Fußball

Uefa kürt Fußballer des Jahres FC Bayern dominiert Kampf um Europa-Krone

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Lewandowski steht kurz vor dem nächsten Titel.

(Foto: Peter Schatz)

Die Triple-Sieger vom FC Bayern dominieren auch die Wahl zum Uefa-Fußballer des Jahres. In den Top Drei, die den Titel unter sich ausmachen, finden sich gleich zwei Profis aus München. Bei den Trainern kommen gleich alle drei Besten aus Deutschland.

Deutscher Meister, DFB-Pokalsieger, Champions-League-Sieger - als Mannschaft schien der FC Bayern in der abgelaufenen Saison nicht nur der nationalen Konkurrenz enteilt, auch die europäischen Gegner wirkten phasenweise chancenlos. Die Dominanz der Münchner zeigt sich nun auch in der Wahl der Europäischen Fußball-Union Uefa, die die Top Drei der Fußballer des Jahres veröffentlicht hat. Hoffnungen machen sich dürfen sich Robert Lewandowski und Manuel Neuer, einziger Nicht-Münchner in der Finalauswahl, deren Sieger am 1. Oktober bekannt gegeben werden sollen, ist Kevin De Bruyne von Manchester City.

Lewandowski traf für die im Jahr 2020 weiterhin ungeschlagenen Münchner beinahe nach Belieben, erzielte in 47 Pflichtspielen beeindruckende 55 Tore, wurde Torschützenkönig in der Bundesliga und in der Champions League. Neuer brillierte nicht nur als Rückhalt im Tor, sondern tritt mit seiner Ballsicherheit und seinem guten Passspiel auch im Spielaufbau des FC Bayern in Erscheinung. De Bruyne verpasste mit Manchester City zwar den Meistertitel in der Premier League, stellte mit 20 Assists und 13 Toren aber den Rekord der englischen Eliteklasse ein. Im Vorjahr siegte etwas überraschend Liverpools Virgil van Dijk vor Lionel Messi (FC Barcelona) und Cristiano Ronaldo (Juventus Turin).

Die Wahl führt die Uefa gemeinsam mit den European Sports Media durch, einem Zusammenschluss von Sportzeitschriften, der "Kicker" gehört zu den Gründungsmitgliedern und schreibt dazu: "Stimmberechtigt waren alle 80 Trainer der Klubs, die 2019/20 an den Gruppenphasen von Champions und Europa League teilgenommen haben, sowie 55 von den ESM ausgewählten Journalisten - einer aus jedem UEFA-Mitgliedsverband. Alle Wahlberechtigten verteilten jeweils fünf, drei und eine Stimme an ihre drei Favoriten. Die Trainer durften dabei nicht für Spieler aus ihrer Mannschaft abstimmen."

Spieler des Jahres: Für den Titel infrage kommen nur noch Lewandowski, Neuer und de Bruyne. Den vierten Platz teilen sich Lionel Messi und PSG-Star Neymar, dahinter folgen mit Thomas Mülle und Kylian Mbappé zwei Profis, die im Champions-League-Finale aufeinander trafen. Die Münchner Triple-Sieger Thiago und Joshua Kimmich landen auf den Plätzen acht und neun, als Zehnter rundet Cristiano Ronaldo die Top Ten ab.

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Neuer führte den FC Bayern als Kapitän zum Triple.

(Foto: AP)

Spielerin des Jahres: Titelverteidigerin Lucy Bronze (Lyon, seit Sommer Manchester City) gehört wieder zu den Top Drei, außerdem die vom VfL Wolfsburg zum FC Chelsea gewechselte Stürmerin Pernille Harder und Abwehrspielerin Wendie Renard von Olympique Lyon, die den Wölfinnen im CL-Finale überlegen war. Einzige Deutsche in der Rangliste ist Dszenifer Marozsán auf Platz zehn, die mit Lyon zum vierten Mal in Folge Europas Königsklasse gewann.

Trainer des Jahres bei den Männern: Europas bester Übungsleiter ist ein Deutscher. Die Frage ist nur, welcher. Hansi Flick vom FC Bayern ist wohl der offensichtlichste Kandidat, auf dem Weg zum Triple gewannen die Münchner inklusive des Champions-League-Finals gegen Paris insgesamt 20 Spiele in Folge, im Jahr 2020 ist die Mannschaft weiterhin unbesiegt. Eine ähnlich beeindruckende Saison lieferte der FC Liverpool in Premier League ab, an deren Ende Jürgen Klopp die Reds zum ersten Meistertitel seit 30 Jahren führte und von den ersten 28 Liga-Spielen 27 gewann. Dritter Kandidat ist Julian Nagelsmann, der RB Leipzig überraschend ins Halbfinale der Königsklasse führte und auf dem Weg dorthin im Alter von 33 Jahren zum jüngsten Trainer wurde, der ein K.-o.-Duell in diesem Wettbewerb gewinnen konnte. Die Top drei knapp verpasst hat dagegen Thomas Tuchel (Paris St. Germain) als Vierter.

Trainer des Jahres bei den Frauen: Jean-Luc Vasseur ist der Mann, der die Dominanz von Olympique Lyon verantwortet. Wer fünfmal in Folge die Champions League gewinnt und damit das Triple vollendet, der scheint ziemlich viel richtig zu machen. Ähnlich dominant tritt der VfL Wolfsburg in Deutschland auf, holte sich das Double aus Meisterschaft und Pokal und erreichte das CL-Endspiel - damit verdiente sich Stephan Lerch zahlreiche Stimmen. Dritter Anwärter ist Lluís Cortés, der mit dem FC Barcelona die erste spanische Meisterschaft seit fünf Jahren feierte. Auf Rang sieben wählten die Stimmberechtigten den Trainer des FC Bayern, Jens Scheuer.

Darüber hinaus gibt es Auszeichnungen für alle Mannschaftsteile - also die Torwartposition, Verteidigung, Mittelfeld und Angriff. Auch hier dominieren die Profis des FC Bayern die Abstimmungen. Die jeweiligen Top drei im Überblick sowie die weiteren platzierten Profis aus Deutschland.

Torhüter der Saison: Keylor Navas (Paris St. Germain), Jan Oblak (Atlético Madrid) und Manuel Neuer (FC Bayern). Dessen DFB-Herausforderer Marc-André ter Stegen (FC Barcelona) wird Sechster.

Torhüterin der Saison: Sarah Bouhaddi (Lyon), Christiane Endler (Paris) und Sandra Paños (Barcelona). Wolfsburgs Friederike Abt ist Vierte, Laura Benkarth vom FC Bayern Sechste.

Verteidiger der Saison: David Alaba, Alphonso Davies und Joshua Kimmich, alle vom FC Bayern. Dayot Upamecano von RB Leipzig wählen die Stimmberechtigten auf Rang sechs.

Verteidigerin der Saison: Lucy Bronze und Wendie Renard (beide Lyon) und Lena Goessling (Wolfsburg). Auf Rang fünf landete Goesslings Teamkollegin Dominique Janssen, auf Platz sieben die im Sommer vom FC Bayern nach Wolfsburg gewechselte Kathrin Hendrich und Neunte wird Carolin Simon (FC Bayern).

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Lena Goessling ist als Verteidigerin des Jahres nominiert.

(Foto: imago images/foto2press)

Mittelfeldspieler der Saison: Thomas Müller (FC Bayern) darf sich Hoffnungen machen, ebenso sein Ex-Kollege Thiago. Der wechselte jüngst zum FC Liverpool, nominiert ist er aber für seine Leistungen als Münchner. Dritter Kandidat ist Kevin De Bruyne. Die Endauswahl verpassten die Münchner Serge Gnabry als Vierter, Joshua Kimmich als Sechster und Leon Goretzka als Siebter. Zehnter ist Leipzigs Marcel Sabitzer.

Mittelfeldspielerin der Saison: Sara Björk Gunnarsdóttir (Lyon/Wolfsburg), die vor dem CL-Finale nach Frankreich wechselte und gegen ihr altes Team den Titel gewann sowie das DFB-Duo Dzsenifer Marozsán (Lyon) und Alexandra Popp (Wolfsburg). Ingrid Engen (ebenfalls Wolfsburg) wird Achte, Lina Magull vom FC Bayern Zehnte.

Stürmer der Saison: Robert Lewandowski duelliert sich hier mit Kylian Mbappé und Neymar von Paris St. Germain. Serge Gnabry landet wie schon im Mittelfeld-Voting auf Rang vier, den fünften Platz teilt der im Winter von Salzburg nach Dortmund gewechselte Erling Haaland mit Barcelonas Superstar Lionel Messi, Thomas Müller ist Siebter.

Stürmerin der Saison: Delphine Cascarino (Lyon), Pernille Harder (Wolfsburg, seit Kurzem FC Chelsea) und Vivianne Miedema (Arsenal). Vom VfL Wolfsburg landen zudem Ewa Pajor und Fridolina Rölfö auf den Plätzen sieben und zehn.

Quelle: ntv.de, tsi