Fußball

Nübel tritt Gacinovic um Das brutalste Foul des Jahres

Mit gestrecktem Bein voran rummst Schalke-Torwart Nübel in Frankfurts Gacinovic. Der Angreifer geht zu Boden, der Keeper sieht Rot. Während ein Schalker Ex-Trainer eine lange Sperre fordert, zeigt sich der Gefoulte nach einem kurzen Besuch im Krankenhaus versöhnlich.

Die wichtigste Nachricht zuerst: Mijat Gacinovic hat sich offenbar nicht allzu schwer verletzt. Was nicht selbstverständlich ist angesichts der Wucht, mit der der Fußballer von Eintracht Frankfurt am Sonntagabend getroffen wurde. Schalkes Torwart Alexander Nübel war in der 66. Minute weit aus seinem Tor geeilt, um einen Angriff der Eintracht zu unterbinden. Den Ball traf der 23-Jährige nicht - dafür aber aus vollem Lauf Gacinovic. Mit gestrecktem Bein voran rummste Nübel in die Brust des Frankfurters, sein Knie erwischte Gacinovic im Gesicht. Beide gingen zunächst zu Boden, nur Nübel stand wieder auf. Die 1:0-Führung der Königsblauen, die bis zum Abpfiff der Abschlusspartie des 15. Bundesliga-Spieltages Bestand hatte, schien da zunächst zweitrangig. Doch noch am späten Abend gab der Gefoulte selbst Entwarnung und erklärte auf Instagram, "dass es mir trotz schwerer Rippenprellung gut geht".

Der Platzverweis für Nübel stand außer Frage, Schiedsrichter Felix Zwayer zeigte unmittelbar nach der Brutalo-Aktion die Rote Karte. Eine lange Auszeit für den Übeltäter forderte anschließend der einstige Schalke-Coach Felix Magath bei Sky. "Für so ein Foul sollte es Minimum sechs Wochen Sperre geben", denn: "Die Gesundheit des Gegenspielers war in Gefahr." Es sei ihm außerdem ein Rätsel, weshalb Nübel überhaupt so weit aus dem Tor geeilt sei. Und in der Tat, eine unmittelbare Torgefahr ging noch nicht vom Frankfurter Angreifer aus.

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Deutlich lapidarer kommentierte der FC Schalke 04 selbst die Aktion seines Torhüters: "Nübel sah nach einer Rettungsaktion außerhalb des Strafraums gegen Gacinovic, bei der er den Frankfurter traf, die Rote Karte", schrieb der Klub im Spielbericht auf seiner Seite. Das klingt wesentlich weniger brutal, als es war. Zwar kam Gacinovic selbst überraschend schnell wieder auf die Beine, zeigte seinem Trainer Adi Hütter "Daumen hoch" und spielte sogar noch einige Minuten weiter. Auch wenn er danach auf sein an der Brust durch Nübels Schuhe zerrissenes Trikot zeigte und mit einem Tuch die Blutung im Mundraum zu stillen versuchte. In der 70. Minute wurde er ausgewechselt und ins "Spital" gebracht, wie Hütter nach dem Spiel mitteilte. Dort gab es die erste Diagnose, die der 17-fache serbische Nationalspieler selbst verbreitete.

"Leider passieren solche Zusammenstöße manchmal im Kampf um den Ball", schrieb Gacinovic bei Instagram. An Nübel gerichtet schrieb er: "Danke, dass du dich sofort entschuldigt hast. Das kann im Fußball vorkommen." Dazu postete Gacinovic das Bild, wie Nübel ihn mit Fußsohle und den Eisenstollen voran trifft, während der Ball schon am Keeper vorbei geflogen war. Nübel selbst kommentierte die Aktion bisher nicht. Für den Torhüter war es übrigens im 35. Bundesliga-Spiel der zweite Platzverweis: Im Februar flog er bei der 0:2-Niederlage Schalkes gegen Mönchengladbach vom Platz, nachdem er Thorgan Hazard gestoppt hatte. Auch mit unfairen Mitteln, aber deutlich weniger gesundheitsgefährdend.

Quelle: ntv.de