Fußball

Arminia verpasst Vorentscheidung Dresden kommt dramatisch zum Lebenszeichen

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Am Ende eines verrückten Kellerduells jubelt Dynamo Dresden, wie hier beim zwischenzeitlichen Ausgleich durch Patrick Schmidt.

(Foto: Halisch/rscp-photo/Pool via Eibner-Pressefoto)

Am 30. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga verpasst Arminia Bielefeld eine Vorentscheidung im Rennen um den Aufstieg. Im Keller gewinnt Schlusslicht Dynamo Dresden in Wiesbaden - vor allem, weil die Gastgeber großzügig Geschenke verteilen. Darmstadt 98 muss seine leisen Aufstiegsträume begraben.

Arminia Bielefeld - 1. FC Nürnberg 1:1 (1:1)

Arminia Bielefeld hat auf dem Weg zum achten Bundesliga-Aufstieg zwei Punkte liegen gelassen. Der Zweitliga-Spitzenreiter aus Ostwestfalen musste sich am Samstag mit einem 1:1 (1:1) gegen den abstiegsgefährdeten 1. FC Nürnberg begnügen, bleibt aber nach nun elf Spielen ohne Niederlage weiter souverän Tabellenführer.

Torjäger Fabian Klos (14.), der mit seinem 18. Saisontreffer eine persönliche Bestmarke aufstellte, war für Bielefeld erfolgreich, das mit dem erneuten Aufstieg den Nürnberger Rekord egalisieren würde. Patrick Erras (43.) traf zum Ausgleich. Mit 57 Punkten liegt Arminia vor dem VfB Stuttgart (51), der seinen Rückstand am Sonntag gegen den VfL Osnabrück ebenso verkürzen kann wie der Tabellendritte Hamburger SV (49) am Montag gegen Holstein Kiel. Bielefeld hat allerdings noch das Nachholspiel gegen Dynamo Dresden (15. Juni) in der Hinterhand.

Die seit sechs Spielen sieglosen Nürnberger (33) bleiben 15., können aber Sonntag vom Karlsruher SC auf den Relegationsplatz verdrängt werden. Bielefeld trat auf der Alm von Beginn an wie eine Spitzenmannschaft auf und ging verdient durch einen Klos-Kopfball in Führung. Auch danach hatte der DSC das Spiel eigentlich sicher im Griff. Der Ausgleich durch Erras zweiten Saisontreffer, ebenfalls per Kopf, war für Nürnberg schmeichelhaft. Die zweite Halbzeit gestaltete sich ausgeglichen, der Punkt für die Gäste war letztlich verdient.

Jahn Regensburg - SV Darmstadt 98 3:0 (1:0)

Jahn Regensburg hat sich mit einem 3:0 (1:0) gegen Darmstadt 98 aus dem Abstiegskampf verabschiedet und den Lilien die wohl entscheidende Niederlage im Aufstiegsrennen zugefügt. Marcel Correia (7.), Max Besuschkow (52.) und Jann George (77.) trafen für Gastgeber, die ab der 57. Spielminute in Unterzahl agieren mussten. Erik Wekesser sah Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels. Darmstadt hat als Tabellenfünfter sechs Punkte Rückstand auf den Hamburger SV (49) auf dem Relegationsplatz, der HSV spielt am Montag gegen Holstein Kiel (20.30 Uhr/Sky). Regensburg, das nach dem Restart viermal in Folge Remis spielte und zuletzt am 15. Februar einen Sieg feierte, rückt mit 39 Zählern zunächst auf den neunten Rang vor.

Vor der Pause nutzte Regensburg die einzige Torchance zur Führung: Innenverteidiger Correia (7.) traf nach einer Ecke von Chima Okoroji per Kopf aus kurzer Distanz und erzielte sein erstes Saisontor. Darmstadts Trainer Dimitrios Grammozis verzichtete zunächst auf seinen Toptorjäger Serdar Dursun, für ihn spielte Felix Platte von Anfang an.
Die Lilien allerdings ließen trotz deutlicher Überlegenheit in der ersten Hälfte die Präzision im Regensburger Strafraum vermissen. Dursun kam nach der Pause und hatte nach neun Sekunden seine erste Möglichkeit. Das Tor fiel jedoch auf der anderen Seite. Nach einer weiteren Ecke von Okoroji sah die Darmstädter Abwehr erneut nicht gut aus, Besuschkow bugsierte den Ball mit dem Knie ins Netz. In der Folgezeit setzte Darmstadts Tobias Kempe (66.) auch noch einen Foulelfmeter über den Kasten von Torwart Alexander Meyer. George versenkte den Ball aus 20 Metern im leeren Tor, Darmstadts Keeper Marcel Schuhen stand zu weit weg.

SV Wehen Wiesbaden - Dynamo Dresden 2:3 (2:2)

Dynamo Dresden hat dank eines hart erkämpften Sieges neue Hoffnung im Kampf gegen Abstieg geschöpft. Durch ein dramatisches 3:2 (2:2) beim SV Wehen Wiesbaden sicherten sich die abstiegsbedrohten Sachsen gegen den Tabellenvorletzten enorm wichtige drei Punkte. SGD-Stürmer Simon Makienok erzielte kurz vor Schluss den goldenen Treffer (89.). Mit nun 27 Zählern rückt das Schlusslicht an Wiesbaden (28) heran und verkürzt den Rückstand auf den Karlsruher SC auf dem Relegationsplatz bis Sonntag auf drei Punkte. Da das gesamte Dynamo-Team kurz vor dem Restart in Quarantäne musste, hat Dresden noch zwei Nachholspiele in der Hinterhand, das erste am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) gegen Greuther Fürth.

In einer rasanten ersten Halbzeit ging Dresden dank eines Eigentors von Dominik Franke (9.) in Führung, ehe Daniel-Kofi Kyereh (23.) und Moritz Kuhn (25.) die Partie zugunsten der Hausherren drehten. Patrick Schmidt, der kurz vor Schluss Gelb-Rot sah, glich per Kopf aus (44.).

Wegen des engen Spielplans und der kurzen Vorbereitungszeit veränderte Dynamo-Coach Markus Kauczinski seine Startelf auf gleich acht Positionen. Nach dem Wiesbadener Doppelschlag hatten die Gäste Glück, dass Kyereh Sekunden später das leere Tor verfehlte (26.). SVW-Verteidiger Sascha Mockenhaupt traf außerdem die Latte (42.). Nach dem Seitenwechsel verflachte das Spiel. Müden Dresdenern war die fehlende Spielpraxis anzumerken, doch Wiesbaden münzte seine Dominanz nicht um - Maximilian Dittgen vergab in aussichtsreicher Postion (76.).


Der 30. Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga geht am Sonntag weiter mit den Begegnungen Erzgebirge Aue - Karlsruher SC, Hannover 96 - 1. FC Heidenheim und VfB Stuttgart - VfL Osnabrück. Abgeschlossen wird er am Montag, wenn der Hamburger SV Holstein Kiel empfängt.

Quelle: ntv.de, ter/sid