Fußball

Das Wichtigste zu FCB gegen BVB Das große Finale für Präsident Hoeneß

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Zuletzt sah der FC Bayern in Liga-Heimspielen gegen den BVB immer sehr gut aus. Auch im letzten Hoeneß-Spiel als Präsident?

(Foto: imago images / Michael Weber)

Der deutsche Fußball erlebt am 15. November einen historischen Einschnitt: Uli Hoeneß legt nach 40 Jahren seine Ämter beim FC Bayern nieder und zieht sich aus der ersten Reihe zurück. Sein Präsidenten-Endspiel erlebt Hoeneß schon heute, im Liga-Gipfel gegen Borussia Dortmund. Gibt's eine letzte Party?

Uli Hoeneß nimmt Abschied: Der FC Bayern ohne Uli Hoeneß. Das klingt immer noch unvorstellbar. Aber am kommenden Freitag, am 15. November, wird es soweit sein. Dann wird der Präsident auf der Jahreshauptversammlung nicht wieder kandidieren. Parallel dazu wird er sich vom Vorsitz des Aufsichtsrates zurückziehen. Dass er beim Münchener Erfolgsklub aber weiter großen Einfluss haben wird, das ist sicher. Sein mutmaßlicher Nachfolger, Herbert Hainer, ist ein enger Freund. Wie sich das Verhältnis zwischen Verein und Alphatier a. D. dann neu sortiert - unklar. Dass Mr. FC Bayern aber weiter gerne zur Verfügung steht, das hat er ja angekündigt. Sei's drum: Ausgerechnet das Topspiel der Fußball-Bundesliga seines FC Bayern gegen Borussia Dortmund (ab 18.30 Uhr im Liveticker bei ntv.de) ist nun sein letztes in offizieller Funktion. Klingt komisch? Ist aber so.

FC Bayern - BVB, 18.30 Uhr

FC Bayern München: Neuer - Pavard, Martínez, Alaba, Davies - Kimmich - Gnabry, Müller, Goretzka, Coman - Lewandowski. - Trainer: Flick
Borussia Dortmund: Bürki - Piszczek, Akanji, Hummels, Schulz - Witsel, Delaney - Hakimi, Brand, Hazard - Götze. - Trainer: Favre
Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)

Flick mag über seine Zukunft nicht reden: Hansi Flick blockte alle Fragen nach seiner beruflichen Zukunft beim FC Bayern ab. "Das Spiel gegen Dortmund ist die Ziellinie. Da wollen wir durchgehen mit einem Sieg. Das ist das, was mich antreibt", sagte der Interimscoach am Freitagnachmittag. Zum zweiten Mal war er als Chef vor die Presse getreten. Zum zweiten und womöglich letzten Mal. Denn bis zum 23. November, bis zum nächsten Spiel der Münchner - dazwischen ist nun Länderspielpause - soll die Trainerfrage laut Hoeneß geklärt sein. Dass Flick für ein dauerhaftes Engagement in Frage kommt, das scheint unwahrscheinlich, wenn auch nicht ausgeschlossen. Eine starke Leistung gegen den BVB würde gute Argumente liefern. Flick sieht's vorerst maximal gelassen: "Der FC Bayern wird seine Entscheidung treffen."

Flicks FC Bayern vertraut der Kovac-Schule (II): Wie beim 2:0 in der Champions League gegen Olympiakos Piräus im ersten Spiel unter seiner Leitung will Flick auch gegen den BVB den Fokus der Mannschaft auf die Abwehr lenken. "Es hat uns sehr gut getan, dass wir uns auf die Defensive konzentriert haben", sagte Flick angesichts einer Vielzahl von Gegentoren in den vergangenen Spielen. Dass ist ein - wie n-tv.de vor dem Spiel gegen Piräus bereits schrieb - durchaus bemerkenswerter Defensiv-Zynismus. Denn Flicks Chef-Vorgänger, dem am Sonntagabend erlösten Niko Kovac, hatten sie in München ja stets eine viel zu defensive Denk- und Herangehensweise vorgeworfen.

Kimmich ist kein Anführer - sagt Lewandowski: Es ist ja nicht so, dass der kriselnde FC Bayern gar keine Anführer hätte. Zwei sind Robert Lewandowski im Gespräch mit der "Süddeutschen Zeitung" eingefallen: er selbst und Torhüter Manuel Neuer. Es ist nur so, klagte die Münchner Torgarantie: "Eine Achse, die nur aus Neuer und Lewandowski besteht, ist zu wenig." Und übte danach wenig subtile Kritik an den Teamkollegen. Denn Lewandowski sagte: "In jedem Mannschaftsteil, in jeder Linie sollte es einen Anführer geben: Torwart, Abwehrspieler, einer aus dem Mittelfeld, einer aus der Offensive, das wäre perfekt. Es kann nicht ein Spieler alle führen, das ist zu viel, das ist unmöglich." Heißt also, auch in Abwehr und Mittelfeld, dem Wirkungskreis von Jungstar Joshua Kimmich, sieht der Stürmer keinen Leader. Sein wenig schmeichelhafter Erkläransatz für fehlende "Kommandos" jüngerer Kollegen: "Wenn du Vorgaben von Trainern von klein auf gewohnt bist, verlierst du die individuellen Sachen, das eigene Denken." Von Klub und "Chefkritiker" Kimmich gibt es dazu noch keine Reaktion. Vielleicht nach dem Spiel, wäre sicher spannend.

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"Ohne Angst": Lucien Favre, hier mit Mats Hummels.

(Foto: imago images/Team 2)

Der BVB trotzt mutig dem Horror: 0:5, 0:6, 1:4, 1:5 - die furchteinflößenden Ergebnisse der letzten Partien beim FC Bayern jagen Borussia Dortmund keine Angst ein. Aus der kleinen, aktuellen Siegesserie hat der BVB jedenfalls neues Selbstvertrauen geschöpft, der Glaube an den ersten Ligasieg in der Münchner Arena seit dem 12. April 2014 ist groß. Nach dem furiosen 3:2 in der Champions League gegen Inter Mailand am Dienstag brüllte Stadionsprecher Norbert Dickel den Fans bereits entgegen: "Die Bayern hauen wir auch weg!" Trainer Lucien Favre, stets deutlich emotionsreduzierter als Dickel, versicherte immerhin, dass man "ohne Angst" auflaufen werde. Zorc richtete derweil einen deutlichen Appell an die Mannschaft: "Da brauchen wir nicht viel über Taktik sprechen. Die müssen Männerfußball spielen. Das wird das Entscheidende sein."

Eine wichtige Chance für Hummels: Im Kader von Joachim Löw für den Abschluss der EM-Qualifikation fehlt Mats Hummels wie erwartet. Doch beim Hinrunden-Highlight steht der Innenverteidiger voll im Fokus. Sein heikler Auftrag: Er soll an alter Wirkungsstätte die Münchner Tormaschine Robert Lewandowski stoppen. Hummels ist aber nicht nur gegen den überragenden Polen gefordert, er ist auch als Psychologe gefragt. Beim für den Titelkampf in der vergangenen Saison wichtigen 5:0-Erfolg des FC Bayern habe er "von Anfang an das Gefühl gehabt, dass wir gewinnen werden". Daher forderte er nun von seinen Mitspielern: "Genau dieses Gefühl dürfen wir ihnen nicht geben." Für Hummels bietet sich zudem die Chance, weiter Werbung für eine Rückkehr in die Nationalmannschaft zu betreiben. Zuletzt hatte Oliver Bierhoff ja auch gesagt: "Wir haben von Anfang an nie ausgeschlossen, dass Hummels zurückkehren könnte."

Quelle: n-tv.de, tno

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