Fußball

Vertrag bis nach Heim-EM 2024 Flick beerbt Löw als Bundestrainer

Hansi Flick findet nach dem FC Bayern eine nächste große sportliche Herausforderung: Wie bereits erwartet, übernimmt der 56-Jährige nach der Europameisterschaft in diesem Sommer die deutsche Nationalmannschaft als Nachfolger von Joachim Löw.

Heute wurde unterschrieben, was längst erwartet wurde: Hansi Flick wird nach der Fußball-EM in diesem Sommer Trainer der deutschen Nationalmannschaft und soll für drei Jahre, bis nach der Heim-EM 2024 bleiben. Das bestätigt der DFB. Flick wird damit Nachfolger von Joachim Löw, der sich nach dem Turnier freiwillig zurückzieht. Gemeinsam hatten die beiden bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien den Titel gewonnen. Flick war damals Co-Trainer.

"Es ging jetzt doch alles auch für mich überraschend schnell mit der Unterschrift, aber ich bin sehr glücklich, ab dem Herbst als Bundestrainer tätig sein zu dürfen", sagte Flick laut DFB-Mitteilung. "Meine Vorfreude ist riesig, denn ich sehe die Klasse der Spieler, gerade auch der jungen Spieler in Deutschland." Und DFB-Direktor Oliver Bierhoff betonte: "Ich bin sehr stolz, dass es uns gelungen ist, Hansi Flick für den Posten des Bundestrainers zu verpflichten. Er stand von Anfang an ganz oben auf meiner Wunschliste. Die menschlichen und fachlichen Qualitäten von Hansi Flick kenne und schätze ich seit unseren vielen gemeinsamen erfolgreichen Jahren bei der Nationalmannschaft." Und er fügte seine hohen Erwartungen an: "Wir haben ein großes gemeinsames Ziel: zurück an die Weltspitze."

Alle Spuren führten zum DFB

Mit der Klärung der prominentesten Personalie hat der in der Führung heillos zerstrittene DFB damit vor der am 11. Juni beginnenden Europameisterschaft wenigstens auf einem Nebenschauplatz für Ruhe gesorgt. Flick hatte zuletzt verraten, ihn und den DFB trennten nur noch letzte Details. Die Gerüchte um ein Engagement des scheidenden Trainers des FC Bayern hatten sich lange und hartnäckig gehalten. Alle Versuche, das Thema vage zu reden, waren erfolglos. Anfang Mai hatte der 56-Jährige gesagt, dass er auch Gespräche mit anderen Interessenten führe. Aber keine Spur war so eindeutig wie die zum DFB.

Flick, der mit der Meisterschaft mit dem FC Bayern den siebten Titel in anderthalb gemeinsamen Cheftrainer-Jahren gewonnen hatte, hatte seinen Klub bereits vor Wochen um Freigabe zum Saisonende gebeten - und ihn mit seinem Alleingang vor laufenden Kameras düpiert. Obwohl er extremst erfolgreich war, wollte er in München nicht weitermachen. Zu sehr hatte er sich im fiesen Machtkampf mit Sportvorstand Hasan Salihamidžić aufgerieben. Zu aussichtslos war sein Werben um mehr Einfluss bei der Kadergestaltung.

Die Bayern haben die Nachfolge bereits ebenfalls geklärt. Für die Ablöse von bis zu 25 Millionen Euro (Weltrekord für einen Trainer) holte der Klub Julian Nagelsmann von RB Leipzig. Der 33-Jährige ist seit seiner Kindheit Fan des Klubs und erfüllt sich nun bereits in sehr jungen Jahren den Traum von einem Engagement beim Rekordmeister.

Dabei wird er einen Kader trainieren, der in diesem Sommer gleich drei Identifikationsfiguren verliert. Jérôme Boateng (sehr unfreiwillig), David Alaba und Javi Martínez (beide freiwillig) suchen neue Herausforderung. Wohin es für das Trio geht, ist unklar. Alaba soll es zu Real Madrid ziehen, der Baske Martinez flirtet mit einer Rückkehr zu Athletic Bilbao. Boateng könnte es noch einmal in die Premier League ziehen. Dort stand er in er Saison 2010/2011 bei Manchester City unter Vertrag. Auch der FC Barcelona und Juventus Turin sollen interessiert sein.

Quelle: ntv.de, tno

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