Fußball

Klub-WM der FrauenBericht: Katar peilt den nächsten Fußball-Aufreger an

12.01.2026, 17:43 Uhr
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Während Frauen in Katar immer noch diskriminiert werden, lockte das kroatische Model Ivana Knoll bei der WM 2022 viele Blicke an. (Foto: IMAGO/Bildbyran)

Frauen in Katar werden noch immer stark diskriminiert, dennoch will das Emirat nun die erste Klub-Weltmeisterschaft bei den Frauen ausrichten. Die FIFA pflegt einen guten Kontakt zum Wüstenstaat, wo das Frauen-Nationalteam seit 2014 kein Spiel mehr ausgetragen hat.

Katar bemüht sich offenbar um die Austragung der ersten Klub-Weltmeisterschaft bei den Frauen. Das berichtet der britische "Guardian". Demnach führe der umstrittene Gastgeber der Männer-WM 2022 bereits Gespräche mit dem Fußball-Weltverband FIFA. Das Turnier soll vom 5. bis zum 30. Januar 2028 erstmals ausgetragen werden, zu einem möglichen Bewerbungsverfahren für potenzielle Ausrichter machte die FIFA bislang keine Angabe.

Katar richtet seit Jahren internationale Turniere aus und pflegt enge Beziehungen zum Weltverband. Zuletzt wurde dort etwa der FIFA-Interkontinental-Pokal zwischen Paris Saint-Germain und CR Flamengo ausgespielt, die WM der männlichen U17 wird bis 2029 in Katar ausgetragen. Laut "Guardian" soll Katar zudem Interesse an der Ausrichtung der Klub-WM der Männer im Jahr 2029 bekundet haben, diese soll aber in der nördlichen Hemisphäre stattfinden.

Dem Bericht zufolge teilten FIFA-Quellen mit, dass noch keine "formellen Angebote" eingegangen seien. Die Klub-WM dürfte für eine verlängerte Winterpause in den europäischen Ligen sorgen, zu den Teilnahmebedingungen ist bislang noch wenig bekannt.

Kritik für Katar wegen Frauen-Diskriminierung

Eine Vergabe an Katar, das rund um die WM 2022 auch aufgrund der Diskriminierung von Frauen und queeren Menschen in der Kritik stand, könnte abermals zu Kontroversen führen. Das Emirat hatte 2009 im Zuge der WM-Bewerbung ein Frauen-Nationalteam ins Leben gerufen, dieses absolvierte seit 2014 aber kein Spiel mehr und wird nicht in der FIFA-Weltrangliste geführt. Eine Frauen-Liga gibt es in Katar, allerdings wird diese nicht im TV übertragen.

Menschenrechtsorganisationen werfen Katar noch immer schwere Missstände im Hinblick auf Frauenrechte vor. Human Rights Watch kritisierte mehrfach ein System "männlicher Vormundschaft" im Emirat, das Frauenrechte stark einschränke und etwa Frauen wichtige Entscheidungen über ihr Leben - beispielsweise Heiraten, Studieren, Arbeiten und Reisen - verwehre, wenn nicht der männliche Vormund zugestimmt hat. Sport dürfen Frauen meist ohne Zustimmung eines Mannes betreiben, allerdings gilt dies teilweise als "unrein".

In einem Bericht über den Nahen Osten aus dem April 2024 schrieb Amnesty International, dass Arbeitsmigrantinnen und Arbeitsmigranten in Katar "nach wie vor unter extremer Ausbeutung, Lohndiebstahl [...] und fristlosen Entlassungen sowie unter Diskriminierung, unzumutbaren Unterkünften, körperlicher und seelischer Misshandlung und mangelnder Gesundheitsversorgung" litten. Am stärksten betroffen von diesen Missständen sind laut des Berichts Hausangestellte, "von denen die meisten Frauen waren".

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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