Fußball

"So kann uns niemand aufhalten" BVB-Torjäger nehmen Bayern-Fährte auf

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Fünf Tore schoss der BVB in Wolfsburg nach den Schützenfesten gegen Warschau und Darmstadt. Das nennt man einen Dauerrausch.

(Foto: dpa)

6:0, 6:0, 5:1: Mit gnadenloser Effizienz und einem bärenstarken Torwart Roman Bürki feiert Borussia Dortmund in der Festung Wolfsburg das nächste Schützenfest. Jetzt wächst der Glaube, dass Bayern doch zu knacken sein könnte.

Spitzenreiter für 24 Stunden? Davon wollte Thomas Tuchel nichts wissen. "Unser Blick gilt nicht der Tabelle, sondern dem nächsten Spiel am Freitag gegen Freiburg", beteuerte der Trainer von Borussia Dortmund nach dem glanzvollen 5:1 (2:0)-Kantersieg seiner Profis beim VfL Wolfsburg. Doch das schelmische Grinsen verriet ihn.

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Trainer Thomas Tuchel und sein runderneuerter BVB treffen derzeit nach Belieben, auch wenn es defensiv gegen Wolfsburg nicht immer stimmte.

(Foto: AP)

6:0, 6:0, 5:1 - mit der dritten Tor-Gala binnen sieben Tagen, das wusste Tuchel nur zu gut, unterstrich der BVB beim Champions-League Anwärter endgültig seine Ambitionen: Mit gnadenloser Effizienz und einem bärenstarken Roman Bürki im Tor dürfte der Vizemeister in dieser Saison ein ernsthafter Herausforderer von Bayern München werden. "Wir denken von Spiel zu Spiel, das ist das Ausschlaggebende. Wir können guter Dinge sein", sagte Weltmeister Mario Götze.

Ganz breite Spitze

Das Erfolgsgeheimnis der (tor-)hungrigen Dortmunder liegt in der neuen Ausgeglichenheit im Team. Während Stars wie Shinji Kagawa, Gonzalo Castro und Sebastian Rode in Wolfsburg zunächst draußen saßen, wirbelten sich mit dem 19-jährigen Ousmane Dembélé und dem 22-jährigen Raphael Guerreiro erneut die Jungspunde in den Vordergrund. Beide trafen, der Portugiese Guerreiro legte obendrein noch zwei Tore auf.

"Wir haben riesige Qualität auch in der zweiten und dritten Reihe. Egal wer reinkommt, das passt einfach", sagte Keeper Bürki. Es passt vor allem auch bei ihm selbst. Bürki, der in diesen Wochen endgültig aus dem Schatten von Klub-Ikone Roman Weidenfeller tritt, vereitelte am Dienstagabend etliche Großchancen der Wolfsburger und war damit ein Garant für den vorübergehenden Sprung der Borussia an die Tabellenspitze. "Ich bin glücklich über seine Entwicklung", sagte Tuchel: "Im zweiten Jahr hat er eine bemerkenswerte Entwicklung als Mensch, als Persönlichkeit, als Torhüter und als Spieler gemacht. Seine Leistung ist ein absolutes Extralob wert."

"Viele Dinge, die es zu verbessern gilt"

Eine Woche vor dem Königsklassen-Kracher gegen Real Madrid warnte Tuchel bei allem Lob aber vor Überheblichkeit. "Es gibt viele Dinge, die es zu verbessern gilt", sagte der 43-Jährige. Sein Team habe trotz des deutlichen Sieges viel "leiden" müssen: "Wir haben zu viele hochkarätige Chancen zugelassen." Dortmund könne den Sieg "einordnen, das Spiel stand lange auf des Messers Schneide", sagte Tuchel.

Während sich der Coach und die meisten seiner Spieler in Zurückhaltung übten, sprach nur Doppel-Torschütze Pierre-Emerick Aubameyang aus, was alle dachten. "Wenn wir so weitermachen, kann uns niemand aufhalten", sagte er im Überschwang des nächsten Schützenfestes.

Einen Torjäger wie den Mann aus Gabun wünschen sie sich in Wolfsburg auch. Denn wie schon in Hoffenheim (0:0) scheiterten die Wölfe einmal mehr an der miserablen Chancenverwertung. Vor allem Nationalspieler Mario Gomez vergab erneut beste Möglichkeiten. "Ich bin hier, um Tore zu schießen. Dass es wieder nicht geklappt hat, tut mir leid für die Fans", sagte der weiterhin glücklose VfL-Neuzugang bei Sky.

Quelle: ntv.de, Christoph Stukenbrock, sid