Fußball

"Wahnsinnstransfer" ist fix FC Bayern feiert sich schon für Sadio Mané

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Sadio Mané spielt künftig für den FC Bayern.

(Foto: picture alliance / SVEN SIMON)

Sadio Mané wird künftig die Fußball-Bundesliga veredeln: Der senegalesische Weltstar wechselt wie erwartet zum FC Bayern München. Für den deutschen Rekordmeister ist der Transfer ein Coup, der für prominente Spieler Konsequenzen haben dürfte.

Der Wechsel stand seit Ende vergangener Woche schon so gut wie fest, nun ist es offiziell: Der senegalesische Nationalstürmer Sadio Mané hat beim FC Bayern München einen Vertrag bis 2025 unterschrieben. Zuvor hatten sich der deutsche Rekordmeister und Manés bisheriger Klub FC Liverpool auf die Modalitäten des Transfers verständigt: Der Bundesligist soll eine Sockel-Ablöse von 32 Millionen Euro für den Offensivspieler bezahlen, dazu könnten noch erfolgsabhängige Bonuszahlungen von bis zu 9 Millionen Euro kommen. Mané war 2016 vom FC Southampton zum FC Liverpool gewechselt und hatte seitdem maßgeblichen Anteil an den größten Erfolgen der jüngeren Klubgeschichte.

"Auf jeden Fall freuen wir uns alle, sind alle stolz drauf, dass wir so einen großen Spieler, so einen Weltstar nach München holen können", sagte Sportvorstand Hasan Salihamidzic dem TV-Sender Sky. Vorstandsboss Oliver Kahn schwärmt in einer Klubmitteilung: "Wir sind glücklich, dass wir Sadio Mané für den FC Bayern gewinnen konnten. Er ist dank seiner herausragenden Leistungen und seiner großen Erfolge auf internationalem Top-Niveau seit vielen Jahren ein Spieler, wie es sie nur ganz wenige auf der Welt gibt. Wir sind überzeugt, dass Sadio Mané unseren Fans in den nächsten Jahren mit seiner spektakulären Art zu spielen viel Freude bereiten wird."

Mané hatte "von Beginn an keine Zweifel"

Viel Freude dürfte rund um München auch verbreiten, was Mané selbst sagt: "Ich bin sehr froh, jetzt endlich beim FC Bayern in München zu sein. Wir haben viele Gespräche geführt und ich habe von Beginn an das große Interesse dieses großen Klubs gespürt. Für mich gab es daher auch von Beginn an keinen Zweifel: Das ist der richtige Zeitpunkt für diese Herausforderung. Ich will mit diesem Verein viel erreichen, auch international."

Dem FC Bayern ist mit der Verpflichtung Manés, der vor allem auf den offensiven Außenbahnen zum Einsatz kommen dürfte und keineswegs als 1:1-Ersatz für den abwanderungswütigen Torjäger Robert Lewandowski, ein "Wahnsinnstransfer" gelungen, wie es der einstige Liverpool-Keeper Loris Karius jüngst gegenüber Sport1 beschrieben hatte. "Als mir mein Berater das erste Mal von dem Interesse von Bayern München erzählt hat, war ich gleich Feuer und Flamme. Ich habe mich dort gleich gesehen. Für mich war es der richtige Verein zur richtigen Zeit. Es ist einer der größten Vereine der Welt und die Mannschaft kämpft immer um alle Titel mit", begründete der Senegalese seine Wahl.

Auch Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus bescheinigte seinem Ex-Klub via Sky einen "absoluten Super-Transfer" und "für die ganze Bundesliga eine wunderbare Attraktion". Sogar von der direkten Konkurrenz gab es Anerkennung: Für die Bundesliga wäre es toll, wenn so ein Spieler käme, sagte zuletzt BVB-Neuzugang Karim Adeyemi. Mané aber ginge "leider wohl zum falschen Verein."

Bewegung in Causa Lewandowski?

Schließlich reihte sich noch der Bayern-Präsident selbst ein in den Chor der Begeisterten: "Sadio Mané ist ein Weltstar, der die Strahlkraft des FC Bayern unterstreicht und die Attraktivität der gesamten Bundesliga erhöht. Für solche einzigartigen Fußballer kommen die Fans in die Stadien", verkündete Herbert Hainer. "Es ist großartig, dass unser Vorstand um Oliver Kahn und Hasan Salihamidžić einen Spieler wie Sadio Mané für den FC Bayern verpflichten konnte."

Ungeachtet der unterschiedlichen Kernkompetenzen dürfte die Ankunft Manés auch Bewegung in den seit Wochen vom Lager Robert Lewandowskis vehement herbeigeredeten und von den Verantwortlichen des FC Bayern mit gleicher Vehemenz verneinten Wechsels des Polen zum FC Barcelona bringen. Mit der Präsentation des afrikanischen Weltstars ließe sich die Position des kategorischen "Basta!", auf die sich Vorstandsboss Oliver Kahn und Sportvorstand Hasan Salihamidžić früh zurückgezogen hatten, bei einer ansprechenden Ablösesummer gesichtswahrend räumen.

Die Allianz-Arena ist für den 30-Jährigen ein gutes Pflaster: 2019 traf der Angreifer beim 3:1-Sieg des FC Liverpool im Champions-League-Achtelfinale hier doppelt. Künftig wird Mané, der mit dem FC Liverpool anschließend die Champions League gewann und 2020 die erste Meisterschaft des Klubs seit 30 Jahren einfuhr, seine Tore also für den FC Bayern erzielen. 2019 wurde Mané Torschützenkönig der Premier League und zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt.

"Einige werden ein bisschen mehr Gas geben müssen"

Mané, der sein Land in diesem Jahr erst zum Gewinn der Afrika-Meisterschaft und anschließend in einem dramatischen Elfmeterschießen auch noch zur WM nach Katar geführt hatte, wird nicht nur Glanz und Torgefahr nach München bringen, sondern auch den Druck im Kader erhöhen - vor allem auf die Außenbahnspieler Leroy Sané und Serge Gnabry.

Sané, erst 2020 für insgesamt rund 60 Millionen Euro von Manchester City zurück in die Bundesliga gewechselt, konnte seine unbestrittene Extraklasse in seinen ersten beiden Jahren beim FC Bayern nur selten nachhaltig auf den Platz bringen. Und Gnabry, der sich zuletzt in einem Leistungstief befand, kokettiert weiterhin mit einem ablösefreien Abschied nach Ablauf seines Vertrages im kommenden Sommer.

"Mané kann auf den Offensivpositionen wirklich alles spielen", sagte der ehemalige Nationalspieler Markus Babbel, einst in Diensten des FC Bayern und des FC Liverpool, ran.de. Das mache ihn für einen Trainer extrem wertvoll und heize zudem den internen Konkurrenzkampf an. "Da werden einige jetzt wieder ein bisschen mehr Gas geben müssen", sagte Babbel. "Dieser Deal hat endlich mal wieder eine gewisse Strahlkraft." Mané sei ein absoluter Weltklassespieler, "der mit dem FC Liverpool alles gewonnen hat, was es zu gewinnen gab. Das ist eine Hausmarke, die nicht nur dem Verein, sondern der ganzen Bundesliga guttun wird", betonte Babbel. Der FC Liverpool hatte mit dem 100-Millionen-Transfer von Stürmer Darwin Nuñez von Benfica Lissabon bereits einen Ersatz für Mané verpflichtet.

Quelle: ntv.de, ter

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