Fußball

Vor allem Müller soll zurück Fußball-Fans wollen Löws Abschied

137271974.jpg

Deutschlands Fußball-Fans trauen Joachim Löw mehrheitlich nicht mehr zu, die deutsche Nationalmannschaft zurück zum Erfolg zu führen.

(Foto: picture alliance/dpa)

Das 0:6 gegen Spanien hat auch unter den deutschen Fußballfans Spuren hinterlassen: Eine deutliche Mehrheit spricht sich in einer repräsentativen Umfrage im Auftrag von RTL/ntv für einen schnellen Abschied von Bundestrainer Joachim Löw aus.

Nach der nicht nur vom Ergebnis, sondern auch von der Leistung her erschreckenden 0:6-Niederlage der deutschen Fußballnationalmannschaft gegen Spanien wird unter Experten und Fans über die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw diskutiert. Eine aktuelle forsa-Umfrage im Auftrag der Mediengruppe RTL Deutschland zeigt, dass die Deutschen in dieser Frage gespalten sind. 43 Prozent der Bundesbürger sind nach dem gestrigen Spiel für einen Rücktritt von Joachim Löw, während ebenfalls 43 Prozent sich dagegen aussprechen.

Unter den Fußballinteressierten ist das Bild jedoch eindeutig: 66 Prozent sprechen sich für den Rücktritt des Bundestrainers aus. Von denjenigen, die sich für Löws Rücktritt aussprechen, wird mit großem Abstand am häufigsten Jürgen Klopp (62%) als geeignetster Nachfolger genannt. Alle anderen möglichen Kandidaten folgen erst mit großem Abstand, darunter Hansi Flick (19%), Thomas Tuchel, Ralf Rangnick (jeweils 13%), Julian Nagelsmann (11%), Stefan Kuntz (7%) und der ehemalige Trainer des VfB Stuttgart und des Hamburger SV, Hannes Wolf (1%).

Auch unter den Fußballinteressierten, die einen Rücktritt Löws befürworten, liegt Jürgen Klopp als "Wunschnachfolger" mit 64 Prozent klar an erster Stelle (Hansi Flick 22%, Thomas Tuchel 20%, Julian Nagelsmann 17%, Ralf Rangnick und Stefan Kuntz jeweils 12%, Hannes Wolf 1%). Geht es nach dem DFB, muss sich aber noch niemand mit der Zeit nach Löw beschäftigen. Selbst die höchste Niederlage einer deutschen Fußball-Nationalmannschaft seit 1931 hat Oliver Bierhoffs Haltung zum Bundestrainer nämlich nicht erschüttert. "Das Vertrauen ist vollkommen da, absolut", sagte der DFB-Direktor schon direkt nach dem Spiel der ARD. Allerdings müsse die historische Nations-League-Schmach "knallhart" analysiert werden. Inzwischen bestätigte der DFB, dass Löw nicht zur Disposition steht.

Fans sind sich mit Ex-Nationalspielern einig

51 Prozent aller Befragten und 69 Prozent der Fußballinteressierten wünschen sich vom Bundestrainer aber eine Korrektur seines Kurses - und sprechen sich dafür aus, Thomas Müller wieder in die Nationalmannschaft zurückzuholen. 45 Prozent aller Bundesbürger und 62 Prozent der Fußballinteressierten meinen, dass auch Mats Hummels ins Nationalteam zurückgeholt werden sollte. Deutlich weniger meinen dies von Jerome Boateng (36 Prozent aller Bundesbürger und 44 Prozent der Fußballinteressierten) sowie von Mario Götze (jeweils 25 Prozent aller Befragten und der Fußballinteressierten).

Damit liegen die Deutschen deutlich auf Kurs diverser Experten: "Der Bundestrainer und sein Team haben eine Meinung dazu, ich persönlich habe leider eine andere. Solche Spieler wie Jerome Boateng und Thomas Müller haben das Triple gewonnen, mit der besten Mannschaft in Europa. Die spielen da in der ersten Elf und haben Qualität. Warum nicht für die Nationalmannschaft?", sagte der ARD-Experte Bastian Schweinsteiger. Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus legte sich fest: "Man braucht diese Führungsspieler nach so einer Niederlage."

Davon will Löw aber erst einmal nichts wissen. Für eine Rückholaktion gebe es aktuell "keinen Grund". Das Vertrauen in seine Spieler sei "jetzt nicht völlig erschüttert". Man müsse die Situation um Hummels, Müller und Boateng "zum richtigen Zeitpunkt bewerten", betonte der Weltmeistercoach von 2014. Nationalmannschafts-Direktor Oliver Bierhoff versprach zuletzt: "Den Weg, den der Bundestrainer eingeschlagen hat, gehe ich bis einschließlich der EM mit!" Das war allerdings vor dem Spanien-Spiel.

Quelle: ntv.de, ter