Fußball

Bizarrer Vorschlag von Experten Bundesliga-Profis könnten mit Maske spielen

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Kommt die Maskenpflicht?

(Foto: imago images/Future Image)

Die Deutsche Fußball-Liga will bei ihrer Wiederaufnahme des Spielbetriebs keinerlei Risiko eingehen. Ob eine Maskenpflicht für die Spieler da zielführend sein kann? Nun, zumindest regen Experten aus dem Arbeitsministerium das offenbar an.

Es soll wieder losgehen. Nein, es muss wieder losgehen. So sieht es Christian Seifert. Der Chef der Deutschen Fußball-Liga hat den vorgestellten Plan zur Wiederaufnahme der Fußball-Bundesliga und der 2. Liga als alternativlos bezeichnet. "Am Ende gab es darüber nicht sonderlich viel Diskussion, weil, ganz offen gestanden, es kann keine Alternative dazu geben. Es gab darüber keine größeren Diskussionen, weil jedem klar ist, dass das jetzt das Gebot der Stunde ist", sagte er bei Sky Sport News HD.

Die DFL will den Spielbetrieb trotz der Corona-Pandemie mit Geisterspielen wieder laufen lassen. Nun entscheidet die Politik über einen Neustart. Und aus der kommt derweil ein äußerst skurriler Vorschlag, wie "Der Spiegel" berichtet. Vom Referat Arbeitsschutz des Bundesarbeitsministeriums wird in einem internen Papier, das den Namen "Stellungnahme zum DFL Hygienekonzept zur Fortsetzung des Spielbetriebs" trägt, für die Fußballer das Tragen von Masken angeregt.

Als Alternative schlagen die Experten vor, dass der gesamte Betrieb, also die Teams und das Umfeld, bis zum Ende der Saison in eine dauerhafte Quarantäne geschickt werden könnten. In ein großes Hotel etwa. Während die zweite Alternative noch irgendwie umsetzbar erscheint, wirkt die erste Idee doch reichlich unpraktikabel.

Aber bitte nicht anfassen!

So zitiert "Der Spiegel" aus dem Papier: Spieler und Schiedsrichter sollen einen "sportgerechten Mund-Nasen-Schutz" verwenden, der allerdings nicht angefasst werden dürfe. Dabei solle es sich um Masken nach medizinischem Standard handeln. Denn sie dürften ja "auch bei Sprints, Kopfbällen und Zweikämpfen nicht verrutschen". Sollte das aber passieren, müsse das Spiel sofort unterbrochen werden. Außerdem müssten die Masken regelmäßig gewechselt werden, da sie "wegen des erhöhten Atemvolumens erheblich schneller durchfeuchten und damit unbrauchbar sind." Spätestens alle 15 Minuten müsse es eine Unterbrechung geben.

Eine solche Idee wurde im DFL-Konzept als Maßnahme aber nicht erwogen. "Die Prämisse war: Auf dem Platz bleibt alles unverändert", sagt DFB-Chefmediziner Tim Meyer, der das Konzept gestern mit vorgestellt hatte, im Interview mit der Deutschen Presseagentur: "Wenn Spieler mit Masken spielen würden, das fände aus meiner Sicht keine Akzeptanz." Das Spiel selbst solle möglichst authentisch bleiben. Das individuelle Infektionsrisiko beim Wettkampf stuft Meyer außerdem als ausgesprochen gering ein: "Aber natürlich liegt es nicht bei null. Null ist unmöglich in dieser Pandemie."

Wie das Arbeitsministerium dem "Spiegel" auf Anfrage mitteilte, handele es sich bei dem Papier um einen "ersten Arbeitsentwurf", der Minister Hubertus Heil noch nicht vorgelegt wurde. Das Ministerium wolle aber versuchen, "gemeinsam mit dem DFB zu einer praktikablen Lösung zu kommen".

Quelle: ntv.de, tno