Fußball

Tag des offenen Tores in Liga 2 Bochum geht unter, Pauli rettet Remis

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Bitterer Tag für Peter Neururer und seine Bochumer.

(Foto: dpa)

Dreimal hatten Peter Neururer und sein VfL Bochum zuletzt in der Fremde gewonnen - doch in Heidenheim endet die Serie mit einem Knall. Leipzig verpasst trotz zweimaliger Führung den Sieg in Düsseldorf. Frankfurt und Pauli liefern sich ein torreiches Duell.

Retortenklub RB Leipzig hat trotz zweimaliger Führung den Sprung an die Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga verpasst. Am achten Spieltag kamen die Sachsen bei Fortuna Düsseldorf zu einem 2:2 (1:0) und sind nun mit 15 Punkten Zweiter hinter dem FC Ingolstadt (16). Die nun fünfmal in Folge ungeschlagene Fortuna belegt mit 13 Zählern Rang sieben.

Kurios: Beide Tore für Leipzig erzielte der etatmäßige Rechtsverteidiger Georg Teigl (18./61.), der in Abwesenheit von Top-Torjäger Youssuf Poulsen als Mittelstürmer agierte. 63 Sekunden vor dem 1:2 hatte die Fortuna durch Joel Pohjanpalo ausgeglichen, Charlison Benschop sicherte Düsseldorf endgültig den Punkt (86.). Poulsen erlitt im Abschlusstraining eine Muskelverletzung und stand nicht im Kader. "Das war eine reine Vorsichtsmaßnahme", sagte der 20-jährige Däne bei Sky.

Doch auch ohne den sechsfachen Torschützen waren die Gäste vom Anpfiff weg die überlegene Mannschaft. Einen mustergültigen Angriff schloss Aushilfs-Stürmer Teigl nach Hereingabe von Matthias Morys im Stile eines Torjägers ab. Doch auch Fortuna war vor 30.477 Zuschauern immer gefährlich. Kurz vor dem 0:1 hatte Erwin Hoffer die große Chance auf die Düsseldorfer Führung vergeben (15.), kurz nach der Pause Ben Halloran die auf den Ausgleich (50.). Der gelang dann dem zum dritten Mal in Folge erfolgreichen Pohjanpalo. Leipzig schlug eiskalt zurück, doch die Fortuna ließ sich nicht unterkriegen. Während Düsseldorf in Jonathan Tah und Axel Bellinghausen seine besten Kräfte hatte, überzeugten bei Leipzig vor allem Teigl und Tim Sebastian.

VfL schon zur Pause geschlagen

Die beeindruckende Auswärtsserie des VfL Bochum ist gerissen: Nach drei Siegen in Folge in fremden Stadien unterlagen die Westfalen 0:5 (0:4) beim 1. FC Heidenheim und verpassten die Rückkehr an die Tabellenspitze. Der heimstarke Aufsteiger, der im sechsten Pflichtspiel vor eigenem Publikum den fünften Sieg feierte, zog mit 14 Punkten am Ex-Bundesligisten vorbei und schob sich auf Platz vier. Patrick Mayer (9.), Marc Schnatterer (20., Foulelfmeter und 28.) und Florian Niederlechner (38.) sorgten vor 11.00 Zuschauern schon vor der Pause für klare Verhältnisse. Am Ende stand nach dem Treffer von Robert Leipertz (77.) der höchste Zweitliga-Sieg des Neulings, der am Mittwoch bereits den Bundesliga-Absteiger 1. FC Nürnberg mit 3:0 abgefertigt hatte.

Die Bochumer von Trainer Peter Neururer, die zuvor zwölf Tore bei ihren drei Auswärtssiegen erzielt hatten, erlebten eine rabenschwarze erste Hälfte. Zwei Treffer kassierte der VfL nach Eckbällen von Schnatterer. Vor dem 0:2 brachte Timo Perthel Meyer im Strafraum zu Fall. Vor dem dritten Gegentor leistete sich Anthony Losilla in der eigenen Hälfte einen kapitalen Fehlpass. 0:4 zur Halbzeit war der höchste Pausenrückstand der Bochumer Zweitligageschichte.

Nach dem Seitenwechsel verwalteten die Gastgeber den komfortablen Vorsprung nicht nur, sondern erspielten sich weitere hochkarätige Chancen. Bochum bemühte sich um Schadensbegrenzung, ohne das Heidenheimer Tor aber ernsthaft in Gefahr zu bringen. Beste Spieler im Team von Trainer Frank Schmidt waren Schnatterer und Mayer. Beim VfL fiel einzig Danny Latza positiv auf.

Achterbahnfahrt in Frankfurt

Der FSV Frankfurt und Trainer Benno Möhlmann haben einen Befreiungsschlag verpasst. Die Hessen kamen gegen den FC St. Pauli trotz einer tollen Aufholjagd nicht über ein 3:3 (1:2) hinaus und bleiben nach dem fünften Spiel in Folge ohne Sieg am Tabellenende der 2. Liga. Die Hamburger, die im vierten Spiel unter Trainer Thomas Meggle ihren zweiten Sieg verpassten, gingen zwar durch einen Doppelschlag von Christopher Nöthe (32./Foulelfmeter) und Marc Rzatkowski (35.) mit 2:0 in Führung. Doch Frankfurt kämpfte sich durch Joni Kauko (44.) und ein Eigentor von Philipp Ziereis zurück in die Partie. Vincenzo Grifo brachte den FSV per sehenswerter Direktabnahme aus 20 Metern (62.) sogar auf die Siegesstraße, ehe Dennis Daube in einer spannenden Schlussphase doch noch ausgleichen konnte (86.).

Beide Teams benötigten vor rund 8000 Zuschauern eine Weile, um auf Betriebstemperatur zu kommen. Erst nach einem Fallrückzieher von Edmond Kapllani, den St. Paulis Verteidiger Lasse Sobiech kurz vor der Linie klärte (26.), nahm die Partie Fahrt auf. Kurze Zeit später ging der Kiezklub zwar etwas überraschend in Führung, doch Frankfurt kämpfte sich immer besser in die Partie und stand kurz vor seinem zweiten Saisonsieg - bis Daube ausglich. Auffälligste Spieler der Hausherren waren Hanno Balitsch und Torschütze Grifo. Aufseiten der Hamburger überzeugten Sobiech und Rzatkowski.

Quelle: ntv.de