Fußball

Thiago, Robben, Coman, "Lewy" Der Gerüchte-Irrsinn beim FC Bayern

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Sind Arjen Robben und Robert Lewandowski in der nächsten Saison noch Teamkollegen?

(Foto: imago/Laci Perenyi)

Kaum ein Trainer im europäischen Fußball hat mit Blick auf die kommende Saison so wenig Planungssicherheit wie Niko Kovac. Der Kader des FC Bayern ist kaum mehr als ein vages Konstrukt - glaubt man dem Gerüchtewahnsinn, der den deutschen Meister umweht.

Der FC Bayern München hat ein neues Auswärtstrikot. Es ist mintgrün, hat lila Streifen. Und der Fußball-Rekordmeister ist ganz vernarrt in den neuen Dress. In einer extra verschickten Mitteilung heißt es: "Ein eleganter Polokragen und abgesteppte Bündchen an den Ärmeln sorgen für einen besonderen Look in Pastell-Tönen." Nun, tatsächlich klingt die Farbauswahl skurriler, als sie in Wahrheit aussieht. Den meisten Fans wird der modische Furor für die Saison 2018/19 ohnehin egal sein: Ein Jersey ist ein Jersey. Und die ohnehin viel drängendere Frage ist ja: Was lass ich mir hinten draufdrucken? Die sicherste Variante: der eigene Nachname. Der Grund dafür: Ein völlig enthemmter Gerüchte-Irrsinn - und folglich ein Kader, der dem neuen Coach Niko Kovac wie ein vages Konstrukt vorkommen muss.

Allein an diesem Donnerstag muss der Kroate beim Scannen der internationalen Medien fürchten, in der kommenden Saison, auf die er sein Team gerade vorbereitet, ohne Arjen Robben, Robert Lewandowski, Thiago und Kingsley Coman auskommen zu müssen - also im Prinzip ohne einen Großteil seiner Offensive. Dass in den vergangenen Wochen auch Jérôme Boateng, Javi Martinez, Arturo Vidal, David Alaba, Juan Bernat, James Rodriguez und Renato Sanches (ja, er ist tatsächlich wieder da) Wechselabsichten geäußert oder andere Klubs wuschig gemacht haben sollen, lässt die Münchener demnach also vor dem totalen Neuaufbau stehen. Vermutlich ist es daher ganz vernünftig von den Klubverantwortlichen, die wilden Wechselspekulationen wie fast immer einfach wuchern zu lassen, ohne sie ständig mit der verbalen Heckenschere zu stutzen. Ein Machtwort wie bei Lewandowski kommt eher selten vor - und es verhallt ohnehin eh schneller als es ausgesprochen wurde.

Lewandowski - Aussprache? Streik? Wechsel?

So soll der Pole trotz Freigabe-Verweigerung eine Aussprache mit den Verantwortlichen fordern. Der 29-Jährige möchte der "Sport Bild" zufolge gerne wissen, ob die Verantwortlichen ihn noch bedingungslos unterstützen. Dass er für das Champions-League-Aus gegen Real Madrid im Halbfinale der vergangenen Saison mitverantwortlich gemacht wurde, soll ihn tief getroffen haben. Würde Lewandowski nun das absolute Vertrauen nicht mehr spüren, verweigere er womöglich den Einstieg ins Mannschaftstraining. Ein Fluchtversuch wie einst Ousmane Dembélé im vergangenen Sommer bei Borussia Dortmund? Eigentlich kaum vorstellbar bei einem Profi wie Lewandowski.

An Interessenten für Spitzenfußball-Aysl soll's dem Bundesliga-Torschützenkönig der Jahre 2014, 2016 und 2018 ja nicht mangeln. Neben den ewig wabernden Real-Madrid- und Paris-St.-Germain-Gerüchten soll nun auch Manchester United laut der englischen Seite "Independent" heftig um "Lewy" buhlen und bereits mit den Münchenern verhandeln. Damit sich die Gespräche so richtig lohnen, nehmen die "Red Devils" auch Spielmacher Thiago noch mit in die Verlosung. Der ist dagegen auch von Ex-Klub FC Barcelona (Bericht der "AS") umworben und steht ebenfalls bei Ex-Coach Josep Guardiola (Manchester City) ganz hoch im Kurs ("Manchester Evening News") - also wieder mal "Thiago oder nix".

Wenn die Quelle für die Quelle die Quelle ist

Mag das alles noch irgendwie erklär- und nachvollziehbar sein, wird's nun richtig abgefahren: Wie das Portal "LazioNews24" mit Verweis auf eigene Informationen erfahren haben will, wurde Robben Serie-A-Klub Lazio Rom angeboten. Der Niederländer sei ein Wunschkandidat auf die Nachfolge des zu West Ham United gewechselten Felipe Anderson. Der FC Bayern würde für Robben, dessen Vertrag ja erst im April verlängert wurde, eine Ablöse von rund zwölf Millionen Euro verlangen. Mindestens viermal so viel Geld wollen die Münchener für Kingsley Coman haben, den der FC Arsenal umwirbt. Die Quellenlage - souverän: So beruft sich die "Sun" auf die französische Seite "BeINsports", die ihre Informationen aus britischen Boulevardmedien bezieht. Und David Alaba könnte übrigens zu PSG wechseln, weil ihn der dortige Neu-Trainer Thomas Tuchel als Spielertyp sehr mag.

Und wie sieht's auf der Habenseite aus? Frankreichs rechts verteidigende WM-Überraschung Benjamin Pavard soll einen Vertrag unterschrieben haben und vom VfB Stuttgart kommen, wie der SWR weiß. Ob erst 2019 oder doch schon in diesem Sommer - unklar. Julian Draxler (Paris St. Germain) könnte auch kommen. Nicht nur, weil Lothar Matthäus das für eine gute Idee hält - wie er übrigens auch Paulo Dybala (Juventus Turin), Julian Brandt (Bayer Leverkusen) und Timo Werner (RB Leipzig) für gute Transferideen halten würden. Auch die "WAZ" findet, dass Draxler gut ins Anforderungsprofil der Münchener passt. Mehr Fundament? Nö. Das haben auch die Spekulationen um Stürmer Ante Rebić nicht. Die bekannten Fakten: Sein Ex-Coach, mit dem er in Frankfurt gut zusammengearbeitet hat und die ein gutes Verhältnis haben, ist nun in München und Ex-Bayer Ivica Olic, Co-Trainer der überaus erfolgreichen kroatischen WM-Mannschaft (Rebić war Stammspieler), wünscht sich endlich mal wieder ein "Vatreni"-Fußballer an der Säbener Straße ... So ist das halt.

Quelle: n-tv.de, tno

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