Fußball

Des Bundestrainers Nagelfeile DFB-Elf und Löw spielen mit der Arroganz

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Joachim Löw, nicht immer auf der Höhe des Geschehens.

(Foto: imago/ActionPictures)

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft agiert in der EM-Quali gegen Gibraltar "an der Grenze zur Arroganz", kritisiert Bundestrainer Joachim Löw. Und er? Sitzt an der Seitenlinie und feilt sich seinen Fingernagel. Das ist überflüssig.

"Was wir an Chancen ausgelassen haben, war an der Grenze zur Arroganz." Das hat Bundestrainer Joachim Löw nach dem EM-Qualifikationsspiel gegen Gibraltar über die erste Halbzeit der Partie gesagt. In der Pause wurde Löw dann etwas lauter in der Kabine. "Deutlicher", wie er selbst sagt. Die DFB-Elf antwortete in Hälfte zwei mit Toren. Der Arroganz-Part verlagerte sich zugleich neben die Seitenlinie. Beides ist unnötig.

Es ist die 57. Minute, 4:0 steht es für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft. Alles geht seinen Gang, nachdem die Chancenverwertung der ersten Halbzeit eine Zumutung war. Auch einen Elfmeter verschoss Bastian Schweinsteiger gegen eine Fußballnation, die eben das ist: Nur im Fußball eine Nation; sonst unter Herrschaft der britischen Krone, um die Enge vom Atlantik zum Mittelmeer zu kontrollieren. Die südliche Spitze der iberischen Halbinsel ist 6,5 Quadratkilometer groß.

Bundestrainer Joachim Löw beobachtet also eine Partie gegen eine Mannschaft, die aus 30.000 Einwohnern ihre Amateure rekrutiert. Wirklich aufmerksam ist er jedoch nicht, denn plötzlich holt der Weltmeistertrainer eine Nagelfeile heraus und fängt in aller Seelenruhe an, sein persönliches System der Handpflege mit der Fußballwelt zu teilen.

Nagelfeile statt Pirouetten

Während auf dem Platz bei solch eindeutigen Spielständen auch gerne mal eine Pirouette für die Galerie gedreht wird, um den Gegner völlig zu demoralisieren und absolute Überlegenheit zu demonstrieren, ist das Desinteresse des Trainers an den Geschehnissen zumindest ungewöhnlich, wenn nicht sogar überheblich - oder mehr.

Allerdings: Die Löw'sche Nagelfeile könnte sich gut und gerne zum beliebten Trainer-Accessoire entwickeln. Oder vielleicht ein anderes Pflegeprodukt? Passend wäre dann eine Werbekampagne im Fernsehen. Der Traum jedes Sportvermarkters! Mit Spielern sind solche Dinge schwierig umzusetzen, die Akteure dürfen fast nichts mit aufs Grün nehmen. Und wer bei Anpfiff nicht gestylt ist, verlässt die balleske Show nach 90 Minuten ebenso, wie er sie betreten hat. Haare nachgelen? Nein. Tattoo-Outlines nachziehen? Wäre etwas kompliziert. Körperschmuck hinzufügen? Ach was.

Es gibt natürlich Ausnahmen wie Edgar Davids, der sich seine Sehschwäche zunutze machen konnte, einen Werbevertrag mit einem Brillenhersteller abschloss und eine Sondergenehmigung bekam. Auf der Trainerbank sind solche Dinge wesentlich einfacher. Joachim Löw weiß: Wenn das Spiel einseitig ist, halten die Kameras gerne auf den Übungsleiter.

Und dann? "Mir ist einfach ein Nagel abgebrochen", sagt Löw. "Das sollte nicht despektierlich sein." War es aber. Und er befand sich wie seine Spieler zuvor an der Grenze zur Arroganz. Das sollte dem Bundestrainer jemand sagen. Deutlich.

Quelle: ntv.de

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