Fußball

"Hat er sich verdient" Boateng überrascht mit Aussage zu Löw

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Jérôme Boateng und Joachim Löw hatten gute Zeiten miteinander. Ob sie auch eine gemeinsame Zukunft haben, ist weiter unklar.

(Foto: dpa)

Joachim Löw darf Bundestrainer bleiben und den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Für Jérôme Boateng bedeutet das erst mal nichts Gutes, hatte Löw ihn doch einst ohne Aussicht auf Wiederkehr aussortiert. Doch für den Bayern-Verteidiger ist das offenbar kein Grund, nachtragend zu sein.

Für Jérôme Boateng war es wohl eher eine schlechte Nachricht, die gestern Nachmittag vom DFB aus der Otto-Fleck-Schneise gesendet wurde: Bundestrainer Joachim Löw werde die Mannschaft zur EM im Sommer führen. Damit sind die Chancen des Verteidigers des FC Bayern auf ein Comeback in der DFB-Elf wohl eher nicht gestiegen. Zur Erinnerung: Löw hatte Boateng - gemeinsam mit den beiden anderen Rio-Weltmeistern Thomas Müller und Mats Hummels - nach der verpatzten Weltmeisterschaft 2018 aussortiert.

Offenbar ist Boateng aber nicht nachtragend: "Ich freue mich, dass Jogi weitermachen darf. Er hat sich dieses Vertrauen in ihn in der Vergangenheit verdient", sagte der Verteidiger des deutschen Fußball-Rekordmeisters gegenüber der "Bild"-Zeitung.

"Es ist nicht durchdacht"

Auch Löws Vor-Vorgänger Rudi Völler sprach von einer "richtigen Entscheidung". Er sei überzeugt, dass Löw mit seiner Mannschaft eine gute EM spiele, so der frühere Weltklasse-Stürmer. Ex-DDR-Auswahlcoach Eduard Geyer gab indes zu bedenken, dass Löw "schwer angeknockt" sei. "Es ist nicht durchdacht, wenn der DFB jetzt schon von der WM 2022 spricht", ergänzte Geyer.

Der DFB hatte zuvor Löw trotz der geschichtsträchtigen 0:6-Niederlage in Spanien das Vertrauen ausgesprochen und erklärt: "Zustimmung erhält auch die Einschätzung des Bundestrainers, dass nachfolgende Turniere - konkret die WM 2022 in Katar und die EM 2024, die im eigenen Land stattfindet - als Perspektiven und sportliche Ziele bereits zum jetzigen Zeitpunkt in den weiteren sportlichen und personellen Überlegungen eine Rolle spielen müssen."

"Alle Spieler können uns grundsätzlich helfen"

Das DFB-Präsidium habe außerdem "einvernehmlich festgehalten, den seit März 2019 eingeschlagenen Weg der Erneuerung der Nationalmannschaft mit Bundestrainer Joachim Löw uneingeschränkt fortzusetzen", hieß es in einer Mitteilung am Montag. Teil des Weges war auch das konsequente Festhalten an der Ausbootung der Weltmeister Boateng, Müller und Hummels.

Vor allem Müller und Hummels hatten sich in den vergangenen Monaten stark präsentiert, DFB-Kapitän Manuel Neuer hatte zuletzt ungewohnt offen für eine Rückkehr des Trios geworben: "Ich will nicht einen der drei Genannten hervorheben: Alle Spieler könnten uns grundsätzlich helfen, das haben sie ja oft genug bewiesen", sagte Neuer in einem Interview mit der "Sport Bild" - schon vor dem Debakel gegen Spanien. Löw hatte immerhin Anfang November im "Kicker" fabuliert, dass er "alternative Szenarien" überdenken werde, falls sich "eine völlig neue Situation" ergebe. Das Kommuniqué des DFB liest sich aber eher nicht so, als habe das schlimme 0:6, die höchste DFB-Pleite seit 1931, für eben jene "völlig neue Situation" gesorgt.

Löw ist seit mehr als 14 Jahren DFB-Chefcoach und krönte sich nach mehreren starken Turnieren 2014 mit dem WM-Titel in Brasilien. Ab dem WM-Vorrunden-Aus als Titelverteidiger in Russland 2018 wuchs die Kritik an dem Trainer. Löw vollzog während der EM-Qualifikation für das im Sommer 2021 bevorstehende Turnier einen Umbruch und sortierte unter anderen das Trio Mats Hummels, Boateng und Thomas Müller aus. Sein Kontrakt läuft noch bis 2022.

Quelle: ntv.de, ter

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