Fußball

Plakate gegen Hoffenheims Hopp Eberl schämt sich für Gladbacher Fans

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Transparent des Anstoßes.

(Foto: dpa)

Zwei Transparente der Mönchengladbacher Fans sorgen bei der Partie gegen die TSG Hoffenheim für Aufregung in der Fußball-Bundesliga. Der Schiedsrichter unterbricht das Spiel für kurze Zeit. Borussias Manager Max Eberl wettert, dass es nicht in Ordnung sei, den Mäzen der Gäste zu beleidigen.

Der große Teil der Fans von Borussia Mönchengladbach stimmte während des Spiels ein Pfeifkonzert an und machte seinem Unmut Luft. Transparente gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp sorgte beim 1:1 (1:0) gegen die TSG am 23. Spieltag der Fußball-Bundesliga für Aufregung. "Wir haben Werte, sind gegen Rassismus und Ausgrenzung - und dann halten 50 Hornochsen ein solches Plakat hoch. Dafür schäme ich mich", sagte Manager Max Eberl dem Bezahlsender Sky. Eine Bestrafung durch den DFB werde man akzeptieren.

Hinterher forderte er die Zuschauer auf, dem Verein die Verursacher zu melden. "Natürlich hoffen wir, dass wir diese Menschen finden und ausschließen. Und wenn nicht wir sie finden, dann vielleicht andere in der Fankurve", sagte Eberl. "Ich hoffe, dass es in der Kurve Solidarität gibt. Menschen, die andere identifizieren und sagen, der war es. Wir haben in Münster gesehen, dass so etwas möglich ist." Beim Drittliga-Spiel des SC Preußen Münster gegen die Würzburger Kickers hatten Fans den Ordnern den Zuschauer gezeigt, der Affenlaute in Richtung des Würzburger Spielers Leroy Kwadwo gemacht hatte.

"Ein bisschen wie Räuber und Gendarm"

Nach dem Seitenwechsel zeigten einige der Ultras im Fanblock in der Nordkurve ein Transparent: "Hurensöhne beleidigen einen Hurensohn und werden von Hurensöhnen bestraft." Im Hintergrund war ein Plakat mit dem Konterfei Hopps im Fadenkreuz zu sehen. Kurz nach der Pause ließ Schiedsrichter Felix Brych das Spiel kurz unterbrechen. Nachdem die Ordner eingeschritten waren, verschwanden die Transparente. Manager Eberl und Kapitän Lars Stindl waren ebenfalls in die Kurve gegangen, um auf die Fans einzureden.

Hoffenheims Trainer Alfred Schreuder erzählte hinterher, er habe erwogen, die Mannschaft vom Rasen zu nehmen: "Ich habe gesagt: Wenn das Plakat nicht verschwindet, gehen wir heim. Dann können sie die drei Punkte haben." Die Transparente sind eine Reaktion auf das Urteil des Sportgerichts des DFB, das Borussia Dortmund wegen Beleidigungen von Hopp zum Fan-Ausschluss bei den kommenden beiden Spielen in Hoffenheim verurteilt hatte.

Auf die Frage, wie solche Plakate ins Stadion gelangen, sagte Manager Eberl: "Auch wir werden uns hinterfragen. Aber die Menschen am Eingang tun ihr Bestmögliches, solche Plakate zu finden. Inzwischen ist das ein bisschen wie Räuber und Gendarm. Sie finden immer Wege, solche unsäglichen Plakate ins Stadion zu bringen."

Quelle: ntv.de, sgi/sid/dpa