Fußball

Fan-Invasion der Frankfurter Eintracht soll die Liga-Ehre in Europa retten

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Kampf um jeden Ball: Luka Jovic gibt ungern einen verloren.

(Foto: www.imago-images.de)

Eintracht Frankfurt ist der letzte Hoffnungsträger für einen versöhnlichen Abschluss der Fußball-Bundesligisten in der europäischen Tuniersaison. Nach dem Champions-League-Aus aller deutschen Klubs können es Hütters Jungs im Europa-Pokal richten. Allerdings haben sie in Mailand eine schwere Aufgabe.

Nicht der FC Bayern, Borussia Dortmund oder der FC Schalke 04, sondern Eintracht Frankfurt ist der letzte deutsche Vertreter in der laufenden Europapokal-Saison. Nach dem Aus des Fußball-Meisters aus München im Champions-League-Achtelfinale (1:3 gegen Liverpool) sind die Hessen an diesem Donnerstag (21 Uhr bei RTL und im n-tv.de Liveticker) bei Inter Mailand in der Europa League gefordert. "Es macht uns stolz, dass wir immer noch im internationalen Geschäft vertreten sind. Das haben wir uns verdient", sagte Torhüter Kevin Trapp. Die Chancen stehen nach einem 0:0 im Hinspiel nicht schlecht. Dennoch erwartet die Eintracht nach Marseille, Lazio Rom, Limassol und Donezk nun mit Inter Mailand der bislang härteste Gegner.

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Trapp soll die Eintracht nach hinten absichern.

(Foto: imago images / Laci Perenyi)

Die Ausgangslage: Gut, aber nicht sehr gut für den letzten deutschen Vertreter in der Europa League. Das torlose Remis von vor einer Woche ist eine ordentliche Situation. Frankfurt reicht auswärts jedes Remis mit Toren und jeder Sieg. Treffen die Gäste, muss Inter bereits zwei Tore schießen. "Wir sollten auf Sieg spielen. Das ist es, was wir können", sagte Torhüter Kevin Trapp.

Wer fehlt: Auf beiden Seiten fehlen einige Schlüsselfiguren in dem Duell der Traditionsvereine. Die Eintracht muss ohne ihren gesperrten Trainer Hütter auskommen, der nach einem Kick gegen eine Flasche im Hinspiel hart bestraft wurde. Auch Ante Rebic (verletzt) und Gelson Fernandes (gesperrt) fehlen. Inter muss weiter auf seinen Star Radja Nainggolan verzichten und plant auch am Donnerstag nicht mit Stürmer Mauro Icardi, der zuletzt Ärger mit der Vereinsführung geschürt hatte. Defensivspieler Kwadwo Asamoah und Torjäger Lautaro Martinez fehlen zudem gelbgesperrt.

So könnten sie spielen:

Inter Mailand: Handanovic - D'Ambrosio, de Vrij, Miranda, Dalbert -  Gagliardini, Brozovic - Borja Valero - Candreva, Politano, Perisic.

Eintracht Frankfurt: Trapp - Hinteregger, Hasebe, Ndicka - da Costa,  Kostic - Rode, de Guzman - Gacinovic - Haller, Jovic.

Schiedsrichter: Ovidiu Hategan (Rumänien)

Wer ist dabei: Allen voran Christian Peintinger! Der 51 Jahre alte Österreicher, ein Assistent und Vertrauter Hütters, wird am Donnerstag die Rolle des Chefs übernehmen. "Es ist auch für mich eine Freude", sagte Peintinger am Mittwoch in Mailand. Gemeinsam mit Armin Reutershahn will er an der Seitenlinie für die nächste Überraschung der SGE sorgen. Genug Angriffspower wird es auch ohne Rebic und Icardi geben: Sowohl die Eintracht (Sébastien Haller, Luka Jovic) als auch Inter (Ivan Perisic) verfügen über überragende Offensivspieler.

Das sagt der Hinspielheld: Schlussmann Trapp hielt die Eintracht beim 0:0 im Hinspiel auf Kurs - unter anderem mit einem parierten Elfmeter. Das zweite Duell mit Inter ist für ihn etwas ganz Besonderes. "Es ist ein absolutes Highlight. Es ist wie ein Champions-League-Spiel. Es ist ein besonderes Spiel für uns alle", sagte der 28-Jährige. Frankfurt habe eine "Riesenchance, die uns niemand zugetraut hätte". Der Keeper kündigte an: "Wir haben viel Power." Was die Frankfurter in Mailand aber vor allem deutlich machen wollen: "Wir zeigen jedes Mal, dass wir nicht umsonst hier stehen." Von Saisonbeginn an, stellte die Eintracht klar, die Europa League komplett ernst nehmen zu wollen und in der Folge auch nie über Doppelbelastung geklagt.

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Worauf die Eintracht sich verlassen kann: Auf ihre Fans. Mindestens 13.500 Anhänger begleiten die Hessen ins Stadion. Der 18-malige italienische Meister hatte das garantierte Kartenkontingent von 6500 ausgeweitet. Da jedoch Hunderte weitere Fans erwartet werden, rechnet man in Mailand mit insgesamt circa 15.000 Frankfurtern. Die Italiener kennen die verrückten Frankfurter-Fans bereits: Schon in der Gruppenphase im Spiel gegen Lazio Rom reisten circa 10.000 Unterstützer an. 2013 bei der bis dato letzten Europapokal-Teilnahme der Eintracht waren es im französischen Bordeaux 12.000, schon damals laut der Uefa Rekord für die Europa League.

Quelle: n-tv.de, jho/dpa/sid

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