Fußball

VAR, Elfmeter und Aluminiumpech Bayern und RB liefern sich wildes Spektakel

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Diego Demme und Thomas Müller stehen stellvertretend für das intensive Ringen des FC Bayern mit den RB Leipzig.

(Foto: dpa)

In der ersten Halbzeit total einseitig, in der zweiten Hälfte ein offener Schlagabtausch: Der FC Bayern verpasst bei RB Leipzig den Sprung an die Tabellenspitze. Zwei Entscheidungen von Schiedsrichter Sascha Stegemann sorgen derweil auf spielentscheidendes Aufsehen.

Der FC Bayern läuft in der Fußball-Bundesliga der Tabellenführung hinterher. Die Münchner kamen im Topspiel des vierten Spieltages bei RB Leipzig trotz überragender Dominanz in der ersten Halbzeit nicht über ein 1:1 (1:1) hinaus. Vor den Augen von Bundestrainer Joachim Löw brachte Robert Lewandowski in der dritten Minute die Gäste mit seinem siebten Saisontor in Führung. Emil Forsberg (45.+3) glich per Foulelfmeter aus.

RB Leipzig - Bayern München 1:1 (1:1)

Tore: 0:1 Lewandowski (3.), 1:1 Forsberg (45.+3, Foulelfmeter)
Leipzig:
Gulacsi - Klostermann (46. Demme), Mukiele, Konate, Orban, Halstenberg - Sabitzer, Laimer, Forsberg (69. Nkunku) - Poulsen (81. Cunha), Timo Werner. - Trainer: Nagelsmann.
München: Neuer - Pavard, Süle, Jerome Boateng, Hernandez - Kimmich, Thiago (88. Coutinho)- Gnabry (62. Davies), Thomas Müller (63. Tolisso), Coman - Lewandowski. - Trainer: Kovac.
Schiedsrichter: Stegemann (Niederkassel)
Zuschauer: 42.146 (ausverkauft)

Kurz vor der Pause hatte Schiedsrichter Sascha Stegemann einen Strafstoß für die Bayern nach Videobeweis zurückgenommen. "In der zweiten Halbzeit haben wir besseren Fußball gespielt und mehr Mut gehabt. Tabellenführer nach vier Spieltagen zu sein, ist natürlich sehr schön", sagte Forsberg. Bayerns Trainer Niko Kovac sah eine "fantastische erste Halbzeit", zeigte sich aber insgesamt "enttäuscht und verärgert" über den verpassten Sieg. "Wir haben zwei Punkte weniger als eingeplant."

Die Gäste mussten auf David Alaba verzichten, der sich beim Aufwärmen eine Muskelverletzung an den Adduktoren zugezogen hatte. Für den Österreicher kam Jérôme Boateng  zu seinem ersten Spiel in dieser Saison. Philippe Coutinho saß bis zur 88. Minute auf der Bank, da er nach seinen Einsätzen für die brasilianische Nationalelf nicht hundertprozentig  fit war. Für ihn begann Thomas Müller im zentralen, offensiven Mittelfeld. Die 42.146 Zuschauer erlebten einen turbulenten Auftakt. Müller zog zunächst sehr clever die Fäden in der Zentrale und schickte nach einem Patzer von Lukas Klostermann Lewandowski auf die Reise. Der Pole ließ sich die Chance nicht nehmen und schob zum 1:0 ein. Eine Minute später vergab Klostermann, als er völlig freistehend am Tor vorbei zog. Lewandowski hatte weitere Chancen zum 2:0 (12./15.).

Zwei diskutable Entscheidungen

Der FC Bayern präsentierte sich mit hoher Laufbreitschaft und enorm passsicher, Leipzig wirkte vielleicht auch wegen des frühen Gegentreffers nervös, erlaubte sich Fehlpässe und verlor wichtige Laufduelle. In der Folge hielt Bayern den Ball geschickt in den eigenen Reihen, Leipzig verzichtete auf sein Power-Pressing, kam aber auch nur selten an den Ball.

Kurz vor der Pause sorgten zwei Elfmeter-Entscheidungen für Aufregung. Nachdem Stegemann zunächst den Strafstoß für Bayern in Folge einer Attacke von Marcel Sabitzer gegen Weltmeister Lucas Hernandez zurückgenommen hatte, entschied er nach einem Zweikampf zwischen Yussuf Poulsen und Hernandez etwas glücklich zugunsten der Leipziger auf Strafstoß. Forsberg ließ sich die Chance nicht nehmen.

Zur zweiten Halbzeit ließ Nagelsmann Pechvogel Klostermann draußen, und Leipzig fand endlich in der Offensive statt. Die Gastgeber wurden immer stärker, einen Flatterball von Sabitzer konnte Neuer mit toller Reaktion noch abwehren (60.). Es entwickelte sich ein echtes Topspiel mit Chancen auf beiden Seiten. Kingsley Coman (78.) traf mit einem abgefälschten Schuss nur die Latte. Torwart Peter Gulasci lenkte den Ball entscheidend ab. Danach scheiterte RB-Torjäger Timo Werner (89.) freistehend an Manuel Neuer. In der Nachspielzeit köpft Süle einen Freistoß von Kimmich an den Pfosten.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa/sid

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