Fußball

Korruptionsbericht nicht öffentlich Fifa behält pikante Details für sich

imago03323539h.jpg

Joseph Blatter bekommt Rückendeckung für seine Vertuschungstaktik.

Wer hätte es gedacht: Sepp Blatters Fifa wird den Bericht darüber, wie genau die WM-Vergabe 2018 und 2022 gekauft wurde, nicht komplett veröffentlichen. Die Ausreden dafür liefert der Vorsitzende der rechtssprechenden Kammer der Ethikkommission.

Der Untersuchungsbericht zu den Korruptionsvorwürfen bei den WM-Vergaben 2018 und 2022 wird nicht komplett veröffentlicht. Das teilte der Fußball-Weltverband Fifa mit.

*Datenschutz

"Den Untersuchungsbericht integral zu veröffentlichen, würde die Fifa-Ethikkommission sowie die Fifa insgesamt in eine äußerst schwierige rechtliche Situation bringen", sagte der deutsche Richter Hans-Joachim Eckert in seiner Funktion als Vorsitzender der rechtsprechenden Kammer der Fifa-Ethikkommission. Zudem müssten die "Persönlichkeitsrechte der im Bericht genannten Personen" gewahrt werden, erklärte Eckert auf der Fifa-Homepage.

Damit liegt er auf der Linie von Fifa-Boss Joseph Blatter. Der hatte noch Ende September erklärt, kein Mitglied des Exekutivkomitees habe um Veröffentlichung gebeten. Das ist allerdings nicht richtig, mehrere Exko-Mitglieder haben sich mittlerweile dafür ausgesprochen - so wie auch Chefermittler Michael Garcia. Das Exko hätte die Möglichkeit, per Mehrheitsbeschluss für eine Veröffentlichung zu sorgen.

"Geeignete Form" wird gesucht

Chefermittler Garcia hatte seinen Untersuchungsbericht zu möglichen Unregelmäßigkeiten bei der WM-Vergabe für die Jahre 2018 an Russland und 2022 an Katar Anfang September an Eckert übergeben. "Nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge wird die Stellungnahme spätestens Mitte November fertiggestellt", sagte Eckert.

Der Deutsche betonte zudem, dass er gegenwärtig an einer "geeigneten Form" der Veröffentlichung arbeite: "Ob diese geeignete Form in einer Stellungnahme zum Untersuchungsbericht besteht oder ob gewisse Teile des Untersuchungsberichts anonymisiert veröffentlicht werden, ist Teil meiner derzeitigen Abklärungen. Auch eine Kombination dieser Möglichkeiten wäre denkbar", betonte er.

Quelle: n-tv.de, cba/dpa/sid

Mehr zum Thema