Fußball

Der Patron im Glück Hoeneß will Rummenigge die Kugel reichen

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Der Herr links wird ballern - der Herr rechts will die Kugeln reichen: Rummenigge und Hoeneß haben die Aufgaben verteilt.

(Foto: dpa)

Neun Spiele - neun Siege: Nach dem Debakel in Paris machen der FC Bayern und Jupp Heynckes aus Sicht von Präsident Uli Hoeneß vieles richtig. Der 65-Jährige weiß kaum wohin mit seinem Glück. Selbst Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge profitiert davon.

Als Fußball-Weltmeister Manuel Neuer in Begleitung des ebenfalls noch verletzten Franck Ribéry an Krücken in den Audi Dome humpelt, brandet Beifall auf. Uli Hoeneß muss für die leicht verspäteten Torhüter seine Begrüßung auf der von Rekordzahlen und flotten Sprüchen geprägten Jahreshauptversammlung des FC Bayern im Münchner Audi Dome unterbrechen. Aber das macht der Präsident am Freitagabend gerne, denn er rühmt das Duo als echte Bayern: "Das sind zwei Vertreter, die im Laufe der Jahre in diese Familie hineingewachsen sind. Sie haben das Mia-san-mia verinnerlicht."

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"Es ist ein Glückszustand, dass es gelungen ist, Jupp Heynckes zu verpflichten."

(Foto: imago/Moritz Müller)

In seiner Rede ein Jahr nach seiner Rückkehr ins Präsidentenamt preist der 65 Jahre alte Hoeneß dann aber vor allem einen Mann: Jupp Heynckes, den zurückgekehrten Triple-Trainer von 2013. Den Wechsel von Carlo Ancelotti zu Heynckes nennt Hoeneß einen Glücksfall. "Es war die Nacht von Paris, die diesen Verein hat aufwachen lassen", sagte Hoeneß zu den sportlichen Konsequenzen, die der Verein aus dem 0:3 in der Champions League gegen Paris St. Germain gezogen habe. "Es ist ein Glückszustand, dass es gelungen ist, Jupp Heynckes zu verpflichten." Seitdem eile der Rekordmeister von Sieg zu Sieg.

"Der FC Bayern ist im Moment wieder mal in einem wunderbaren Zustand. Alles ist schön und ich stehe hier als ein total zufriedener Mensch." Die Nacht von Paris habe auch dazu geführt, dass er mit dem Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge in der Führung des Vereins wieder zusammengefunden habe. "Wir arbeiten wieder ganz eng zusammen", sagte der 65-jährige Hoeneß. Mit Sportdirektor Hasan Salihamidzic, der von den 1459 Mitgliedern im Saal viel Applaus erhielt, werde er Rummenigge in Zukunft total unterstützen, gerade auch nach außen. "Es schießt eine Kanone, die heißt Karl-Heinz Rummenigge. Und Hasan und ich stehen dahinter und reichen ihm die Kugel", sagte Hoeneß kämpferisch.

"Wir spielen gegen Staaten"

Außerhalb der rot-weißen Herrlichkeit sieht Hoeneß indes harte Kämpfe im internationalen Fußball auf den deutschen Topclub zukommen. "Du spielst nicht nur gegen Vereine, sondern ganze Staaten: Katar, Abu Dhabi, ein russischer Oligarch und amerikanische Hedgefonds", sagte er mit Blick auf die Finanzkraft von Vereinen wie Paris St. Germain oder Manchester City.

Der FC Bayern kann nach wirtschaftlichen Rekordzahlen aber auch selbst in Zukunft weiterhin viel Geld in Topfußballer investieren. Der Bundesliga-Krösus setzte im Geschäftsjahr 2016/17 nie zuvor erreichte 640,5 Millionen Euro um. Der Gewinn nach Steuern betrug 39,2 Millionen Euro, ebenfalls eine weitere Bestmarke nach 33 Millionen Euro im Geschäftsjahr 2015/16. "Unsere wirtschaftlichen Anstrengungen dienen vornehmlich nur einem Ziel: der Maximierung des sportlichen Erfolgs", erklärte Finanzvorstand Jan-Christian Dreesen.

Die FC Bayern München AG schüttet dabei eine Rekorddividende von 16,5 Millionen Euro an die Aktionäre aus. Der größte Anteil geht mit 12,375 Millionen an den FC Bayern e.V. Der Verein hält 75 Prozent der AG-Anteile. Die weiteren 25 Prozent verteilen sich auf zu gleichen Teilen auf die Partner Allianz, Audi und Adidas.

Wahlen standen beim Treffen nicht auf dem Programm. Vor einem Jahr war Hoeneß nach seiner Haftstrafe wieder zum Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters gewählt worden.  Der FC Bayern München bleibt der größte deutsche Sportverein. Die Mitgliederzahl nähert sich rapide der Schwelle von 300.000 an. Aktuell sind es 290.000 Mitglieder. Die Zahl der Fanclubs beträgt 4327 mit mehr als 340.000 Mitgliedern.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/sid

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