Fußball

Wenn der Gegner besser ist Barça knockt den BVB locker aus

5aa07c09edb3b54afb448fae19d80a6a.jpg

Torschützen unter sich: Luis Suarez und Lionel Messi, FC Barcelona.

(Foto: dpa)

Was tun, wenn beim FC Barcelona Luis Suarez, Lionel Messi und Antoine Griezmann aufdrehen? Borussia Dortmund findet im Champions-League-Spiel im Camp Nou darauf keine passende Antwort. Dennoch dürfen der Fußball-Bundesligist und Trainer Lucien Favre weiter auf das Achtelfinale hoffen.

Der Arbeitsplatz von Trainer Lucien Favre bei Borussia Dortmund ist nach einer Gala von Lionel Messi immer stärker in Gefahr. Der kriselnde Fußball-Bundesligist verlor gegen den spanischen Meister FC Barcelona 1:3 (0:2) und droht damit das Achtelfinale in der Champions League zu verpassen. Für Favre wird es immer enger, nachdem die Kritik in den vergangenen Wochen schon stark zugenommen hatte. Während Barça beim 700. Pflichtspiel des überragenden Messi das Weiterkommen perfekt machte, fällt für den BVB die Entscheidung erst im letzten Spiel am 10. Dezember gegen Slavia Prag. Er ist dabei sogar auf Hilfe von Barcelona im Parallel-Spiel bei Inter Mailand angewiesen.

Barça - BVB 3:1 (2:0)

Tore: 1:0 Suarez (29.), 2:0 Messi (33.), 3:0 Griezmann (67.), 3:1 Sancho (77.)
FC Barcelona: ter Stegen - Roberto, Umtiti, Lenglet, Firpo - Busquets - Rakitic (78. Vidal), de Jong - Messi, Suarez, Dembele (26. Griezmann) - Trainer: Valverde
Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek (76. Zagadou), Akanji, Hummels, Guerreiro - Weigl, Witsel - Hakimi, Reus, Schulz (46. Sancho) - Brandt - Trainer: Favre
Schiedsrichter: Clement Turpin (Frankreich)
Zuschauer: 90.071 im Camp Nou

Ob Favre dann noch auf der Bank sitzen wird, erscheint fraglich. "Worte allein helfen nicht, jetzt brauchen wir die entsprechende Leistung und die Ergebnisse", hatte Sportdirektor Michael Zorc den Ernst der Lage betont. Eine weitere Niederlage bei Hertha BSC am Samstag darf sich Favre kaum mehr erlauben, nachdem es zuletzt in der Liga beim FC Bayern (0:4) und gegen den SC Paderborn (3:3) alarmierende Auftritte gegeben hatte.

In Barcelona besiegelten Luis Suárez in der 29., Messi in der 33. und Antoine Griezmann in der 67. Minute vor 90.071 Zuschauern im Nou Camp die verdiente BVB-Niederlage. Der Dortmunder Treffer von Jadon Sancho (77.) war zu wenig. Für den Unterschied sorgte mal wieder Messi, der bei seinem Jubiläum an nahezu allen Aktionen beteiligt war. Die Tore von Suárez und Griezmann legte der Argentinier auf, den zweiten Treffer erzielte Messi nach Zuspiel seines kongenialen Partners aus Uruguay selbst. Es war bereits sein 609. Treffer im Trikot der Blaugrana. Entsprechend wurde der Genius mit der Nummer zehn gefeiert.

"In Topform ist Messi der Beste"

"Wir haben kein schlechtes Spiel hingelegt, aber auch kein gutes. Barça war immer gefährlich mit Messi. Nach dem 0:1 hatten wir eine schlechte Phase, gekrönt von meinem Fehlpass. Das darf nicht passieren. Dann verliert man zurecht. Das wurmt mich", sagte Hummels und fügte hinzu: "In Topform ist Messi der beste Fußballer, den ich je gesehen habe. Sehr schwierig zu verteidigen, eine große Herausfordferung, die wir nicht gemeistert haben. Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, das ist schade."

imago45255068h.jpg

Tja, dieser Messi.

(Foto: imago images/Kirchner-Media)

Für die Dortmunder Hintermannschaft blieb gegen Messi allzu oft nur die Statistenrolle. Dabei begann es für den BVB ganz vielversprechend. Nach einem Fehler des Ex-Schalkers Ivan Rakitic marschierte Achraf Hakimi Richtung Barca-Tor und legte nach gut einer Minute für Nico Schulz auf. Dessen Schuss klärte aber der französische Weltmeister Samuel Umtiti auf der Linie für den geschlagenen deutschen Nationalkeeper Marc-André ter Stegen.

Hakimi war anstelle des formschwachen englischen Nationalspielers Jadon Sancho ins Team gerückt. "Wir brauchen Spieler auf dem Platz, die fokussiert und bereit sind", hatte Favre seine Personalentscheidung begründet. Nach dem frühen BVB-Ausrufezeichen verlagerte sich das Geschehen aber schnell in die andere Hälfte. In der 22. Minute hatten die Westfalen noch Glück, dass Suárez bei seinem Tor im Abseits stand. Den Pass hatte natürlich Messi gespielt. Sieben Minuten später half aber auch der Video-Schiedsrichter nicht mehr.

074e7d760d47dd1117eb7cd3cad3386f.jpg

Und Griezmann freut sich.

(Foto: REUTERS)

Zu der Zeit war der Ex-Dortmunder Ousmane Dembélé nicht mehr im Spiel. Der Franzose, der sich einst den Wechsel nach Barcelona erstreikt hatte, musste nach einem Zweikampf mit Raphael Guerreiro verletzt vom Feld (25.). Es kam Griezmann ins Spiel, was keine wirkliche Schwächung der Gastgeber war. Griezmann hätte direkt nach Wiederanpfiff auch alles klar machen können, als er nach Zuspiel von Messi an Dortmunds Torhüter Roman Bürki scheiterte (46.).

Kurz darauf stand wieder Messi im Blickpunkt, allerdings in negativer Hinsicht: Der Superstar sah nach einer Schwalbe die Gelbe Karte. Und der BVB? Die Dortmunder gaben sich nicht geschlagen und hatten durch Julian Brandt sogar eine Großchance, als ter Stegen stark parierte (61.). Doch schon kurz darauf war das Spiel entschieden. Messi, der sogar Kopfballduelle im Dortmunder Strafraum gewann, legte für Griezmann den Ball bestens auf. Ein weiteres Messi-Tor verhinderte die Latte.

Quelle: ntv.de, Heinz Büse und Stefan Tabeling, dpa