Fußball

Köln durchbricht Negativserie Dortmund blamiert sich mit Sieg-Geschenk

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Zu spät.

(Foto: dpa)

Borussia Dortmund hat große Ambitionen - doch stellt sich zu oft selbst ein Bein. So auch gegen den 1. FC Köln, der zuvor fast 30 Jahre nicht beim BVB gewinnen konnte. Doch die schwarz-gelben Nachlässigkeiten rächen sich diesmal.

Als selbst der Mann mit der Torgarantie versagte, war alles zu spät. Erling Haalands Schüsschen kullerte aus nur einem Meter am Pfosten vorbei, und wenige Augenblicke später hatte Borussia Dortmund dieses Spiel gegen den 1. FC Köln tatsächlich mit 1:2 (0:1) verloren - gegen den Klub also, der zuvor seit März, seit 18 Ligaspielen sieglos war. Mit dem Schlusspfiff brüllte FC-Trainer Markus Gisdol daher seine Erleichterung in den kalten Himmel, die Dortmunder Profis sackten dagegen völlig enttäuscht zusammen angesichts dieses Rückschlags im Titelkampf: Spitzenreiter FC Bayern, der beim VfB Stuttgart ebenfalls in Rückstand geriet, das Spiel aber noch drehte, ist nun vier Punkte enteilt.

Borussia Dortmund - 1. FC Köln 1:2 (0:1)

Dortmund: Bürki - Meunier (61. Hazard), Hummels, Akanji, Passlack (67. Reyna) - Witsel, Can - Brandt (67. Moukoko), Reus, Sancho - Haaland. - Trainer: Favre
Köln: Timo Horn - Cestic, Bornauw, Czichos (66. Jannes Horn) - Wolf, Skhiri, Salih Özcan, Jakobs - Thielmann (90.+3 Ehizibue), Rexhbecaj (74. Drexler) - Duda. - Trainer: Gisdol
Schiedsrichter: Arne Aarnink (Nordhorn)
Tore: 0:1 Skhiri (9.), 0:2 Skhiri (60.), 1:2 Hazard (74.)
Zuschauer: keine
Gelbe Karten: Can (2) - Skhiri (2), Jakobs (2)

"Ich bin tief enttäuscht, natürlich, wir verlieren zu Hause gegen Köln", sagte BVB-Trainer Lucien Favre knapp. Torschütze Thorgan Hazard sprach von einem "schlechten Gefühl. Wir bekommen zweimal quasi das gleiche Gegentor, das geht nicht, das müssen wir besser verteidigen". Ellyes Skhiri hatte mit seinem Doppelpack (9./60.) jeweils nach Eckbällen für den ersten Kölner Sieg in Dortmund seit April 1991 gesorgt, der eingewechselte Hazard (74.) konnte nur noch verkürzen.

Favre hatte angesichts der hohen Belastungen gegenüber dem überzeugenden Erfolg in der Champions League gegen den FC Brügge (3:0) gleich fünf Veränderungen vorgenommen. Die Gastgeber legten erwartungsgemäß sofort den Vorwärtsgang ein und hätten beinahe früh gejubelt. Jadon Sancho traf aber nur die Latte (4.). Danach war es mit der Dortmunder Herrlichkeit aber erst einmal vorbei. Behäbig im Aufbau, schwach in den Zweikämpfen - es lief nicht viel zusammen.

Druck erzeugt ohne Großchancen

Die mutig und kompakt auftretenden Gäste bestraften die Dortmunder Nachlässigkeiten. Nach einer Ecke von Ondrej Duda und einer Kopfballverlängerung von Marius Wolf drückte Skhiri den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Die Führung gab dem Außenseiter sichtlich Selbstvertrauen, die Kölner spielten beherzt nach vorne und stellten die BVB-Defensive vor einige Schwierigkeiten.

Und Dortmund? Tat sich schwer. Bis auf eine Ausnahme hatte die Kölner Abwehr Torjäger Erling Haaland in der ersten Halbzeit gut im Griff. Nach einem schönen Zuspiel von Kapitän Marco Reus verzog Haaland mit seinem schwächeren rechten Fuß (26.). Abwehrchef Mats Hummels stand bei seinem Kopfballtreffer zudem im Abseits (30.). Nach dem Wechsel erhöhte der BVB den Druck. Einen Freistoß von Reus parierte FC-Torhüter Timo Horn mit etwas Mühe (49.).

Mitten in die kleine Drangphase der Gastgeber schlug der FC zu. Es war eine Kopie des Führungstreffers. Wieder schlug Duda eine Ecke rein, wieder verlängerte die Dortmunder Leihgabe Wolf, und wieder traf Skhiri aus kurzer Distanz. Favre setzte nun alles auf eine Karte. Hazard, Giovanni Reyna und Youssoufa Moukoko kamen. Der erst 16-jährige Moukoko vergab wenig später die Chance zum Anschluss (70.). Dann erzwang der BVB einen frühen Kölner Ballverlust, Hazard drang in den Strafraum ein und blieb eiskalt. Und Dortmund drückte nun noch einmal, kam zu Abschlüssen. Doch selbst Haalands Großchance in der Nachspielzeit blieb ungenutzt - und so blieb am Ende die Erkenntnis übrig, dass der BVB wie schon in den vergangenen Jahren zu oft in den vermeintlich einfachen Spielen Punkte liegen lässt. Was dem FC Bayern so gut wie nie passiert.

Quelle: ntv.de, tsi/sid