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Stoiber plaudert Abschied aus Hoeneß ordnet sein Erbe beim FC Bayern

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Uli Hoeneß mit seinem designierten Nachfolger Herbert Hainer.

(Foto: imago images / Jan Huebner)

Uli Hoeneß hat die Verkündung seiner Zukunftspläne lange vorbereitet: Am Donnerstag wird der Präsident des FC Bayern dem Aufsichtsrat mitteilen, wie diese aussehen. Doch nun grätscht sein Weggefährte Edmund Stoiber dazwischen - und verrät Interna.

Es ist erst ein paar Tage her, da bestätigte Uli Hoeneß zum ersten Mal, dass er als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern München künftig nicht mehr zur Verfügung stehen werde. "Auch für solche Menschen", sagte daraufhin der große Günter Netzer, "ist irgendwann mal Schluss, und ich glaube, dass er ein gutes Ende gewählt hat zu diesem Zeitpunkt." Allerdings: So ganz gehen wird Hoeneß selbstverständlich nicht.

An diesem Donnerstag tagt der Aufsichtsrat der FC Bayern AG, dann wird der 67 Jahre alte Patriarch des Vereins Männern wie dem Volkswagen-Chef Herbert Diess oder dem ehemaligen bayerischen Ministerpräsidenten Edmund Stoiber mitteilen, was denn seine Pläne sind. Wie er, Hoeneß, sich eine Zukunft des FC Bayern vorstellt, in der er, Hoeneß, nicht mehr in der ersten Reihe steht. Und es ist zu erwarten, dass die anderen acht Herren des Gremiums ihm gedanklich folgen werden.

Stoiber spricht von "Schock"

Die Aufsichtsratssitzung dürfte nur Formsache sein. Hoeneß hat allem Anschein nach längst durchgeplant, wie die Zukunft aussieht. Sein Nachfolger als Vereinspräsident und somit auch als Aufsichtsratsvorsitzender soll der ehemalige Adidas-Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer werden. Der 65-Jährige ist schon Hoeneß' Stellvertreter im Aufsichtsrat. Der Machtwechsel soll am 29. November bei der Präsidiumswahl vollzogen werden.

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Oliver Kahn soll auf Karl-Heinz Rummenigge folgen.

(Foto: www.imago-images.de)

Ausgerechnet einen Tag vor der offiziellen Verkündung plauderte Hoeneß' langjähriger Weggefährte Edmund Stoiber aus dem Nähkästchen. Bei der Ehrung des deutschen Meisters und DFB-Pokalsiegers durch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder im Hofgarten der Bayrischen Staatskanzlei bestätigte das FCB-Aufsichtsratsmitglied bereits: Ja, Hoeneß hört auf. Der langjährige Weggefährte nannte Gründe, wie den "Schock" der Jahreshauptversammlung, zudem bestärkten "Zwistigkeiten" mit Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge - etwa in der Trainerfrage - Hoeneß offensichtlich in seinem Entscheidungsprozess

Die Entscheidung sei nicht von einem Tag auf den anderen gefallen, hatte Hoeneß bereits vor Längerem erklärt. Von seinem Plan abbringen konnte ihn auch der Verwaltungsratsvorsitzende Stoiber nicht, der es nach eigenen Worten wiederholt versucht hatte.

Kahn gehört Bayerns Zukunft

Allerdings geht Hoeneß ja nicht so ganz. Hoeneß mag bald nicht mehr vorne draufstehen, aber es wird noch viel Hoeneß drin sein im FC Bayern. Mit Hainer ist er gut befreundet, es ist nicht anzunehmen, dass dieser nicht im Sinne des bisherigen Patrons handeln wird. "Wir ticken in vielen Dingen relativ gleich", sagte Hainer vor einem Jahr beim Doppel-Interview mit Hoeneß der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung", in dem Hoeneß wiederum die gemeinsame Freundschaft betonte.

Auch die anstehenden Veränderungen im Vorstand dürften im Sinne von Hoeneß sein. Den vor mittlerweile drei Jahren von Karl-Heinz Rummenigge angedachten Einstieg von Philipp Lahm hintertrieb er, jetzt ist Oliver Kahn im Spiel: Er wird ab Januar von Rummenigge eingearbeitet, ab Januar 2021 soll der "Titan" dann dessen Nachfolge als Vorstandsvorsitzender übernehmen. Was ganz in Hoeneß' Sinne ist: Kahn ist sein Mann, wie auch Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Rummenigge traut Kahn selbstverständlich zu, "das Schiff Bayern München als Kapitän erfolgreich zu steuern". Hoeneß hält ihn gar für den Prototypen einer Führungsfigur. "Oliver hat sich enorm entwickelt, eine innere Ruhe gefunden und ist seinen Weg gegangen", lobte er, Kahn habe das "Mia san mia" im Blut. Und damit sich daran auch ja nichts ändert, wird Hoeneß darüber wachen: Einen Posten im Aufsichtsrat wird der Ur-Bayer wohl behalten. Zudem versprach er am Mittwoch: "Die Hilfe für den FC Bayern hat ja nichts mit dem Amt zu tun. Ich habe immer gesagt, dass ich dem Verein, was immer ich tun kann, zur Verfügung stehe - und das ist nicht an irgendein Amt gebunden."

Quelle: n-tv.de, ara/sid/dpa

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