Fußball

Auswärtiges Amt kontert Ungarn Auf einmal schützt Heiko Maas Hertha BSC

imago1001296650h.jpg

Wegen Zsolt Petrys Kommentaren mischte sich nun selbst das Bundesaußenministerium ein.

(Foto: imago images/Christian Schroedter)

Die Debatte um Herthas Entlassung seines ungarischen Torwarttrainers zieht immer größere Kreise: Nachdem sich erst die ungarische Regierung eingemischt und Anspielungen auf den Nationalsozialismus gemacht hat, springt nun das deutsche Außenministerium in die Bresche.

Die Bundesregierung hat Äußerungen der ungarischen Regierung zur Freistellung des Torwarttrainers Zsolt Petry durch Fußball-Bundesligist Hertha BSC kritisiert. Sie seien "in keiner Weise nachvollziehbar", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts, Christopher Burger, in Berlin stellvertretend für seinen Chef, den Bundesaußenminister Heiko Maas. Das habe der Geschäftsträger der deutschen Botschaft in Budapest bei einem Gespräch im ungarischen Außenministerium am Donnerstag auch deutlich gemacht. "Die Anspielung insbesondere auf den Nationalsozialismus weisen wir in aller Deutlichkeit zurück."

Der ungarische Torwarttrainer Petry hatte sich in einem Interview der regierungsnahen ungarischen Tageszeitung "Magyar Nemzet" unter anderem zum Thema Zuwanderung geäußert. Er hatte auch den Einsatz von Landsmann Peter Gulacsi, Nationalkeeper und Torwart von Bundesligist RB Leipzig, für einen Verein kritisiert, der unter anderem die Homo-Ehe unterstützt.

Das ungarische Außenministerium hatte das Vorgehen von Hertha BSC als Eingriff in die Meinungsfreiheit kritisiert: Deutschland und Ungarn hätten "direkte historische Erfahrungen mit dem größtmöglichen Meinungsterror, (...) weswegen die Überwachung des Grundrechts der Redefreiheit unsere gemeinsame moralische Pflicht ist", hieß es in einer Stellungnahme. "Unabhängig von der weltanschaulichen Basis ist die Beschränkung der Meinungsäußerung für die Ungarn inakzeptabel, weil sie ein System heraufbeschwört, wogegen Tausende unserer Landsleute ihr Leben geopfert haben."

"Langsam stürzt die große Heuchelei in Sachen Presse- und Meinungsfreiheit zusammen: Ein Fußballer darf ruhig sagen, dass die Familie eine Familie ist (Anmerkung: Anspielung auf den Wahlspruch des Vereins für Homo-Ehe), aber er wird hinausgeworfen, wenn er gegen den liberalen Mainstream zu Familie und Migration Stellung nimmt", sagte Ungarns Außenminister Peter Szijartó.

Quelle: ntv.de, dbe/dpa

ntv.de Dienste
Software
ntv Tipp
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.