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Keine Lust mehr auf Relegation Didavi kritisiert VfL, Gomez macht Hoffnung

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Die Relegation hat Wolfsburgs Spielmacher Daniel Didavi die Laune verdorben.

(Foto: imago/regios24)

Der VfL Wolfsburg sichert sich haarscharf den Verbleib in der Fußball-Bundesliga. Die Saison endet ohne Totalabsturz-Gau. Kaum gerettet, geht der Blick nach vorne. Und ein Spieler lässt seinen Emotionen freien Lauf.

Nach der Erleichterung kam der Frust. Zumindest bei Daniel Didavi. Der Spielmacher des VfL Wolfsburg wollte sich nach dem Bundesliga-Klassenerhalt über den Umweg Relegation am späten Montagabend nicht der Glückseligkeit hingeben: "Wir hatten große Ziele und dann das. Relegation, auch noch gegen Braunschweig. Wir können nur verlieren". Faktisch betrachtet stimmt das nicht. Denn sowohl Hin- als auch Rückspiel gingen an den VfL - jeweils mit 1:0. Im Eintracht-Stadion zu Braunschweig hatte der Portugiese Vieirinha (49.) eine bis dato wackelnde Wolfsburger Mannschaft endgültig zum Liga-Verbleib geschossen. Aber im Prinzip ist es so, wie Coach Andries Jonker sagt: "Wir haben nur das absolute Minimum erreicht." Denn vor Saisonbeginn waren die Ziele ganz andere: mitspielen im Kampf um die Champions League.

Andries Jonker

Sieht so Erleichterung aus? Nunja. Andries Jonker hat den VfL in der Relegation zum Klassenerhalt geführt.

(Foto: Swen Pförtner/dpa)

Andries Jonker ist in dieser verkorksten Saison bereits der dritte VfL-Coach. Er hat die Spielzeit noch zu einem gutem Ende gebracht. Im 20. Jahr der Zugehörigkeit zur Fußball-Bundesliga. Zwei Jahre nach der Vizemeisterschaft und dem Pokalsieg. Doch die Last-Minute-Rettung erfüllt Jonker nicht. Er hat ganz andere Ambitionen. In der kommenden Saison soll es für den VfL wieder in andere, bessere Sphären gehen. Mit dem Niederländer als Chef. "Fakt ist, wir haben eine turbulente Saison gehabt und wir müssen morgen schauen, wie es weitergeht. Was wir planen und wie wir es angehen. Das Ganze hat sehr viel Kraft gekostet und wir haben wirklich die letzte Ausfahrt genommen", so Sportdirektor Olaf Rebbe.

Der Kader, so viel scheint sicher, wird im Sommer tüchtig umgebaut. Wie die "Bild"-Zeitung berichtet, soll der kantige Abwehrmann John Anthony Brooks von der Hertha aus Berlin kommen - für stramme 17 Millionen Euro Ablöse. Andere Spieler im Team sollen indes heftig umworben sein. Zum Beispiel Didavi. Der HSV buhle um den 27-Jährigen, hatte die Zeitung zuletzt berichtet. Den Spieler selbst macht so etwas fuchsig: Das sei völliger Schwachsinn. "Dass man überhaupt vor so einem wichtigen Spiel so etwas schreibt! Als würde ich mich mit anderen Vereinen beschäftigen. Da ist gar nichts dran."

Gomez und sein gutes Gefühl

Auch Mario Gomez - nach einer guten Saison mit vielen wichtigen Toren für den VfL - dürfte das Interesse anderer Klubs geweckt haben. Der Nationalmannschafts-Rückkehrer will davon aber ebenfalls nichts wissen. Er müsse jetzt erstmal runterkommen, erklärte der 31-Jährige nach dem Kraftakt am Montagabend. "Das war sehr emotional. Der schlechteste Platz, seitdem ich im Profifußball spiele, war ein Rang fünf. Das war eine ganz neue Erfahrung für mich", so Gomez. Aber eine, die ihn nicht davon abhält, in Wolfsburg bleiben zu wollen. "Ich glaube, dass der Verein jeden einzelnen Spieler hinterfragen wird und dann nächstes Jahr eine schlagkräftige Truppe aufs Feld schicken wird. Schauen wir mal, ob ich dabei bin, ich habe ein gutes Gefühl."

Dem Klub wird das Bekenntnis seiner stürmenden Lebensversicherung freuen - zumal er angeblich für eine festgelegte Klausel von zehn Millionen Euro gehen könne. Und angesichts starker Leistungen ist er auch sicher von jener Kritik ausgenommen, die sein potenzieller Führungsspielerkollege Didavi nach Abpfiff am Montagabend formulierte:  "Wir haben viele Spieler, die mal was Neues brauchen, die schon lange hier sind. Wir brauchen Spieler, die den Willen haben, was zu erreichen." Und weiter: "Im Verein wird sich einiges ändern müssen." Es seien viele Fehler gemacht worden, "das wissen die Verantwortlichen ganz genau". Er wolle oben spielen und nicht gegen den Abstieg. "Ich denke, der Verein will das auch."

Definitiv. Wie Francisco Javier Garcia Sanz, der Vorsitzende des VfL-Aufsichtsrats, bestätigt: "Natürlich kann es so nicht weitergehen. Oder denken Sie, ich will jedes Jahr Relegation spielen?" Aber: "Mit der Zukunft werden wir uns ab morgen beschäftigen", sagt er.  Sie liegt, immerhin, weiter in der Bundesliga. Es ist die beste Nachricht für den VfL in der Spielzeit 2016/17.

 

Quelle: n-tv.de

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