Fußball

Kritik an Barca, Referee & Bayern Atlético wittert Verschwörung der Topklubs

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Felix Brych zeigte Atleticos Fernando Torres in der 35. Minute eine harte, aber vertretbare zweite Gelbe Karte.

(Foto: dpa)

Fernando Torres ist Atléticos tragischer Held im Viertelfinal-Hinspiel in Barcelona. Erst trifft er für die Madrilenen, dann trifft er seine Gegner und sieht Gelb-Rot. In Überzahl siegt Barca noch - und Atlético beklagt eine "Diktatur der Großvereine", initiiert vom FC Bayern.

Atlético Madrid hat nach seiner 1:2-Niederlage im Champions-League-Spiel beim FC Barcelona scharfe Kritik am deutschen Schiedsrichter Felix Brych geübt. Der Bundesliga-Referee habe im Viertelfinal-Hinspiel mit zweierlei Maß gemessen, beklagte der Geschäftsführer des Tabellenzweiten der spanischen Fußball-Liga, Miguel Angel Gil Marín.

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"Der FC Barcelona hat eine solche Protektion (durch den Schiedsrichter) nicht nötig", meinte der Atlético-Manager. Er bezog sich damit vor allem auf die Gelb-Rote Karte für den Atlético-Torschützen Fernando Torres. Der hatte nach seinem Führungstor in der 25. Minute für zwei Fouls binnen sechs Minuten jeweils Gelb gesehen und war nur zehn Minuten nach seinem Tor vom Platz geflogen. Die zweite Gelbe Karte werteten die n-tv.de Schiedsrichterexperten "Collinas Erben" zwar als harte Entscheidung, aber regelkonform.

Torres fühlte sich klar benachteiligt. "Auf der anderen Seite wären die Karten nicht gegeben worden", schimpfte er: "Mit elf Mann hätten wir das Spiel ohne Zweifel gewonnen." Auch sein Teamkollege Filipe Luis beklagte eine Ungleichbehandlung: "Ich weiß nicht, was Barca-Spieler tun müssen, um vom Platz geschickt zu werden", meckerte er und spielte damit auf vermeintliche Attacken des Doppeltorschützen Luis Suárez (63./74.) gegen Atléticos Abwehrstrategen Juanfran an.

Auf der anderen Seite fiel die Einschätzung von Brychs Leistung natürlich etwas anders aus. "Beide Gelbe Karten waren berechtigt", sagte Barca-Trainer Luis Enrique sichtlich erleichtert, nachdem sein Starensemble die Partie noch gedreht hatte. Nach erheblichen Startschwierigkeiten nahm die Wucht der Barca-Angriffe in Überzahl immer mehr zu, Resultat waren die Pflichtspieltore Nr. 43 und 44 von Suarez im zweiten Durchgang. "Wir haben mit Begeisterung gespielt, aber auch mit einem kühlen Kopf - wenn man nur mit dem Herzen spielt, ist es gefährlich", sagte Enrique.

Verdacht auf Verschwörung

Atléticos Gil Marín beließ es hingegen nicht bei der Schiedsrichterschelte. Er äußerte gar den Verdacht, sein Club könne das Opfer einer Verschwörung sein. "Der FC-Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge will, dass die Clubs ins Halbfinale kommen, von denen er meint, dass sie das Kommando führen", behauptete der Atlético-Manager. "Und das wird letzten Endes auch eintreten." Der Fußball dürfe jedoch nicht von einer "Diktatur der Großvereine" beherrscht werden. "Der Fußball gehört allen, und so muss es auch bleiben."

Bayern-Boss Rummenigge hatte nach dem Einzug der Münchner ins Viertelfinale der Champions League eine Modifizierung der Auslosung gefordert. "Was mir dabei nicht gefällt: Wir sind alle abhängig vom Schicksal. Die Uefa sollte sich überlegen, ob man irgendwann auch mal über Setzlisten oder etwas Ähnliches nachdenkt", sagte Rummenigge nach dem hochdramatischen 4:2 (2:2, 0:2) nach Verlängerung im Achtelfinal-Rückspiel gegen Juventus Turin. Er habe in der ersten K.o.-Runde "Spiele gesehen, da habe ich fast abgeschaltet. Und heute fliegt eine Mannschaft raus, die letztes Jahr im Finale war", ergänzte Rummenigge. Das sei "nicht mehr tragbar. Mir reicht es langsam mit dem Schicksal".

Quelle: ntv.de, cwo/dpa