Fußball

Reaktionen auf Uefa-Entscheidung EM-Verschiebung ist "alternativlos"

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Bundestrainer Löw findet die Entscheidung, die EM zu verlegen, gut.

(Foto: imago images/Alex Nicodim)

Die Fußball-Europameisterschaft findet ein Jahr später statt als geplant. Für den DFB-Präsidenten Fritz Keller ist diese Entscheidung alternativlos, Bundestrainer Joachim Löw sieht das ähnlich. Auch die übertragenden Sender reagieren verständnisvoll.

Die Spitze des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat ebenso wie Bundestrainer Joachim Löw die Verlegung der EM-Endrunde auf den nächsten Sommer als alternativlos bezeichnet. "Wir alle müssen die Gesundheit und das Leben von Menschen schützen, das gilt selbstverständlich auch für den Fußball", sagte Löw. DFB-Präsident Fritz Keller meinte: "Es gibt keine Alternative zur Verschiebung". Die Europäische Fußball-Union (Uefa) hatte bei ihrem Krisengipfel entschieden, die Europameisterschaft zu verlegen. Als neuer Termin wurde der Zeitraum vom 11. Juni bis 11. Juli 2021 vorgeschlagen - ob diese Endrunde dann ebenfalls in zwölf Ländern ausgetragen werden soll, wurde nicht näher erläutert. Einer der vorgesehenen Spielorte im Sommer wäre München gewesen.

"Unsere Nationalspieler (...) hätten natürlich wahnsinnig gerne die Euro im Sommer gespielt, was sie sich auch erarbeitet hatten. Jeder Sportler lebt doch für diese großen Spiele, für diese großen Turniere, die ein Land, einen ganzen Kontinent oder bei Weltmeisterschaften die ganze Welt begeistern", betonte Löw. Ähnlich äußerte sich Oliver Bierhoff, der DFB-Direktor Nationalmannschaften und Akademie brachte aber ebenfalls Verständnis für die Entscheidung auf. "So gerne wir nun gegen Italien und Spanien, insbesondere aber die Euro 2020 im Sommer mit unserer jungen Mannschaft und den drei tollen Heimpartien in München gespielt hätten, so alternativlos sind diese Entscheidungen im Moment", sagte er. Die für Ende März geplanten Testspiele in Spanien am 26. März und gegen Italien in Nürnberg am 31. März waren ebenfalls abgesagt worden.

Hradecky nimmt's mit Humor

Auch der im Nachgang der enttäuschenden WM 2018 von Löw aussortierte Ex-Nationalspieler Thomas Müller meldete sich zu Wort. Der Profi des FC Bayern München schrieb auf Twitter: "Die einzig richtige Entscheidung." Das sieht auch Lukas Hradecky, finnischer Torwart in Diensten von Bayer 04 Leverkusen so. Er hatte sich mit Finnland erstmals für das Turnier qualifiziert: „Wir Finnen haben über 80 Jahre darauf gewartet, an einer Endrunde eines großen Fußball-Turniers teilzunehmen. Da kommt es auf ein paar Monate nicht an.“

Das große Ganze im Blick hatte auch Uefa-Präsident Alexander Ceferin, der sagte: "Wir stehen am Ruder eines Sports, den eine riesige Anzahl von Menschen leben und atmen und der von diesem unsichtbaren und sich schnell bewegenden Gegner niedergeschlagen wurde. In Zeiten wie diesen muss die Fußball-Gemeinschaft Verantwortung, Einheit, Solidarität und Altruismus zeigen. Die Gesundheit von Fans, Mitarbeitern und Spielern muss für uns oberste Priorität haben."

Philipp Lahm als Organisationschef der EM 2024, die in Deutschland stattfinden wird, mahnte: "Wir alle lieben den Fußball. Aber im Angesicht der Pandemie müssen wir neue Schwerpunkte setzen. Die Gesundheit der Menschen ist das höchste Gut. Wir müssen es gemeinsam schützen. Ich appelliere an alle, die Weisungen der Gesundheitsbehörden genau zu befolgen. Wir können die Pandemie nur gemeinsam besiegen. Als Team." Auch Andrea Agnelli, Chef von Juventus Turin und der europäischen Klub-Vereinigung ECA, hielt fest, dass es nicht allein um den Sport geht: "Europa steht vor der größten Herausforderung dieser Generation, die alle Ebenen der Gesellschaft einschließlich des Fußballs betrifft."

Die Fernsehsender ARD und ZDF zeigten auch Verständnis für die Absage und den neu geplanten Termin in einem Jahr. "Wir verstehen die Verschiebung der Euro voll und ganz", sagte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky. "Wir werden nun zeitnah ARD-intern, mit dem ZDF und der UEFA besprechen, wie die weiteren inhaltlichen und finanziellen Modalitäten gemeinsam behandelt werden." Die beiden öffentlich-rechtlichen TV-Sender hatten sich die Medienrechte für alle Spiele der EM in zwölf Ländern gesichert und dafür umfangreiche Vorbereitungen getroffen. Diese sind nun zunächst hinfällig.

Quelle: ntv.de, tsi/sid