Fußball

Heidenheim wankt in Relegation Hamburger SV macht sich erneut zum Deppen

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Oh mein Gott.

(Foto: Tim Groothuis/Witters/Pool via xim.gs)

Der Hamburger SV verpasst zum zweiten Mal in Folge die Rückkehr in die 1. Fußball-Bundesliga. Im Heimspiel gegen den SV Sandhausen setzt es eine peinliche Niederlage - großer Profiteur des Dramas an der Elbe: der 1. FC Heidenheim. Der krasse Außenseiter spielt nun gegen Bremen um den Aufstieg.

Hamburger SV - SV Sandhausen 1:5 (0:2)

Wieder kein Aufstieg, wieder steht alles in Frage: Der Hamburger SV ist auch im zweiten Anlauf auf eine Bundesliga-Rückkehr kläglich gescheitert. Das Team von Trainer Dieter Hecking verpasste nach einem lange desolaten Auftritt beim 1:5 (0:2) gegen den SV Sandhausen am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga erneut das Minimalziel Relegation. Einen Patzer des 1. FC Heidenheim in Bielefeld ließen die Hanseaten ungenutzt. Statt des früheren Bundesliga-Dinos fordert nun der kleine FCH den Favoriten Werder Bremen in den Duellen um ein Erstliga-Ticket heraus. Und in Hamburg gehen die Diskussionen nach dem zweiten vierten Platz in der Endabrechung hintereinander wieder von vorne los.

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Coach Dieter Hecking musste das Drama fassungslos mit ansehen.

(Foto: dpa)

Ein Eigentor von Verteidiger Rick van Drongelen (13.) machte die Aufgabe für die Hanseaten schnell noch kniffliger als befürchtet. Die Gastgeber waren sichtlich geschockt, der zweite Sandhäuser Treffer durch Kevin Behrens (22.) sorgte dann für völlige Verunsicherung beim Favoriten. Per Foulelfmeter von Aaron Hunt nach Videobeweis (62.) war der HSV dann aber zurück im Spiel - bis Behrens per Foulelfmeter für die Entscheidung sorgte (84.). Mario Engels (88.) und der ehemalige Hamburger Dennis Diekmeier (90.+3) schraubten das Ergebnis in der Schlussphase in die Höhe.

Hecking hatte vor der Partie Charakterstärke von seiner Mannschaft gefordert, um doch noch die letzte Chance zu nutzen. Doch nur die ersten Minuten stimmten. Joel Pohjanpalo deutete seine Gefahr per Direktabnahme an (5.). Der SVS präsentierte sich ebenso giftig und gut gestaffelt wie eiskalt. Und der HSV agierte in der Folge kopflos, ratlos, verunsichert. Hecking stellte von Dreier- auf Viererkette in der Abwehr um und brachte mit Bakery Jatta einen weiteren Offensivmann für den verletzten ausgewechselten van Drongelen (36.), Sandhausen vergab weitere Topchancen. Erst mit dem Treffer von Hunt war plötzlich die Spannung wieder da - richtig gute Gelegenheiten gab's indes nicht mehr. Und so steht am Ende das, was Hecking unbedingt vermeiden sollte, dass sein Team wieder zum "Deppen von der Elbe" wird.

Arminia Bielefeld - 1. FC Heidenheim 3:0 (2:0)

Außenseiter 1. FC Heidenheim hat im Fernduell um die Relegation Nerven gezeigt, darf aber weiter vom Aufstieg träumen. Das Überraschungsteam verlor 0:3 (0:2) beim Zweitliga-Meister Arminia Bielefeld, profitierte aber von der Pleite des Hamburger SV. Heidenheim, erst seit 2014 in der 2. Liga, trifft am kommenden Donnerstag und am 6. Juli (jeweils 20.30 Uhr) auf den Bundesliga-16. Werder Bremen. Eine Woche nach dem 2:1-Erfolg in allerletzter Minute gegen den HSV war das sechste Auswärtsspiel in Serie ohne Sieg folgenlos, weil der ehemalige Bundesliga-Dino in Hamburg patzte.

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Verdiente Meisterehre.

(Foto: dpa)

Die seit 16 Partien ungeschlagenen Bielefelder, die bereits vor knapp zwei Wochen den Aufstieg perfekt gemacht hatten, erhielten nach dem Schlusspfiff aus den Händen des DFL-Bosses Christian Seifert die Schale für die Meisterschaft. Mit seinem 21. Saisontor brachte Torjäger Fabian Klos die Gastgeber früh in Führung (14.). Andreas Voglsammer legte drei Minuten später mit seinem zwölften Saisontor nach. Die Gäste, die zuletzt am 22. Februar vor der Corona-Pause auswärts gewonnen hatten (1:0 bei Holstein Kiel), fanden nur schwer ins Spiel, die Nerven flatterten, doch die Nachrichten vom HSV waren beruhigend. Der vermeintliche Anschlusstreffer von Kleindienst fand wegen Abseits keine Anerkennung (34.). Jonathan Claus sorgte für die Entscheidung (53.).

VfB Stuttgart - SV Darmstadt 98 1:3 (1:1)

Nach nur einem Jahr in der Zweitklassigkeit kehrt der VfB Stuttgart ins Oberhaus zurück. Die Schwaben behaupteten trotz eines 1:3 (1:1) gegen den SV Darmstadt 98 den zweiten Tabellenplatz und machten den direkten Wiederaufstieg perfekt. Die Mannschaft von Trainer Pellegrino Matarazzo begleitet damit den Zweitliga-Meister Arminia Bielefeld auf dem Weg nach oben.

Die Ostwestfalen hatten sich ihre Rückkehr ins Oberhaus bereits vor zwei Wochen gesichert. Mario Gomez (42.) sorgte mit seinem Abschiedstor in Stürmermanier für den zwischenzeitlichen Ausgleich. Das reichte jedoch nicht, weil Serdar Dursun (32.) mit seinem 16. Saisontreffer, Matthias Bader (53.) und Tobias Kempe (88.) im letzten Spiel von Lilien-Trainer Dimitrios Grammozis erfolgreich waren. Darmstadt beendete die Partie nach der Gelb-Roten Karte gegen Victor Palsson (66.) nur mit zehn Mann.

Quelle: ntv.de, tno/sid