Sabitzer, Angelino - Nkunku (87. Haidara), Sörloth; Trainer: Nagelsmann.
Union: Luthe - Friedrich, Knoche, Florian Hübner (76. Gentner) - Ryerson, Andrich, Lenz (81. Gießelmann) - Griesbeck (81. Endo), Ingvartsen - Teuchert (60. Dajaku), Awoniyi (60. Bülter); Trainer: Fischer.
Schiedsrichter: Markus Schmidt (Stuttgart)
Gelbe Karten: Angelino (2) - Gießelmann (2)

Nagelsmann setzte gegen die kompakten Berliner auf eine Dreierkette, über die Flügel sollten Angelino und Nordi Mukiele für Gefahr sorgen. Im Angriff startete Alexander Sörloth. Bei Union stand Abwehrspieler Florian Hübner in der Startelf, gegen den der Deutsche Fußball-Bund (DFB)Ermittlungen wegen einer möglichen rassistischen Beleidigung im Spiel gegen Bayer Leverkusen eingeleitet hat. Hübner und die Berliner Defensive wurde früh gefordert, denn RB übernahm die Initiative. Die Leipziger hielten das Tempo hoch, mit schnellen Kombinationen erspielten sie sich Freiräume. Die Abschlüsse, die sich daraus ergaben, sorgten aber für keine Gefahr.

Union überstand den Leipziger Schwung der ersten Minuten unbeschadet und stellte sich zunehmend besser auf den Gegner ein. Die Berliner machten die Räume eng, die enorme Präsenz in den Zweikämpfen störte den Leipziger Spielaufbau nachhaltig. Oft brach RB Angriffe ab und versuchte einen Neuaufbau nach Rückpässen in den Innenverteidigung - und lief sich erneut fest. An diesem Spielverlauf änderte sich wenig. Da Union seinerseits offensiv weitgehend ungefährlich blieb, waren Chancen Mangelware. Erst kurz vor der Pause hatte Christopher Nkunku die Führung auf dem Fuß. Nach starker Vorarbeit von Sörloth verzog der Franzose aber deutlich (38.) Nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel kämpferisch geprägt. RB suchte nach Lücken, fand aber selten ein Durchkommen. Den gegnerischen Strafraum erreichte Nagelsmanns Elf nur selten. Wenn doch, war Union-Torhüter Andreas Luthe wie bei Nkunkus zweiter Großchance zumeist zur Stelle (65.). Forsbergs Treffer verhinderte er aber nicht. Union setzte auf Konter, spielte die seltenen Gelegenheiten aber zu ungenau aus.

SC Freiburg - Eintracht Frankfurt 2:2 (1:1)

Der unglaubliche Torriecher von Superjoker Nils Petersen hat dafür gesorgt, dass die Siegesserie von Eintracht Frankfurt gerissen ist. Nach zuvor vier Dreiern in Folge kamen die Hessen nicht über ein 2:2 (1:1) beim SC Freiburg hinaus. Petersen (63.) und Roland Sallai (32.) trafen für die Freiburger (24 Punkte), die vor ihrer Niederlage bei Bayern München (1:2) fünf Siege in Folge eingefahren hatten. Ein Treffer von Amin Younes (6.) und ein Eigentor von Keven Schlotterbeck (75.) sorgten für das Unentschieden, durch das die Eintracht 27 Zähler hat. Beim Geisterspiel liefen die Gäste nach dem Karriereende von Kapitän David Abraham mit Routinier Makoto Hasebe als Spielführer auf. Star-Rückkehrer Luka Jovic saß wie bei seinem erfolgreichen Joker-Debüt mit zwei Toren gegen Schalke 04 (3:1) zunächst auf der Bank. "Luka ist noch nicht ganz so in Schwung, dass er von Anfang an spielen kann", sagte Frankfurts Trainer Adi Hütter: "Aber es ist gut zu wissen, so einen Klassespieler auf der Bank zu haben."

SC Freiburg - Eintracht Frankfurt 2:2 (1:1)

Tore: 0:1 Younes (6.), 1:1 Sallai (32.), 2:1 Petersen (63.), 2:2 Schlotterbeck (75., Eigentor)
Freiburg: Florian Müller - Kübler (86. Tempelmann), Gulde, Schlotterbeck, Günter - Lienhart, Haberer (75. Keitel) - Sallai (58. Jeong), Grifo - Höler (58. Petersen), Demirovic (86. Heintz); Trainer: Streich.
Frankfurt: Trapp - Tuta, Hinteregger, Ndicka - Toure (80. Chandler), Sow, Hasebe (66. Jovic), Kostic - Barkok (46. Kamada), Younes (85. Hrustic) - Silva; Trainer: Hütter.
Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)
Gelbe Karten: Höler (3), Demirovic (2), Gulde (2) - Barkok (5), Tuta, Jovic

Die Frankfurter, bei denen Sebastian Rode fehlte, bestimmten in der Anfangsphase das Geschehen. Gleich die erste Chance nutzte Younes zur Führung. Beim Gegentreffer waren Abstimmungsprobleme in der umformierten Freiburger Defensive unübersehbar. Die Ursache dafür lag in den personellen Problemen. Trainer Christian Streich war zu Umstellungen gezwungen, da er ohne Baptiste Santamaria, Amir Abrashi, Jonathan Schmid, Mark Flekken, Chang-Hoon Kwon und Nicolas Höfler auskommen musste. Das machte sich auch nach dem Rückstand bemerkbar. Das zweite Tor für Eintracht lag in der Luft. Erst nach einer knappen Viertelstunde kam der SC besser zum Zug und gestaltete das Spiel ausgeglichen - gefährlicher blieb aber auch Mitte der ersten Hälfte die Eintracht. Der Ausgleich durch das fünfte Saisontor des Ungarn Sallai nach Vorarbeit von Ermedin Demirovic fiel überraschend.

In der 39. Minute hatte Eintracht-Torjäger Andre Silva die erneute Führung für die Gäste auf dem Fuß. Der Portugiese scheiterte aber nach einer starken Einzelleistung an SC-Torwart Florian Müller. Nur Sekunden später war der Keeper bei einem Kopfball von Martin Hinteregger nach einer Ecke erneut zur Stelle. Zu Beginn des zweiten Durchgangs brachte Hütter Daichi Kamada für Aymen Barkok, der als Folge einer Verwarnung in der ersten Hälfte im kommenden Spiel am Samstag bei Arminia Bielefeld gesperrt sein wird. Kamada hatte schon nach 30 Sekunden eine erste Möglichkeit. Auf der Gegenseite traf Petersen fünf Minuten nach seiner Einwechslung. Als Reaktion auf den Rückstand kam Jovic in der 66. Minute für Hasebe. Nach einem Schuss von Kamada bugsierte Schlotterbeck den Ball über die eigene Torlinie.

Arminia Bielefeld - VfB Stuttgart 3:0 (1:0)

Arminia Bielefeld - VfB Stuttgart 3:0 (1:0)

Tore: 1:0 Klos (27.), 2:0 Kempf (47., Eigentor), 3:0 Doan (86.)
Bielefeld:
Ortega - Brunner, Pieper, Nilsson, Laursen - Kunze, Hartel (89. van der Hoorn) - Doan (89. Soukou), Yabo (62. Gebauer) - Klos (81. Seufert), Cordova (62. Schipplock); Trainer: Neuhaus.
Stuttgart: Kobel - Stenzel (57. Klement), Anton, Kempf - Coulibaly (57. Massimo), Endo, Mangala, Sosa (64. Churlinov) - Förster (64. Didavi), Klimowicz - Kalajdzic; Trainer: Matarazzo.
Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen)
Gelbe Karten: Yabo

Arminia Bielefeld hat das Duell der Aufsteiger deutlich für sich entschieden und die Hinrunde auf einem Nichtabstiegsplatz beendet. Die Mannschaft von Trainer Uwe Neuhaus setzte sich mit 3:0 (1:0) gegen den VfB Stuttgart durch, hat nun zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsrang - und liegt satte zehn Zähler vor Platz 17. Kapitän Fabian Klos (27.) traf zunächst für die Gastgeber, VfB-Verteidiger Marc Oliver Kempf baute durch ein Eigentor die Bielefelder Führung aus (47.), ehe Ritsu Doan (86.) den höchsten Bundesliga-Sieg der Arminia seit November 2006 perfekt machte. Für die Stuttgarter, die sich mit 22 Zählern im Mittelfeld halten, war es erst die zweite Auswärtsniederlage.

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In der vergangenen Saison war Bielefeld als Zweitligameister mit zehn Punkten Vorsprung auf den VfB aufgestiegen, vor dem Wiedersehen der beiden Mannschaften im Oberhaus hatte Pellegrino Matarazzo trotz der veränderten Ausgangslage noch vor dem "unangenehmen Gegner" gewarnt: "Die kontrollierte Spielweise, die Bielefeld in der zweiten Liga hatte, haben sie auch weiterhin." Matarazzo musste dabei nach dem 2:2 gegen Borussia Mönchengladbach auf seine beiden gelbgesperrten Torschützen Nicolas Gonzalez und Silas Wamangituka verzichten, ohne die beiden Offensivspieler fehlte es Stuttgart zunächst an der nötigen Durchschlagkraft. Doch die Gäste versuchten von Beginn an die Partie zu kontrollieren, wurden im Spielaufbau jedoch zunächst von den Ostwestfalen früh gestört.

Die erste Gelegenheit verpasste aus Stuttgarter Sicht Mateo Klimowicz (6.), wenig später scheiterte Sasa Kalajdzic an Keeper Stefan Ortega (16.). Während Stuttgart allmählich besser in die Partie fand, ließ sich Bielefeld immer tiefer in die eigene Hälfte drängen. Kurz darauf waren es aber doch die Gastgeber, die in Führung gingen. Nach einer Hereingabe von Jacob Laursen traf Klos aus nächster Distanz. Die Chance für einen Doppelschlag verpasste wenig später Sergio Cordova, der knapp am Tor vorbeischoss (28.). Bielefeld wurde in der Folge mutiger, Ortega parierte den Abschluss von Philipp Förster (39.). Gleich zu Beginn der zweiten Hälfte sorgte Kempf, der den Ball unglücklich ins eigene Tor lenkte, für den nächsten Rückschlag. Bielefeld verteidigte weiter kompakt, Stuttgart fand vorne zunächst keine Lösungen, im Tor verhinderte Gregor Kobel einen erneuten Treffer von Klos (58.). Kalajdzic zwang Ortega noch einmal zu einer starken Parade (72.), Bielefeld versuchte es zunächst weiter auch nach vorne - und schlug nochmal zu.

Quelle: ntv.de, tno/sid