Fußball

Köln demütigt Slapstick-Hertha BVB jagt den FC Bayern, Gladbach patzt

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Jubel an der Weser: Die Dortmunder Borussen lassen beim SV Werder Bremen nichts anbrennen.

(Foto: imago images/Nordphoto)

Borussia Dortmund gewinnt bei abstiegsbedrohten Bremern, bleibt dem Spitzenreiter FC Bayern auf den Fersen und hält die Fußball-Bundesliga spannend. Die Namenscousine aus Mönchengladbach lässt gegen Hoffenheim spät Punkte liegen. Für Aufsehen sorgt der 1. FC Köln im Olympiastadion.

SV Werder Bremen - Borussia Dortmund 0:2 (0:0)

Borussia Dortmund hat am 23. Spieltag der Fußball-Bundesliga Revanche für das Pokal-Aus beim SV Werder Bremen genommen und die Abstiegssorgen der Norddeutschen vergrößert. Der BVB gewann nach anfänglichen Schwierigkeiten verdient mit 2:0 (0:0) und bleibt Tabellenführer FC Bayern auf den Fersen. Für die Bremer wird die Lage dagegen immer dramatischer. Für das Team von Trainer Florian Kohfeldt war es die neunte Niederlage in den vergangenen zehn Spielen und die sechste Heimpleite in Serie. So oft nacheinander verlor Werder im Weserstadion noch nie.

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Er nun wieder: Erling Haaland, Borussia Dortmund.

(Foto: REUTERS)

Vor 42.100 Zuschauern erzielten Dan-Axel Zagadou in der 52. Minute und Erling Haaland (66.) die Treffer für das Team von Trainer Lucien Favre. Der vertraute jenen Spielern, die am Dienstag in der Champions League gegen Paris Saint-Germain mit 2:1 gewonnen hatten. Allerdings wurden die Dortmunder erst nach der Pause zwingender. Nachdem Haaland eine Großchance vergeben hatte, gingen die Gäste nach der folgenden Ecke in Führung. Zagadou drückte den Ball in der Mitte über die Linie. Wenig später hätte Haaland die Partie entscheiden können, scheiterte aber nach feinem Zuspiel von Guerreiro an Pavlenka. Werder wirkte zwar bemüht, im Spiel nach vorne gelang aber nichts. Davie Selke, nach seiner Gelbsperre zurück, konnte sich ebenso wenig in Szene setzen wie Milot Rashica. Ganz anders Haaland. Nach schöner Kombination über Sancho und Achraf Hakimi war der Norweger in der Mitte eiskalt zur Stelle.

Borussia Mönchengladbach - TSG Hoffenheim 1:1 (1:0)

Mönchengladbachs Heimserie ist in letzter Sekunde gerissen. Nach acht Heimsiegen in Serie kam die Borussia gegen die TSG Hoffenheim nur zu einem 1:1 (1:0). Joker Lucas Ribeiro sicherte den Gästen bei seinem Bundesligadebüt den Punkt (90.+2). Die Borussia hat auf Tabellenführer FC Bayern nun sechs Punkte Rückstand. Allerdings wissen die Gladbacher noch das wegen Sturmtief "Sabine" ausgefallene Derby gegen den 1. FC Köln in der Hinterhand, das am 11. März nachgeholt wird. Die Hoffenheimer vermieden die dritte Niederlage in Serie und einen weiteren Rückschlag im Kampf um einen Europaligaplatz.

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Plakate des Abstoßes.

(Foto: imago images/Horstmüller)

Der deutsche Nationalspieler Matthias Ginter hatte Gladbach mit seinem ersten Saisontreffer in Führung geschossen (11.), Alassane Pléa scheiterte mit einem Handelfmeter an TSG-Keeper Oliver Baumann (75.). Ein Treffer des Franzosen wurde per Videobeweis aberkannt (83.). Auffällig waren Schmähplakate einiger Gladbacher Fans kurz nach der Pause gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp. Schiedsrichter Felix Brych unterbrach sogar das Spiel. "Hurensöhne beleidigen einen Hurensohn und werden von Hurensöhnen bestraft", stand in der Nordkurve. Eine Reaktion auf das Urteil des DFB, das Borussia Dortmund wegen Beleidigungen von Hopp zum Fan-Ausschluss bei den nächsten beiden Spielen in Sinsheim verurteilt hatte. Nachdem Ordner interveniert hatten, verschwand das Plakat ebenso wie eines mit einem Hopp-Gesicht im Fadenkreuz. Manager Max Eberl und Gladbachs Kapitän Lars Stindl gingen in die Kurve, um auf die Fans einzureden.

Hertha BSC Berlin - 1. FC Köln 0:5 (0:3)

Der 1. FC Köln hat sich mit einem der höchsten Auswärtssiege in seiner Bundesliga-Geschichte in prächtige Feierstimmung für den Rosenmontag gebracht und die Hoffnungen auf bessere Zeiten bei Hertha BSC schon wieder jäh zerstört. Die Gäste aus dem Rheinland fertigten die Berliner im Olympiastadion mit 5:0 (3:0) ab und feierten unter Trainer Markus Gisdol bereits den sechsten Sieg in den vergangenen acht Spielen. Per doppeltem Doppelpack trafen Jhon Cordoba (4./22. Minute) und Florian Kainz (38./62.). Für den fünften Treffer sorgte vor 46.207 Zuschauern Mark Uth (70.). In der Tabelle zogen die Kölner an den punktgleichen Berlinern (26) vorbei auf den 13. Platz. Einzig eine Verletzung von Abwehrspieler Rafael Czichos nach einem Kopfballduell trübte den Kölner Jubel.

SC Freiburg - Fortuna Düsseldorf 0:2 (0:1)

Fortuna Düsseldorf hat unter Trainer Uwe Rösler erstmals in der Liga gewonnen. Nach fünf sieglosen Liga-Partien setzte sich die Fortuna mit 2:0 (1:0) beim SC Freiburg durch. André Hoffmann (37.) und Erik Thommy (61.) erzielten die Tore für den Tabellen-16., der nun drei Punkte Vorsprung auf einen direkten Abstiegsplatz hat. Der Treffer zum 2:0 fiel in Überzahl, weil Freiburgs Nicolas Höfler in der Kabine war - offenbar, weil er auf die Toilette musste. Bemerkenswertes ereignete sich zunächst nur vor der Partie. Fans des SC hatten während der Gedenkminute an die Opfer der Gewalttat von Hanau lautstarke "Nazis raus"-Rufe angestimmt. Auch Anhänger von Fortuna Düsseldorf stimmten kurz darauf in die Sprechchöre ein. Zudem war vor dem Freiburger Fanblock ein großes Banner mit der Aufschrift "Rassismus Tötet! Alle(s) gegen Rassismus!" zu sehen.

Apropos Tabellenspitze: Dort steht der FC Bayern, ganz gleich was an diesem 23. Spieltag der Fußball-Bundesliga noch passiert. Allerdings fehlte den Münchnern bei der Einstimmung auf das Champions-League-Spiel beim FC Chelsea am kommenden Dienstag "die perfekte Lösung". Will meinen: Das Experiment mit der Dreierkette in der Abwehr klappte nicht so ganz. Aus dem zähen 3:2-Sieg gegen Tabellenletzten SC Paderborn ziehen sie dennoch ein paar Erkenntnisse für den Achtelfinal-Ausflug auf die Insel.

Quelle: ntv.de, sgi/dpa