Fußball

Strafbefehl für Ex-Werder-Coach Impfpass-Skandal wird für Anfang immer teurer

Darf in dieser Saison nicht mehr als Trainer arbeiten: Markus Anfang.

Darf in dieser Saison nicht mehr als Trainer arbeiten: Markus Anfang.

(Foto: Carmen Jaspersen/dpa)

Der damalige Trainer des SV Werder Bremen gerät wegen eines gefälschten Impfpasses ins Visier der Staatsanwaltschaft, der Vorgang kostet den ehemaligen Bundesligaprofi seinen Job. Der DFB verurteilt ihn zu einer Geldstrafe und einer Sperre, nun kassiert Anfang einen teuren Strafbefehl.

Wegen der Nutzung eines gefälschten Impfpasses muss der frühere Werder-Trainer Markus Anfang eine Geldstrafe von insgesamt 36.000 Euro zahlen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft erließ das Amtsgericht Bremen einen Strafbefehl über 90 Tagessätze zu je 400 Euro gegen den 47-Jährigen, teilte die Behörde mit. Anfang hat nun zwei Wochen Zeit, um dagegen Einspruch einzulegen. Sollte er das nicht tun, wäre diese Entscheidung rechtskräftig, der frühere Bundesliga-Profi aber nicht vorbestraft. Eine Vorstrafe gilt erst ab einer Geldstrafe von über 90 Tagessätzen oder einer Freiheitsstrafe von mehr als drei Monaten.

Das Bremer Gesundheitsamt hatte am 20. November Ermittlungen gegen Anfang und seinen Co-Trainer Florian Junge wegen der Nutzung gefälschter Impfausweise eingeleitet. Zwei Tage später traten beide beim Fußball-Zweitligisten Werder Bremen von ihren Posten zurück. Im Laufe der Ermittlungen hatte Anfang die Verwendung des gefälschten Impfpasses eingeräumt. Außerdem hatte er eine Erklärung zur Herkunft des Dokuments abgegeben, die Staatsanwaltschaft gibt diese jedoch nicht bekannt.

Bereits im Januar wurde Anfang vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes rückwirkend ab dem 20. November für ein Jahr gesperrt und zu einer Geldstrafe von 20.000 Euro verurteilt. Diese Sperre wird ab dem 10. Juni bis Mitte 2023 zur Bewährung ausgesetzt.

Schnelle Rückkehr wäre möglich

Auch gegen Junge wurde in dem staatsanwaltschaftlichen Verfahren ein Strafbefehl erlassen. Details dazu nannte die Behörde jedoch nicht. Vom DFB-Sportgericht war der Co-Trainer mit einer Geldstrafe von 3000 Euro sowie einer Zehn-Monats-Sperre belegt worden, die ab dem 1. Juni ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt wird. Anfang wie auch Junge haben dadurch die Möglichkeit, in der kommenden Saison wieder einen Trainerjob in Deutschland anzutreten.

Aufgeflogen war der Skandal, als Anfang und Junge dem Gesundheitsamt im November ihre Impfausweise vorlegten, um sich nach einem positiven Test bei dem Werder-Profi Marco Friedl einer Quarantäne als Kontaktperson zu entziehen. Der Behörde fielen Unregelmäßigkeiten in den Dokumenten auf, deshalb zeigte sie die beiden Trainer bei der Staatsanwaltschaft an. So soll Anfang am Tag seines vermeintlichen ersten Impftermins in Köln ein Auswärtsspiel mit seinem damaligen Klub SV Darmstadt 98 in Würzburg gehabt haben. Der 47-Jährige räumte die Nutzung eines gefälschten Impfpasses mittlerweile ein.

Quelle: ntv.de, ter/dpa

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