Fußball

Wanken die Zweitliga-Riesen? HSV steckt in der Krise, 1. FC Köln auch

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Für den Bundesliga-Dino HSV gibt es nur den direkten Wiederaufstieg. Aber der ist momentan nicht mehr aus eigener Kraft zu schaffen. Das weiß auch Torhüter Julian Pollersbeck.

(Foto: REUTERS)

Selten war der Aufstiegskampf in der zweiten Fußball-Bundesliga so spannend wie in dieser Saison. Das liegt vor allem an den Patzern der beiden Topfavoriten 1. FC Köln und Hamburger SV. Während der Tabellenführer noch schnell den Trainer feuert, spielt der HSV auf Zeit - noch.

Hannes Wolf hatte Redebedarf. Absturz auf Rang vier, Holtby-Rauswurf und anstehendes Trainingslager - beim Hamburger SV herrschte nach dem schweren Rückschlag in Berlin helle Aufregung. "Es muss ja jetzt jeder verstehen, dass wir uns hier reinknallen müssen", sagte der Trainer. Er muss den Schockzustand im Aufstiegsrennen durchbrechen.

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Armin Veh: Kölns starker Mann wechselt noch einmal den Trainer.

(Foto: picture alliance/dpa)

350 Kilometer südwestlich, beim 1. FC Köln, dem zweiten Branchenriesen in der zweiten Fußball-Bundesliga, gab es nicht weniger Redebedarf. Nach dem großen Knall und der Trennung von Markus Anfang bildete nun Interimstrainer Andre Pawlak am Montag mit seiner neuen Mannschaft einen Kreis. Der 48-Jährige schwor die Profis auf das große Ziel Bundesliga-Rückkehr ein. Sitzenbleiben kann sich weder der FC noch der HSV leisten.

"Es heißt immer, wir seien schon sicher aufgestiegen. Da bin ich anderer Meinung", sagte Kölns Geschäftsführer Armin Veh, der nach der 1:2-Pleite gegen Darmstadt 98 trotz souveräner Tabellenführung die Reißleine zog. Hamburgs Sportchef Ralf Becker steht dagegen trotz der 0:2-Niederlage bei Union Berlin weiter zu Wolf: "Ich bin nicht bereit, jemanden zu opfern, nur weil gewisse Dinge nicht so laufen."

HSV-Führungsspieler dringend gesucht

Becker war allerdings weit davon entfernt, die brisante Situation zu beschönigen. Er ging sein Team in aller Deutlichkeit an. "Wir haben zu wenig Leute, die vorne weggehen, die die Mannschaft mitziehen", sagte Becker, der sich auch noch mit den Launen des Lewis Holtby herumplagen musste. Auf die Spielverweigerung des einstigen Leistungsträgers reagierte er mit klarer Kante, mit einer Suspendierung. Holtby und der HSV - das war einmal. 

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HSV-Coach Hannes Wolf: Aufstieg ist Pflicht.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Schwergewichte der 2. Fußball-Bundesliga sorgen im Aufstiegsrennen also für reichlich Getöse. Während für die Kölner angesichts von sechs Punkten Vorsprung auf Rang drei der Aufstieg weiter ein realistisches Szenario ist, stehen die Norddeutschen drei Spieltage vor Saisonende unter erheblichem Druck. Wolf greift daher zu besonderen Maßnahmen. Von Mittwoch bis Samstag will sich das seit sechs Spielen sieglose Team nun abgeschottet im Trainingslager im niedersächsischen Rotenburg auf die verbliebenen Aufgaben vorbereiten.

"Wir wollen einfach nochmal zusammen sein und uns auf die Rolle einschwören, die wir jetzt haben", sagte Wolf. Auf die Rolle des Jägers, der am vorletzten Spieltag auch noch beim neuen Tabellenzweiten SC Paderborn gastiert. Zuvor müssen sich die angeschlagenen Hamburger am Samstag gegen den abstiegsgefährdeten FC Ingolstadt durchbeißen. 

Quelle: n-tv.de, bad/sid

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