Für WM "einen Ratschlag"Ex-FIFA-Boss Blatter warnt Fans: "Bleibt den USA fern"

Joseph Blatter war selbst lange Zeit FIFA-Präsident, nun gibt er Ratschläge von der Seitenlinie: Fußball-Fans rät er davon ab, im Sommer zur Weltmeisterschaft nach Nordamerika zu fliegen. Wegen Sicherheitsbedenken schließt er sich einem Antikorruptionsexperten an.
Der frühere FIFA-Präsident Joseph S. Blatter rät Fußballfans aufgrund von Sicherheitsbedenken von einer Reise in die USA zur Weltmeisterschaft im Sommer ab. "Für die Fans gibt es nur einen Ratschlag: Bleibt den USA fern", schrieb der 89-jährige Schweizer bei X. Er gebe dem Antikorruptionsexperten Mark Pieth, der von 2011 bis 2013 Vorsitzender einer Kommission für Verbandsführung bei der FIFA war, "Recht, diese Weltmeisterschaft infrage zu stellen".
Der Schweizer Pieth hatte sich jüngst ähnlich in einem Interview mit dem "Tagesanzeiger" geäußert. "Ihr seht es am Fernseher sowieso besser", sagte der 72-Jährige nach seinem Appell, die USA im Sommer zu meiden: "Bei der Einreise müssen Fans damit rechnen, dass sie, wenn sie den Beamten nicht gefallen, direkt in den nächsten Flieger nach Hause geschickt werden. Wenn sie Glück haben." Wenn nicht, würden sie "nach Mittelamerika deportiert. Das sind die Realitäten. Das Harmloseste ist, dass die Beamten einem das Handy auseinandernehmen und nachschauen, ob man etwas Negatives über Trump geschrieben hat".
Pieth wies auf die innenpolitische Lage hin. Die "Marginalisierung politischer Gegner" oder "die Übergriffe der Einwanderungsbehörden" machten einen "als Fan nicht an, dahin zu reisen. Die USA sind in Bezug auf die Sicherheit in einer ähnlichen Situation wie Mexiko. In Mexiko sind es die Drogenbanden, die mit Übergriffen drohen, in den USA ist es ein autoritär werdender Staat", sagte Pieth über den Co-Gastgeber des Turniers (11. Juni bis 19. Juli).
Beim höchst umstrittenen Einsatz zur Abschiebung irregulärer Migranten in der US-Großstadt Minneapolis hatten Beamte der Grenzschutzbehörde Border Patrol am Samstag erneut einen Menschen erschossen. Die deutsche Bundesregierung riet Reisende nun zu erhöhter Vorsicht. Blatter war 2015 nach einer Reihe von Skandalen als FIFA-Chef zurückgetreten. Seinen Nachfolger Gianni Infantino kritisierte er in den vergangenen Jahren immer wieder scharf. Zuletzt in einem Interview in der vergangenen Woche.