Fußball

Barcelona gewinnt die Champions League "Geil, dass wir das Ding geholt haben"

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Marc-André ter Stegen holt mit dem FC Barcelona den "Henkelpott".

(Foto: picture alliance / dpa)

Der FC Barcelona gewinnt zum fünften Mal die wichtigste europäische Klubtrophäe. Mit Fußball der Extraklasse kehren Lionel Messi und Co nach vier Jahren auf den Champions-League-Thron zurück. Der junge deutsche Torwart Marc-André ter Stegen schreibt Geschichte.

Der Triple-Tanz der Superstars vor 25.000 ekstatischen Fans begann um 22.42 Uhr - und Marc-André ter Stegen war mittendrin. Seite an Seite mit Lionel Messi, Luis Suárez und Neymar sprang auch der zunächst noch sehr zurückhaltende deutsche Torhüter im Moment des Triumphs wie ein Gummiball durch das Berliner Olympiastadion. Wenig später durfte er im Konfettiregen den silbernen Henkelpott küssen. Die genialen Ballkünstler des FC Barcelona - sie sind nach vier Jahren zurück auf dem europäischen Fußball-Thron. Der spanische Meister und Pokalsieger gewann das hochklassige Champions-League-Finale gegen Juventus Turin 3:1 (1:0) und sicherte sich zum fünften Mal in der Klubgeschichte den wichtigsten Europapokal.

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Ivan Rakitic und Neymar trafen für den FC Barcelona.

(Foto: AP)

"Es ist einfach geil, dass wir das Ding geholt haben! Wir haben hervorragenden Fußball gespielt und uns das als Mannschaft verdient", sagte ter Stegen, der in Kürze zur U21-EM nach Tschechien reisen wird - als Sieger der Königsklasse! Auch Suárez sprach vom "verdienten Lohn". Der Ex-Schalker Ivan Rakitic (4.), Suárez (68.) und Neymar (90.+7) hatten mit ihren Treffern das zweite Triple der Klubgeschichte perfekt gemacht. Dieses Kunststück war Barça bereits 2009 unter dem heutigen Bayern-Trainer Pep Guardiola gelungen.

Gute Leistung im "Spiel des Lebens"

Der frühere Gladbacher ter Stegen lieferte im bisherigen Spiel seines Lebens eine gute Partie ab. Beim zwischenzeitlichen 1:1 durch Álvaro Morata (55.) ließ der 23-Jährige zwar den Ball nach vorne abklatschen, doch der Schuss von Carlos Tevez war für eine andere Rettungsaktion zu scharf. Ter Stegen kürte sich als erster deutscher Schlussmann seit 17 Jahren (Bodo Illgner/Real Madrid) bei einem ausländischen Klub zum Sieger der Königsklasse und ist damit gleichzeitig jüngster deutscher Schlussmann, der die Champions League gewonnen hat. Juve-Torhüter Gianluigi Buffon musste getröstet werden. "Es gab in der zweiten Hälfte einige Momente, in denen wir an uns geglaubt haben. Wir haben es nicht geschafft, obwohl wir alles gegeben haben", sagte der Weltmeister von 2006.

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Riesige Enttäuschung bei den Spielern von Juventus Turin.

(Foto: picture alliance / dpa)

Der solide Messi blieb die ganz große Show zwar schuldig, er schrieb dennoch Geschichte: Gemeinsam mit Andrés Iniesta, Gerard Piqué und Xavi zog der Argentinier mit dem vierten Champions-League-Sieg mit Rekordhalter Clarence Seedorf gleich. Juventus konnte seinen Finalfluch trotz einer Leistungssteigerung ab Mitte der ersten Halbzeit nicht ablegen. Gegen Barça setzte es die sechste Niederlage im achten Endspiel des größten Europacup-Wettbewerbs. So oft verließ noch kein Klub als Verlierer den Finalrasen.

Ex-Schalker sorgt für Traumstart

Das mit Spannung erwartete Spiel mit einer Reichweite von rund 400 Millionen Zuschauern weltweit begann mit einem Traumstart für Barcelona. Nach einer sehenswerten Kombination von Neymar und Andres Iniesta schob der Ex-Schalker Rakitic den Ball zum 1:0 ins Tor. 80 Meter weiter hinten breitete Torwart ter Stegen die Arme aus und schrie seine Freude heraus. Juve versuchte, sich ins Spiel zurückzukämpfen, Arturo Vidal übertrieb es aber mit seiner Härte. Nach einem Foul an Sergio Busquets sah der Chilene die Gelbe Karte. Nach einem weiteren Einsteigen gegen Neymar stand Vidal bereits in der 15. Minute am Rande des Platzverweises.

Barcelona ließ sich von der Härte der Italiener nicht beeindrucken und erspielte sich Chance um Chance, auch wenn Messi noch nicht ins Rollen kam. Buffon hielt sein Team mit starken Paraden im Spiel. Die Turiner konnten sich ab Mitte der ersten Halbzeit vom Barça-Druck befreien, die besseren Chancen hatten aber weiter die Katalanen. Allein Stoßstürmer Suárez scheiterte innerhalb von nur fünf Minuten dreimal aussichtsreich. Juve lief mit der zweitältesten Startformation in der Final-Geschichte der Champions League auf (im Schnitt 30 Jahre und 153 Tage). Buffon, Andrea Pirlo und Andrea Barzagli begannen - drei Spieler, die 2006 im Olympiastadion mit Italien den WM-Titel gewonnen hatten. Barzagli ersetzte in der Innenverteidigung den an der Wade verletzten Giorgio Chiellini. Durch den Ausfall des Abwehrspielers blieb das mit Spannung erwartete Wiedersehen mit Suárez aus. Im WM-Gruppenspiel in Brasilien hatte Suárez dem Italiener Chiellini in die Schulter gebissen.

Direkt nach dem Wiederanpfiff hätte erneut Suárez nach einem Konter für klare Verhältnisse sorgen können, doch der 80-Millionen-Neuzugang zielte nicht genau genug (48.). Drei Minuten später kam der große Auftritt des MSN-Sturms, der 121 Saisontore erzielt hat: Messi auf Neymar, der zurück auf Messi, Doppelpass mit Suárez - doch Messis Schuss verfehlte knapp das Tor. Juves Ausgleich fiel überraschend und veränderte das Spiel. Die Italiener waren wieder giftiger und spritziger, zudem übernahmen die rund 30.000 Tifosi auf den Tribünen das Kommando. Barcelona erholte sich nur langsam von dem Schock, kam dann aber wieder gewaltig auf. Buffon ließ einen Flachschuss Messis abprallen, Suárez staubte ab. In der 78. Minute wurde Xavi unter riesigem Jubel der Barcelona-Fans eingewechselt und übernahm die Kapitänsbinde. Es war das 151. Champions-League-Spiel für den Weltmeister von 2010 - und das allerletzte im Trikot des neuen Triple-Gewinners.

Quelle: ntv.de, tno/dpa/sid

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