Fußball

Wie läuft's bei ... Gündogan? Der mühsame Weg zurück nach Covid-19

Als erster deutscher Nationalspieler wird Ilkay Gündogan positiv auf das Coronavirus getestet. Nach einem wochenlangen Ausfall meldet er sich bei seinem Klub Manchester City eindrucksvoll zurück - und warnt nachdrücklich vor der Verharmlosung der Pandemie.

Eigentlich liegen Ilkay Gündogans Stärken auf dem Platz. Sich mit feiner Technik aus engen Situationen im Mittelfeld zu befreien, den Überblick zu wahren, einen freien Mitspieler zu sehen und einzusetzen: Darin ist kaum ein Spieler besser als der gebürtige Gelsenkirchener. Gündogan sei "außergewöhnlich", lobte Manchester Citys Teammanager Josep Guardiola seinen genialen Spielmacher einmal. "Man kann gar nicht glauben, wie gut er ist."

Zuletzt war Gündogan allerdings auch abseits des Platzes sehr gefragt, als Kommunikator. Und auch als warnendes Beispiel für all diejenigen, die das Coronavirus und seine Folgen immer noch verharmlosen. Weit mehr als 45 Millionen Menschen weltweit haben sich inzwischen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert. Mehr als 1,2 Millionen hat das tückische Virus ihr Leben gekostet. Unzählige litten oder leiden noch an der durch die Infektion ausgelösten Covid-19-Erkrankung.

Gündogan konnte sich "kaum bewegen"

Gündogan erwischte das Virus Mitte September, noch bevor die zweite Welle endgültig über Europa hereinbrach, die Infektionszahlen in schwindelerregende Höhe kletterten und nahezu auf dem ganzen Kontinent, auch im Sport, wieder weitrechende Lockdown-Maßnahmen erforderlich wurden. Zehn Tage musste sich der 30-Jährige den britischen Quarantäne-Regeln zufolge in häusliche Isolation begeben. Für Gündogan, einen fitten, durchtrainierten Profi-Sportler ohne Vorerkrankungen, begann eine schwere Zeit.

"Drei oder vier Tage" sei es ihm "richtig schlecht" gegangen, schilderte er im Interview mit "RTL/ntv". "Ich konnte mich kaum bewegen, hatte Glieder-, Kopf- und Halsschmerzen und ein leichtes Druckgefühl im Brustbereich, was ich vorher noch nie so wirklich hatte", schilderte Gündogan, der mehrere City-Spiele sowie die Länderspielreise der deutschen Nationalmannschaft im Oktober verpasste.

Auch nach der Quarantäne und der offiziellen Genesung habe er die Nachwirkungen der Erkrankung gespürt. "Gefühlt war ich nach den ersten 20 Minuten im Training schon platt. Nachdem ich aus der Dusche kam, hat sich die Erschöpfung extrem angefühlt. Und als ich dann nach Hause kam nach den Trainingseinheiten, war es nicht unüblich, dass ich dann erstmal ein bis zwei Stunden geschlafen habe", so Gündogan.

Zwei Tore - und trotzdem noch nicht der Alte

Man müsse die Pandemie "aufgrund der aktuellen Zahlen in Deutschland, in England und in vielen anderen Ländern der Welt wieder viel ernster nehmen", forderte er in einer Stellungnahme. Erst Mitte Oktober, fast einen Monat nach Bekanntgabe des positiven Testergebnisses, stand Gündogan wieder auf dem Platz. Zwar meldete er sich mit einem traumhaften Freistoßtreffer in der Champions League gegen den FC Porto sowie einem weiteren Tor gegen Olympique Marseille eindrucksvoll zurück. Ganz der Alte ist der eigentlich so umtriebige und quirlige 39-malige Nationalspieler aber immer noch nicht wieder.

Bei City hoffen sie inständig, dass Gündogan die Nachwirkungen seiner Covid-Erkrankung bald hinter sich lässt. Der englische Vizemeister startete durchwachsen in die Saison, gewann nur drei seiner ersten sechs Partien in der Premier League und quälte sich am vergangenen Wochenende zu einem arg mühsamen 1:0-Erfolg bei Abstiegskandidat Sheffield United - übrigens 85 Minuten lang bis zu seiner Einwechslung ohne Gündogan, dem Guardiola eine Ruhepause verordnet hatte.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.