Fußball

Abstieg in die Vita schreiben Fünfter Schalke-Trainer ist ganz mies dran

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Auf Schalke müssen sie versuchen, den Kopf nicht in den Sand zu stecken.

(Foto: imago images/Sportfoto Rudel)

Der FC Schalke 04 versucht alles, die große Katastrophe doch noch zu verhindern: Trainer, Sportvorstand und weitere müssen gehen, weil der Abstieg aus der Fußball-Bundesliga nicht hingenommen werden soll. Dabei muss die Zweitliga-Vorbereitung jetzt in den Fokus rücken.

Es ist das letzte Aufbäumen - das große Aufräumen in der Chefetage. Der FC Schalke 04 macht Frühjahrsputz. Der vierte Trainer der laufenden Saison weg, Sportvorstand weg, der Koordinator der Lizenzspieler-Abteilung weg, der Athletik-Coach weg. Die Konsequenz ist verständlich, schließlich geht es darum, den Abstieg aus der Fußball-Bundesliga noch irgendwie zu vermeiden. Doch der Aktionismus hat einen entscheidenden Haken: Für diesen Umschwung ist es längst zu spät

Viel zu schlecht ist der Klub, der erst ein Ligaspiel von 23 gewinnen konnte, nun gegen den VfB Stuttgart aber bereits das 16. verlor. Und wie: 1:5, inklusive verschossenem Elfmeter. Neun Punkte hat das Team gerade einmal auf dem Konto, genauso viele fehlen nun schon auf Platz 15. Da die dort platzierte Hertha mit 18 Punkten gerade einmal genauso viele hat, wie Arminia Bielefeld auf dem Relegationsplatz mit einem Spiel weniger, sollte eher der 14., 1. FC Köln, mit 21 Punkten das Richtmaß sein. Es gilt also für den FC Schalke: Der Rückstand ist größer als das, was der Klub bislang eingespielt hat.

Elf Spiele sind dafür noch übrig - wohl zu wenige. Der Abstieg wird vorher feststehen. Denn auch ein fünfter Trainer in dieser Saison - dem Vernehmen nach soll es Eurofighter Mike Büskens werden - wird den Klub nicht retten können. Der vierte, Christian Gross, war erst seit 27. Dezember 2020 im Amt. In seine Zeit fällt der bislang einzige Saisonsieg (4:0 gegen Hoffenheim), unter seiner Regie holte das Team fünf der neun Punkte, doch allein die letzten beiden Partien endeten mit 1:9-Toren - vor der Stuttgart-Klatsche lag das Revierderby gegen Borussia Dortmund, das mit 0:4 endete.

Zehn Liga- und zwei Pokal-Spiele war Gross in der Verantwortung - genug für manche Spieler, offenbar sogar zu viel. Vor allem die zur Rettung geholten Neuzugänge Shkodran Mustafi, Sead Kolasinac und Klaas-Jan Huntelaar sollen eine Revolte angezettelt haben. Beim nun ebenfalls entlassenen Jochen Schneider sollen sie eine Ablösung von Gross gefordert haben. Ein Klubsprecher dementierte dies zwar, doch der angebliche Revolutionsführer Mustafi vermied nach der Stuttgart-Pleite am Sky-Mikrofon ein Bekenntnis zu Gross.

Spieler können sich nicht aus Verantwortung stehlen

Nun haben die Spieler offenbar ihren Willen bekommen. Weil von ganz oben im Aufsichtsrat kräftig aufgeräumt wird: Schneider, der Gross nicht feuern wollte, muss ebenfalls gehen. Ihn wird Peter Knäbel, der bisherige Leiter der "Knappenschmiede" beerben. Auch der Koordinator der Lizenzspieler-Abteilung Sascha Riether und auch Athletik-Coach Werner Leuthard müssen gehen. Für sie sollen der frühere Torwart Mathias Schober als Sportdirektor sowie Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah als Riether-Nachfolger übernehmen.

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Das Stuttgart-Spiel aber machte überdeutlich: Es kommt nicht nur auf die sportliche Leitung an. Die Spieler tragen große Mitschuld am Debakel. Wer so fahrlässig mit Chancen umgeht, bei Standardsituationen kläglich scheitert, Nabil Bentaleb sogar den Elfmeter zum möglichen 2:3-Anschlusstreffer vermasselt, macht es dem Coach quasi unmöglich, das Spiel erfolgreich zu gestalten. Torhüter Michael Langer sagte: "Wenn wir so verteidigen, dann ist der Trainer die ärmste Sau. Wir müssen uns an die eigene Nase packen und hinterfragen, was jeder Einzelne besser machen kann." Sogar Mustafi erkannte an: Jeder einzelne muss mehr geben.

Für den Gross-Nachfolger ist das ein warmes Versprechen. Das Arbeiten aber wird nicht leichter. Derjenige, der das Unmögliche möglich machen soll, wird sich das ganze gut überlegen müssen. Denn es wird wohl der Name desjenigen sein, der mit dem Schalker Abstieg verbunden ist. Das beste was passieren kann: Die Saison wird würdevoll beendet. Mit echtem Kampf auf dem Platz, mit Zusammenhalt im Team. Und mit dem Eingeständnis, dass es nur um die Vorbereitung der "Mission Wiederaufstieg" geht.

Quelle: ntv.de

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