Fußball

Riesenkrach bei Ajax Amsterdam BVB verpflichtet Bosz als Tuchel-Nachfolger

Ein Streit innerhalb des Trainerteams bei Ajax Amsterdam spielt dem Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund in die Karten. Trainer Peter Bosz verlässt den Europa-League-Zweiten und soll noch heute beim BVB vorgestellt werden.

Peter Bosz verlässt nach einem Riesenkrach Ajax Amsterdam und wird neuer Trainer beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, heißt es übereinstimmenden Medienberichten zufolge. Eine Bestätigung des Klubs steht noch aus. Bosz, der in der Endphase seiner aktiven Laufbahn 1998 kurz bei Hansa Rostock unter Vertrag gestanden hatte, spricht fließend Deutsch und steht für eine offensive und aggressive Spielweise.

Der 53 Jahre alte Niederländer erhält als Nachfolger des entlassenen Thomas Tuchel demnach einen Zweijahresvertrag. Ajax-Co-Trainer Hendrie Krüzen begleitet seinen Chef ins Ruhrgebiet. Das Duo betreute den niederländischen Rekordmeister eine Saison lang und führte ihn ins Europa-League-Finale. Bosz war bei Ajax im vergangenen Jahr Nachfolger von Frank de Boer geworden. Er ist der zweite niederländische Trainer bei Borussia Dortmund nach Bert van Marwijk (2004-2006). Bosz hatte zuvor ein Angebot von Bayer Leverkusen abgelehnt.

Spieler und Fanvertreter wollten Bosz halten

Ein Grund für den Abschied aus Amsterdam ist ein Streit innerhalb des Trainerteams. Bosz und sein Assistent Krüzen haben offenbar eine andere Spiel- und Trainingsphilosophie als die ständigen Ajax-Trainer Dennis Bergkamp, Hennie Spijkerman, Carlo l'Ami und Björn Rekelhof. Bosz fühlte sich von der Ajax-Direktion in der Auseinandersetzung nicht vollständig unterstützt. Versuche, einen Kompromiss zu finden, scheiterten. Zwischen den beiden Parteien habe es kaum noch Kontakt gegeben.

Die Erfolge maskierten die Situation. Nach der Niederlage im Europa-League-Finale gegen Manchester United hatte Bosz noch öffentlich erklärt, dass er zufrieden sei und seinen Vertrag einhalten werde. Er habe bewusst keine Ausstiegsklauseln aufnehmen lassen. Der Vertrag von Peter Bosz, der perfekt deutsch spricht, lief noch bis 2019.

Ajax hat sich bislang zu den Vorgängen noch nicht geäußert. Der Vorstand war erst in letzter Minute über die Situation informiert worden. Er setzte sich gemeinsam mit den Spielern und den Fanvertretern intensiv für Bosz ein. Der Verein soll nun von Dortmund eine Ablösesumme in Höhe von fünf Millionen Euro verlangen.

Ein Deutscher ist offenbar Favorit für dessen Nachfolge. Ajax-Sportdirektor Edwin van der Sar, der Bosz noch zum Bleiben überreden wollte, soll mit dem Ex-Trainer von Bayer Leverkusen, Roger Schmidt, bereits Kontakt aufgenommen haben.

Quelle: ntv.de, ara/sid