Kapitän Manuel Neuer hat sich positiv über eine mögliche Rückkehr der aussortierten Weltmeister Thomas Müller, Mats Hummels und Jérôme Boateng in die deutsche Fußball-Nationalmannschaft geäußert. "Ich will nicht einen der drei Genannten hervorheben: Alle Spieler könnten uns grundsätzlich helfen, das haben sie ja oft genug bewiesen", sagte Neuer in einem Interview mit der "Sport Bild", das vor dem historischen 0:6 (0:3)-Debakel der DFB-Auswahl in Spanien geführt worden war. Es habe ja auch keiner der drei seine DFB-Karriere beendet.
"Es ist natürlich ein öffentliches Thema, aber warten wir doch einfach mal die Entwicklung ab. Grundsätzlich ist das aber die Entscheidung der Verantwortlichen, des Bundestrainers", sagte Neuer. In der DFB-Elf machte der 34-Jährige, der gegen Spanien mit seinem 96. Einsatz zum deutschen Rekord-Nationaltorhüter aufstieg, seit dem Umbruch das Fehlen von Sicherheit und Abläufen aus. Nach "sehr guten Phasen" leiste sich die Mannschaft "dann aber auch wieder Ausreißer nach unten", so Neuer. Man müsse sich den Respekt zurück erarbeiten, der früher immer da gewesen sei: "Die breite Brust muss zurückkommen, die Selbstsicherheit."
Das Spiel am Abend lässt die Diskussion um eine Rückkehr des von Löw nach der verpatzten Weltmeisterschaft 2018 Aussortierten wieder lauter werden: Experten wie Bastian Schweinsteiger oder Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hatten unter anderem mangelnde Führung innerhalb der Mannschaft als großes Problem identifiziert. Vor allem die meinungsstarken und kommunikationsfreudigen Hummels und Müller würden zumindest in diesem Bereich neue Akzente setzen.

