Fußball

Ansage an Löw, Kritik von Keller Gündogan fordert wichtige Rolle in DFB-Elf

imago42198876h.jpg

Ilkay Gündogan will in der DFB-Elf mehr Verantwortung übernehmen. Auf und neben dem Platz.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Ilkay Gündogan zeigt bei seinem Klub Manchester City regelmäßig überzeugende Leistungen. Eine tragende Rolle will der 29 Jahre alte Fußball-Nationalspieler nun auch endlich in der DFB-Elf übernehmen. Aber nicht nur auf dem Platz.

Offensive Ansage an Bundestrainer Joachim Löw: Ilkay Gündogan wünscht sich künftig eine wichtigere Rolle in der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. "Ich sehe mich in einem Alter und in einer Position, in der ich mehr Verantwortung übernehmen kann und will", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Er wolle seine starken Leistungen bei Manchester City in der Premier League auch "in der Nationalmannschaft bestätigen". Genauso wie im Verein wolle er auch im DFB-Team ein wichtiger Teil des Teams sein und vorneweg gehen.

Seine Karriere-Erfahrungen will er künftig mit jüngeren Profis teilen. "Zu meiner Anfangszeit beim DFB war ich sehr froh über jeden hilfreichen Ratschlag, der mir von den erfahreneren Spielern gegeben wurde. Das will ich stückweise zurückgeben", sagte Gündogan. Im Team von Bundestrainer Löw kam er in der Vergangenheit nicht an den gesetzten Toni Kroos und Joshua Kimmich vorbei. Nur wenn einer ausfiel oder geschont wurde, rückte Gündogan in die erste Elf. Ende März durfte er aber beim Testspiel gegen Serbien erstmals die Binde als Kapitän der Mannschaft tragen - in der zweiten Halbzeit.

Der 29-Jährige hatte zuletzt für Wirbel gesorgt, als er ebenso wie Nationalelf-Kollege Emre Can ein Instagram-Foto vom Salut-Jubel türkischer Fußballer mit "Gefällt mir" versahen. Der Jubel zeigt die Solidarität mit den türkischen Soldaten, die an der international verurteilten "Operation Friedensquelle" gegen die Kurdenmiliz YPG in Nordsyrien im Einsatz waren. Die beiden hatten ihre "Likes" später zurückgezogen und beteuert, dass sie keine politische Aussage treffen wollten. Zu dieser Debatte wollte sich Gündogan nicht erneut äußern.

Anders als der neue DFB-Präsident Fritz Keller. Der hatte die Fußballer in einem Beitrag für die "Welt" kritisiert, aber in der gesellschaftlichen Grundsatzdebatte um Integration auch gleichzeitig in Schutz genommen. Sie seien "nicht unschuldig an der erneuten Diskussion", schrieb er und betonte: "Mit sensiblen Themen muss man auch bei Social Media sensibel umgehen. So viel darf man erwarten. Auch wir als DFB müssen uns kritisch hinterfragen, ob wir im Umgang mit dem Thema alles richtig machen." Keller schrieb auch, dass die "gesamte deutsche Gesellschaft" überfordert sei bei den Fragen, wie Integration gelingen könne.

Löw hat am Mittag übrigens sein Aufgebot für den Abschluss der EM-Qualifikation am 16. November in Mönchengladbach gegen Weißrussland und drei Tage später in Frankfurt gegen Nordirland bekanntgegeben. Wer dabei ist und wer nicht, erfahren Sie hier.

Quelle: n-tv.de, tno/dpa

Mehr zum Thema