Fußball

Sané wieder am Knie verletzt Für Flick kommt der Supercup zur Unzeit

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Zwar fragen ihn seine Spieler nicht nach einer Pause, Bayern Münchens Trainer Hansi Flick würde sie ihnen wohl aber dennoch gönnen.

(Foto: imago images/Thomas Frey)

Das Spiel um den deutschen Supercup kommt Bayern München und Borussia Dortmund eher ungelegen. Gewinnen wollen den Titel nach bitteren Niederlagen am Wochenende aber beide. Das Duell kann Signalwirkung auf die Liga haben. Bayerns bester Neuzugang ist aber verletzt.

Hansi Flick hätte wohl nichts dagegen, wenn seine gestressten Spieler in dieser Woche mal ihre müden Füße hochlegen könnten. Doch der Spielplan ist pickepackevoll und zwingt Bayern München schon die nächste Herausforderung auf - den deutschen Supercup gegen Borussia Dortmund. Daher sagte Flick am Tag vor dem Spiel am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF und im Liveticker auf ntv.de) tapfer lächelnd: "Das ist kein Wunschkonzert. Der Supercup gehört zum deutschen Fußball. Und wir versuchen, das Spiel zu gewinnen." Und damit einen fünften Titel in diesem Jahr.

Auch in Dortmund betonen sie die Bedeutung des Supercups, der sonst als prestigeträchtiger Härtetest Anfang August ausgetragen wird. "Jedes Spiel zwischen diesen beiden Klubs wird von beiden ernst genommen", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke dem SID, denn: "Es geht um einen Titel." Watzke bedauerte lediglich, "dass das Spiel ohne Fans ausgetragen wird." Die Stadt München hatte mit Blick auf eine Indidenzzahl über dem relevanten Wert von 35 (Dienstag: 37,9) keine Zuschauer erlaubt.

Für den FC Bayern ist selbstverständlich, dass auf die erste Niederlage in diesem Jahr der fünfte Titel folgen soll - der zunehmenden Belastung zum Trotz. "Wir suchen keine Ausreden", betonte Kapitän Manuel Neuer bereits nach dem 1:4 bei der TSG Hoffenheim, "dementsprechend können wir nicht so viel darüber sprechen, dass wir nach dem Spiel kaputt sind, sondern wir müssen das annehmen." Darüber hinaus, sagte Thomas Müller, biete das siebte Supercup-Duell mit dem BVB seit 2012 "eine schöne Möglichkeit zurückzuschlagen".

"Mit den Besten messen"

Fehlen wird dabei und im Gegensatz zum europäischen Supercup in der vergangenen Woche gegen den FC Sevilla (2:1 n.V.) Leroy Sané. Der Nationalspieler fällt wegen einer Kapselverletzung im rechten Knie aus, womöglich für länger: "Wir hoffen, dass er nach der Länderspielpause wieder dabei ist", sagte Flick, der nun Champions-League-Held Kingsley Coman in die Mannschaft holen dürfte. Fraglich ist auch ein Einsatz von David Alaba. Der Österreicher, noch immer in Verhandlungen über einen Vertrag ab 2021, laboriert an muskulären Problemen.

Ansonsten versuchte Flick, die Belastung seiner Mannschaft wegzulächeln und kleinzureden: "Es ist noch keiner gekommen, der gesagt hat, er braucht eine Pause." Vielmehr will er dem Spiel zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt lieber das Positive abgewinnen. Bayern gegen den BVB, betonte Flick, sei "letztendlich immer ein absoluter Klassiker in Deutschland". Für den FC Bayern werde es ein Spiel, "in dem wir uns mit den Besten messen können, deswegen wird es uns auch weiterbringen".

Reus will "andere Mentaliät" zeigen

So schlapp wie die Bayern sind die Dortmunder derzeit nicht. Ihnen mangelte es beim 0:2 beim FC Augsburg dafür offenkundig an Erfahrung - und an Geduld, wie Trainer Lucien Favre gleich mehrfach sagte. Erfahrung können die Dortmunder in jedem Fall sammeln, weshalb Marco Reus auch behauptete: "Ich würde schon sagen, dass wir das Spiel brauchen." Nach Ansicht des BVB-Kapitäns kann die Partie sogar eine Signalwirkung haben. "Wir müssen eine andere Mentalität an den Tag legen und versuchen, dieses Spiel zu gewinnen, weil es für uns auch wichtig ist für die nächsten Wochen", sagte der vor der Rückkehr in die Startformation stehende Offensivmann.

Für Flick ist es freilich keine Frage, dass Dortmund eine Herausforderung erster Güte darstellt: "Dortmund hat eine fantastische Mannschaft, sie spielen attraktiven Fußball, das gefällt mir sehr gut." Noch besser gefiele ihm freilich, wüsste er bald den einen oder anderen Neuzugang im Training. Doch Ungeduld verspürt er nach eigenem Bekunden nicht. Die möglichen Verkäufe Javi Martinez (zu Athletic Bilbao) und Mickael Cuisance (Leeds United) zählt er vorerst weiter zu seinen Spielern. Dass bald Stichtag ist für Verpflichtungen, bringt ihn angeblich auch nicht aus der Ruhe. Er und Sportvorstand Hasan Salihamidzic seien sich einig: "Wir müssen das mit Sinn und Verstand machen."

Quelle: ntv.de, dbe/sid

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