Drama im TabellenkellerFC Schalke 04 schießt die großen Personalsorgen einfach weg

Edin Dzeko nicht einsatzfähig, Nikola Katic womöglich schwerer verletzt: Der FC Schalke 04 pfeift auf die personellen Hiobsbotschaften und setzt seinen Weg Richtung Bundesliga-Rückkehr fort. Auch Paderborn feiert einen wichtigen Sieg.
FC Schalke 04 - Karlsruher SC 1:0 (0:0)
Kein Edin Dzeko, kein Problem: Schalke 04 hat auch ohne seinen an der Schulter verletzten Starstürmer die Tabellenführung in der 2. Fußball-Bundesliga behauptet. Die Mannschaft von Trainer Miron Muslic setzte sich am Ostersonntag 1:0 (0:0) gegen den Karlsruher SC durch und feierte nach zuvor zwei Remis in Folge wieder einen Sieg. Kapitän Kenan Karaman (72.) erzielte den Treffer des Tages für die Gastgeber, mit 55 Punkten hat S04 den Aufstieg weiter fest im Blick.
Vor dem Spiel hatten die Königsblauen den Ausfall von Dzekos Landsmann Nikola Katic bekannt gegeben. Dem Abwehrchef droht nach seiner Knieverletzung aus den WM-Playoffs gegen Italien das Saisonaus. "Das ist natürlich schade, dass wir nicht dabei sind", sagte Dzeko, der sich ebenfalls im Nationaltrikot verletzt hatte, bei Sky. Eine eigene Rückkehr vor dem Ende der Spielzeit schloss er nicht aus: "Wir warten zwei Wochen, dann sehen wir."
Ohne "die zwei Säulen von unserem Schalke", wie Muslic das bosnische Duo bezeichnete, startete das Heimteam mit Offensivdrang. In der 19. Minute lag der Ball im Tor der Gäste, Karaman hatte aber zuvor im Abseits gestanden. Schalke drückte weiter, offenbarte in der Defensive aber auch immer wieder Lücken. Karlsruhes Dzenis Burnic traf kurz vor der Pause das Außennetz (38.). Die Gastgeber spielten weiter munter in Richtung KSC-Tor, im Strafraum wurden Dzekos Fähigkeiten aber schmerzlich vermisst. Dann erlöste Karaman den Schalker Anhang unter den 61.838 Zuschauern in der ausverkauften Arena mit einem sehenswerten Kopfballtreffer, kurz darauf musste er angeschlagen ausgewechselt werden.
Hannover 96 - SV 07 Elversberg 1:1 (0:1)
Ein Punkt als Geschenk zum 40. Geburtstag von Trainer Vincent Wagner: Die SV Elversberg kam im Topspiel bei Hannover 96 nach Rückstand immerhin noch zu einem 1:1 (0:1) und darf weiter vom ersten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga träumen. Lukas Petkov traf per Foulelfmeter (56.) für die Saarländer, die ihre Erfolgsserie ausbauten: Die SVE hat keines ihrer bisherigen sieben Pflichtspiele gegen Hannover verloren. Das Elversberger Eigentor durch Maximilian Rohr (20.) reichte 96 nicht zum Sieg, die Niedersachsen bleiben zwei Punkte hinter Elversberg.
"Wir freuen uns, dass wir uns das erarbeitet haben", sagte Wagner kurz vor dem Anpfiff der Spitzenpartie bei Sky - und bedauerte noch einmal den kurzfristigen Abgang von Sportchef Ole Book zu Borussia Dortmund: "Das tut weh. Aber die SV Elversberg hat in es in der Vergangenheit immer ausgezeichnet, dass solche Lücken wieder gefüllt wurden." Vor einer ähnlichen Aufgabe steht 96, nachdem sich die Niedersachsen und Sport-Geschäftsführer Jörg Schmadtke nach nur 81 Tagen getrennt haben.
Beide Teams starteten abwartend in die Partie, große Chancen gab es in der ersten Viertelstunde auf keiner Seite. Das änderte sich nach knapp 20 Minuten, als Rohr eine Hereingabe ins eigene Tor bugsierte. Bis zur Pause kontrollierte Hannover die Begegnung weitgehend, ein zweiter Treffer war mehrmals möglich. Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs waren die Gastgeber dem Ausbau der Führung nahe, SVE-Torwart Nicolas Kristof hielt wie schon in der ersten Hälfte stark. Die vergebenen Chancen rächten sich. Statt Hannover traf Petkov auf der anderen Seite vom Punkt. Nach dem Tor wurden die Gäste stärker.
SpVgg Greuther Fürth - SC Paderborn 07 0:2 (0:0)
Der SC Paderborn steht sechs Spieltage vor dem Saisonende auf einem Aufstiegsplatz. Die Ostwestfalen gewannen beim Abstiegskandidaten SpVgg Greuther Fürth 2:0 (0:0) und sind nun achtmal in Serie ungeschlagen. Für Fürth bleibt es im Keller ganz eng. Die Zuschauer am Ronhof bekamen zunächst wenige Torszenen und viele Fehlpässe geboten. Nach 20 Minuten wurde Paderborn, das zuletzt 1983 noch vor der Fusion als TuS Schloß Neuhaus in Fürth gewonnen hatte, langsam besser - zunächst allerdings, ohne wirklich gefährlich zu sein. Die Fürther probierten es mit ebenfalls zu ungenau gespielten Kontern: Noah Futkeu (43.) vergab die beste Gelegenheit.
Nach der Pause wurde es dann plötzlich turbulent. Jannik Dehm (46.) traf für Fürth aus der Distanz die Querlatte, fünf Minuten später erzielte Stefano Marino das Führungstor für Paderborn. Danach schoss der eingewechselte Lukas Riech für Fürth noch an den Pfosten (66.), Filip Bilbija (87.) entschied das Spiel. Der SCP spielt in den kommenden Wochen noch gegen die Aufstiegsrivalen Hannover, Schalke, Elversberg und Darmstadt.
Holstein Kiel - SC Preußen Münster 0:0
Holstein Kiel hat im Kampf um den Klassenerhalt wichtige Punkte liegen gelassen. Im Duell des Vorletzten mit dem Letzten kam das Team von Tim Walter gegen Preußen Münster nicht über ein 0:0 hinaus und verpasste den Sprung aus der Abstiegszone. Dem Bundesliga-Absteiger droht weiter der Sturz in die Drittklassigkeit. Derweil verzeichnete Münster beim Debüt von Trainer Alois Schwartz nach drei Niederlagen in Folge immerhin einen Punktgewinn. Seit 14 Spielen ist der SC Preußen sieglos.
In Kiel versuchte Schwartz, der löchrigen Defensive mit einer Fünferkette mehr Stabilität zu geben. Zunächst mit Erfolg: Ihre optische Überlegenheit setzten die Kieler kaum in Torchancen um. Das Spiel plätscherte dahin, einzig Phil Harres kam der Führung nahe (18.). In der zweiten Halbzeit dann ein ähnliches Bild: Einen der seltenen Vorstöße Münsters ließ Charalambos Makridis ungenutzt (64.). Kiel enttäuschte weitestgehend.
Eintracht Braunschweig - 1. FC Nürnberg 1:1 (0:1)
Eintracht Braunschweig hat im engen Abstiegskampf den erhofften Befreiungsschlag verpasst. Die Löwen kamen im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus und stehen auch mit dem neuen Trainer Lars Kornetka weiter unter Druck. Nach dem dritten Spiel unter dem 48-Jährigen beträgt der Vorsprung auf die Abstiegsränge nur ein Punkt.
Der "Club" und Trainer Miroslav Klose haben sich nach nun sieben Punkten in Serie wohl vom Abstiegskampf verabschiedet. Rabby Nzingoula brachte den FCN in der 17. Minute in Führung. Die Franken zeigten sich bei der einzigen Großchance vor der Pause sehr effizient. Braunschweig hingegen hatte bei allem Bemühen zunächst Probleme in der Offensive.
Nach dem Wechsel war das Team von Kornetka, der parallel zu seinem neuen Job in Braunschweig bis nach der WM im Sommer auch Co-Trainer von Ralf Rangnick bei der österreichischen Nationalmannschaft bleibt, zielstrebiger. Jovan Mijatovic (61.) traf zum Ausgleich. In der Folge hatte die Eintracht etwas mehr vom Spiel. Florian Flick traf aber nur den Pfosten.