Fußball

Neue Vorwürfe gegen HSV-Profi Ermittler durchsuchen Wohnung von Jatta

Hamburgs Bakery Jatta wird nach dem Spiel von den Fans gefeiert. Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild

Es gibt offenbar erneut Zweifel an der Identität von Bakery Jatta.

(Foto: Christian Charisius/dpa/Archivbild)

Ermittler der Staatsanwaltschaft durchsuchen die Wohnung von Bakery Jatta. Dem Fußballer des Hamburger SV wird "ein Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz" vorgeworfen. Er soll falsche Angaben gemacht haben. Ein altes Verfahren könnte damit neu aufgerollt werden.

Dem Hamburger Fußball-Profi Bakery Jatta droht neuer Ärger. Wie die "Bild" berichtet, wurde die Wohnung des 22-Jährigen am Vormittag durchsucht. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft erklärte auf Anfrage von RTL/ntv: "Dem Beschuldigten wird ein Verstoß gegen das Aufenthaltsgesetz vorgeworfen." Es bestehe der Verdacht, dass der Angreifer des Hamburger SV "unrichtige Angaben gemacht haben könnte, um einen Aufenthaltstitel zu erhalten". Bislang gebe es nur einen konkretisierten Anfangsverdacht.

"Im Wesentlichen haben die Ermittlungen gezeigt, dass er (Anmerk. d. Red.: Jatta) Kontakt zu Personen hat, die wir eher in Verbindung mit Herrn Daffeh gebracht haben. Und die sich nicht in Einklang bringen lassen, wenn es sich bei Herrn Jatta nicht um Herrn Daffeh handelt", berichtete Staatsanwältin Liddy Oechtering dem Sportinformationsdienst. Bei der Durchsuchung wollten die Ermittler elektronische Datenträger wie Computer und Handy als mögliche Beweismittel sicherstellen.

"Wir werden Akteneinsicht beantragen und uns dann zu gegebener Zeit zu dem Thema äußern", sagte Jattas Anwalt Thomas Bliwier der Deutschen Presse-Agentur. "Wir vertrauen weiterhin auf die behördlichen Entscheidungen, die die Identität unseres Spielers Bakery Jatta bestätigt haben. Wir werden unserem Spieler auch weiterhin zur Seite stehen", erklärte der HSV auf Anfrage.

"Was hatte ich verbrochen?"

Im vergangenen Jahr hatte es schon Aufregung um die Aufenthaltserlaubnis des Gambiers gegeben. Jatta, so hatte die "Bild" unter Berufung auf eigene Recherchen berichtet, könnte eine Vergangenheit als Bakary Daffeh haben und zweieinhalb Jahre älter sein als bislang angenommen. Das Bezirksamt Hamburg-Mitte und der DFB-Kontrollausschuss hatten daraufhin in dem Fall Ermittlungen aufgenommen.

Vier Wochen nach Bekanntwerden der Vorwürfe am 7. August hatte das Hamburger Bezirksamt die Nachforschungen zur Identität von Jatta eingestellt. "Aus den dem Bezirksamt vorliegenden Unterlagen gehen keine belastbaren Anhaltspunkte hervor, die ausländerrechtliche Maßnahmen begründen würden", hatte Bezirksamtsleiter Falko Droßmann am 2. September mitteilen lassen: "Die aufgekommenen Zweifel an der Richtigkeit der Angaben haben sich im Rahmen der Anhörung nicht bestätigt."

Jatta, der öffentlich zunächst lange zu den Vorwürfen geschwiegen hatte, bekannte schließlich im Februar in einem Interview mit dem Stadionmagazin des HSV, wie sehr ihn die Situation belastet hatte. "Niemand kann sich vorstellen, wie ich mich in dieser Zeit gefühlt habe. Ich wurde öffentlich an den Pranger gestellt. Aber wofür? Was hatte ich verbrochen? Ich habe mich gefühlt, als wollte man mich wegsperren, mich ins Gefängnis stecken. Doch ich wusste die ganze Zeit, dass nicht alle Menschen in Deutschland so denken, sondern dass es lediglich eine Zeitung war."

Quelle: ntv.de, tno