Fußball

Augsburg springt auf Rang drei Doppelter Hummels erlöst den BVB

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Doppelpacker: Mats Hummels entschied die Partie gegen Bielefeld.

(Foto: imago images/Team 2)

Auch ohne Torjäger Erling Haaland bleibt Borussia Dortmund dem FC Bayern auf den Fersen. Abwehrchef Mats Hummels entscheidet das Spiel bei Arminia Bielefeld. Mainz 05 schrammt ganz knapp am ersten Punkt vorbei. Bremen bleibt erneut ungeschlagen, kann aber gegen Frankfurt wieder nicht gewinnen.

Arminia Bielefeld - Borussia Dortmund 0:2 (0:0)

Vizemeister Borussia Dortmund hat im zähen Geduldsspiel auf der Bielefelder Alm dank Mats Hummels seine Pflicht erfüllt. Der Ex-Nationalspieler führte den BVB mit seinem Doppelpack zum 2:0 (0:0) bei der Arminia.

Mit seinem ersten Bundesliga-Doppelpack seit über zehn Jahren hatte der Ex-Nationalspieler Dortmund zum ersten Sieg auf der Alm seit 21 Jahren geführt, in der Spitzengruppe bleiben die Schwarz-Gelben somit auf Kurs. Hummels kurioses Tor mit dem Oberschenkel nach einer Ecke (53.) sowie sein Kopfball (71.) erlösten den lange Zeit viel zu ideenlos agierenden BVB. "Er ist sehr, sehr wichtig für uns", sagte Mittelfeldspieler Thomas Delaney über den Weltmeister von Rio, "vor allem als Führungsspieler."

Dank Hummels brachte das erneute Geduldsspiel das angestrebte Ergebnis - wie schon zuletzt im Revierderby gegen Schalke 04 (3:0) und in der Champions League gegen Zenit St. Petersburg (2:0). "Das war in den letzten Tagen etwas Rohkost bei uns", gab Brandt zu, "aber mit Geduld haben wir das ganz gut hinbekommen." Und Delaney stellte nicht ohne Stolz fest: "Von zehn Spielen haben wir sieben zu null gespielt. Das ist viel besser als letztes Jahr." Aufsteiger Arminia geht nach der Pleite im 35. Westfalen-Duell hingegen zum bereits vierten Mal in Folge als Verlierer vom Platz und nistet sich allmählich im Tabellenkeller ein. "Wir können mitnehmen, dass wir ein ganz ordentliches Spiel gemacht haben", meinte Mittelfeldspieler Marcel Hartel, "besser als in den letzten Wochen."

Favre hatte auf fünf Positionen umgestellt, unter anderem fehlte Erling Haaland aufgrund leichter Knieprobleme. Der BVB probierte es nur streckenweise mit Tempo, fand in der vielbeinigen Arminia-Abwehr aber kaum Lücken. Die Gastgeber tauchten offensiv hingegen völlig ab, wenige Kontermöglichkeiten scheiterten aufgrund von Ungenauigkeiten bereits im Ansatz. Das erste Pflichtspielduell beider Teams seit elf Jahren blieb dennoch eng. Der BVB probierte, über die Außenpositionen Gefahr zu erzeugen, was jedoch kaum gelang. Sancho köpfte zentral in Ortegas Arme (27.), ehe Akanji nach einem durchgerutschten Ball etwas überrascht das leere Tor nicht traf (41.).

Der Arminia hielt in den Zweikämpfen stark dagegen, war dann aber ausgerechnet bei einem Standard fast unsichtbar. Bei der achten Dortmunder Ecke hatte niemand Hummels auf dem Schirm, der Ball flog durch den Fünfmeterraum - und tropfte vom Oberschenkel des ehemaligen Nationalspielers über die Linie. In der Folge spielte der BVB etwas befreiter auf. Sancho (56.) hätte schnell auf 2:0 stellen können, Delaney (68.) traf über Umwege zudem den Pfosten (68.). Gerade als die Arminia nach rund 15-minütiger Verschnaufpause wieder aufwachte, schlug Hummels ein zweites Mal zu - es war der erst zweite Doppelpack seiner Karriere.

Eintracht Frankfurt - Werder Bremen 1:1 (0:0)

Werder Bremen hat den Sprung auf einen Champions-League-Platz zum Dienstjubiläum seines Trainers Florian Kohfeldt verpasst. Der Fast-Absteiger der vergangenen Saison kam im Duell der Tabellennachbarn bei Eintracht Frankfurt nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus. Beide Teams bleiben mit neun Punkten im Mittelfeld.

Josh Sargent (51.) traf für die Bremer, die erneut ihre Auswärtsstärke bewiesen - nur eine der vergangenen zehn Partien in der Fremde ging verloren. Die Frankfurter, für die Andre Silva (65.) den Ausgleich erzielte, schafften es nicht, Wiedergutmachung für die 0:5-Klatsche bei Bayern München in der Vorwoche zu betreiben. Für Kohfeldt schloss sich mit der Partie ein Kreis. Vor drei Jahren, am 30. Oktober 2017, war er zum Cheftrainer bei Werder aufgestiegen - sein erstes Pflichtspiel verlor Kohfeldt damals 1:2 in Frankfurt. Dennoch sagte er vor dem Aufeinandertreffen mit den Hessen: "Ich mag die Duelle gegen die Eintracht, weil es immer zur Sache geht."

Doch in der Frankfurter Arena regte sich erstmal wenig. Die Elf von Adi Hütter startete nach dem Debakel in der Vorwoche ideenlos, vertändelte im Offensivspiel oftmals leichtfertig den Ball und tat sich vor leeren Rängen schwer. Erstmals in dieser Spielzeit musste die Eintracht aufgrund der gestiegenen Corona-Fallzahlen ein Heimspiel ohne Zuschauer austragen.

Auch Werder mühte sich ohne seine beiden verletzten Stoßstürmer Niclas Füllkrug und Davie Selke. Trotz der teilweise großen Lücken in der Frankfurter Abwehr, in die Kapitän David Abraham zurückgekehrt war, entwickelten die schnellen Außenspieler wie Leonardo Bittencourt kaum Torgefahr - einzig ein Abschluss von Tahith Chong (21.) ging knapp vorbei. Das schwache Niveau der Partie setzte sich bis zum Seitenwechsel fort. Bezeichnend: Nach dem ersten und einzigen durchdachten Angriff der Frankfurter meldete sich Video-Assistentin Bibiana Steinhaus, die vor dem Treffer von Daichi Kamada (38.) eine Abseitsstellung erkannt hatte.

Kohfeldt drehte in der Pause offenbar an den richtigen Schrauben. Nach dem ersten schnellen Konter im zweiten Durchgang erzielte Sargent die Führung. Für Bremen war der Treffer ein Weckruf: Erst verpasste Chong frei stehend (56.) das zweite Tor, dann wurde der Kopfball von Christian Groß (57.) kurz vor der Linie geblockt. Hütter reagierte, brachte in Amin Younes und Aymane Barkok frische Offensivkräfte. Die schnelle Antwort blieb zunächst aus, weil Andre Silva (61.) aus kurzer Distanz vorbeischob. Kurz darauf machte es der portugiesische Stürmer nach Hereingabe von Kamada aber besser. In der Folge ergaben sich Möglichkeiten auf beiden Seiten.

FC Augsburg - Mainz 05 3:1 (1:0)

Der FSV Mainz 05 rutscht immer tiefer in die Krise. Die Mannschaft von Trainer Jan-Moritz Lichte verlor beim FC Augsburg nach einer langen Zeit dürftigen Vorstellung mit 1:3 (0:1) und blieb auch im sechsten Saisonspiel als einziges Team der Bundesliga ohne Punkt.

Der FCA ging durch einen sehenswerten Fallrückzieher von Ruben Vargas in der 40. Minute in Führung. Der kurz zuvor eingewechselte Karim Onisiwo glich in der 64. Minute aus. Andre Hahn gelangen spät die Treffer zum 2:1 (80.) und 3:1 (90.+1).

Für den FCA, dem gegen den harmlosen FSV eine solide Vorstellung genügte, war es nach zuletzt zwei Niederlagen bereits der dritte Saisonsieg. Mit zehn Punkten haben sich die Schwaben bereits ein gehöriges Polster nach unten geschaffen. Dagegen stehen die Rheinhessen vor dem brisanten Kellerduell am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) gegen Krisenklub Schalke 04 gehörig unter Druck. Lichte vertraute exakt der Mannschaft, die vergangene Woche 2:3 gegen Gladbach verloren hatte - und die ließ nach 15 Gegentoren im bisherigen Saisonverlauf große Vorsicht walten. Ein Offensivspiel fand in der ersten Hälfte nicht statt, Jean-Philippe Mateta als einziger Stürmer der Gäste hing völlig in der Luft. Nur ein einziger, harmloser Torschuss durch Danny Latza (44.) sprach Bände. Lange Zeit konnte der FCA, der auf Torjäger Florian Niederlechner (Probleme an der Bauchmuskulatur) verzichten musste, mit dem Ballbesitz allerdings nicht viel anfangen. Die Gastgeber agierten ebenfalls zu zaghaft, ein Kopfball von Tobias Strobl nach einer Ecke (18.) war zunächst die einzige Chance - bis Vargas kurz vor dem Wechsel traf.

Ein weiter Ball wurde zu Iago verlängert, dessen Schuss prallte in den Fünfmeterraum ab, Vargas vollendete jedoch mit dem Rücken zum Tor stehend. Mainz hatte sogar Glück, dass Michael Gregoritsch wenige Sekunden später nicht auf 2:0 erhöhte. Nach dem Wechsel wurden die Aktionen der Mainzer etwas entschlossener. Chancen konnte sich der FSV zunächst nicht erspielen - die erste führte jedoch gleich zum Ausgleich. Nach Hereingabe von Levin Öztunali verschätzte sich Jeffrey Gouweleeuw, Onisiwo schob eiskalt ein. Das Tor gab dem FSV Auftrieb. Onisiwo, der viel Schwung brachte, scheiterte an Rafal Gikiewicz (69.). Das sollte sich rächen.

Quelle: ntv.de, dbe/sid